Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 102-103 (27.12.1900)
- Date
- 1900-12-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4t Jahrgang. M102 & 103 Der Israelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHum. Begründet von Dr. in Hain}. Donnerstag, den 2 7. Dezember 5661 (1S00). Ull^^ Da mit dem 1. Januar 1901 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf airfmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1901 eingetragen unter Nr. 3762. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. j7n unsere geehrten JCeser! Von allen denjenigen unserer Abonnenten, welche auf unsere Anfrage, ob sie unser Blatt lose durch den Briefträger zugeftellt zu haben wünschen oder ob sie solches auf der Post abholen, eine Antwort nicht ertheilt haben, i ehmen wir an, daß sie das Erstere wünschen. Wir lassen ihnen deshalb unser Blatt vom 1. Januar ab, lose durch den Briefträger zustellen. Bei dieser Gelegenheit machen wir auch darauf aufmerksam, daß die Postbehörde nunmehr die vor einiger Zeit in Aussicht g« stellte Erleichterung des ZeitungSbezugs versuchsweise eingeführt hat, wonach die Briefträger angewiesen sind, in der zweiten Hälfte des letzten Monats in jedem Vierteljahre dis zum 25. einschließlich die Zeitungsgelder von den Beziehern in Empfang zu nehmen und selbst darüber vollgültig zu quittiren. Den Beziehern' erwächst daraus die Annehmlichkeit, daß ihnen der Weg zum Postschalter erspart bleibt und sie rechtzeitig an die Erneuerung ihres Abonnements erinnert werden. 2>ie Expedition. Leitend«» Artikel. Htt Mihilisms im ciniiiipiiiift iltS iiiidicn SchnWmils. Von Nabb. Heinrich Galanbaucr Saborten (Böhmen). Ich merke, wie beim Lesen dieser Ueberschrist die Züge des Lesers ein fragend Lächeln umspielt. Erging es mir doch ebenso, als ich von der verehr!. Redaction den Auftrag erhielt, über dieses Thema eine Abhandlung für den „Israelit" zu schreiben. Denn was hat der Alkoholismus mit dem Judenthum zu thun? Unser Schriftthum verbietet nicht den Alkoholgenuß überhaupt, weil es Lebenslust und Lebensfreudigkeit von seinen Bekennern fordert und gegen jede Askese und unnöthige Selbstkasteiung proteftirt. Denn unsere Weisen deuten das Schriftwort on2 'm „und man lebe durch sie" (durch die Gottesgebote) mo’sr «bi 2712, nicht aber, daß man sie ausübe, um seinen Lebensgenuß zu ertödten oder zur Selbstqual. So ist ein R a s i r verpflichtet, nach Ablauf seiner Gelübdezeit ein Opfer darzubringen zur Sühne dafür, weil er freiwillig den Weingenuß sich entzogen hat und weil der. welcher sich ohne Ursache selbst kasteiet, ein Sünder genannt wird. (Taanith 11.) Der Alkoholgenuß ist uns also nicht nur nicht verboten, sondern er wird uns geradezu oft empfohlen und vielfach sogar zur Pflicht gemacht. (Wovon wir weiter sprechen werden). Freilich wird in Bibel und Talmud vor der Unmäßigkeit desselben strenge gewarnt, aber das gebietet schon ohnehin die Vernunft und es wäre nicht nöthig, erst hervorzuheben, wie es unnöthig wäre, vor Unmäßigkeit im Esten erst zu warnen. Was hat also der Alkoholismus mit dem Judenthum zu thun?