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Der Israelit · 1900-12-17 · Heft 100 (17.12.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 100 (17.12.1900)
Date
1900-12-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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JBei* Jspaelit. Central-Organ für das orthodoxe Judeuthum. Akätter für die israek. Schule. 17. D-z. 1900.] MtzsWMchs MMrzr m Kr. *00. c«*» iTtarfj t»cn DLtzveLUsnfovenrerr 1900. Von 2l. Mannheimer—D ettelbach. --«3&—QÖ0amg»- Die jüdischen Lehrerkonferenzen pro 1900 sind sämmtlich vorüber. Die Leitung des Bundes der jüd. Lehrervereine hatte als das zu behandelnde Thema die Frage gestellt: Soll der systematische Religionsunterricht beibehalten werden oder nicht! Die Wahl des Verbandsthemas war eine überaus glückliche, ein Griff mitten in das Gefühlsleben der gesammten Lehrerwelt, die Aussprache über eine so tief einschneidende Frage ein wahres Herzensbedürfniß. Die Jahreskonferenzen pro 1900 lieferten darum sozusagen ein Stimmungsbild der jüdischen Lehrer Deutschlands. Die Lehrer find unzufrieden, aber in idealem Sinne, unzufrieden mit ihren Leistungen bezw. Erfolgen, die in keinem Verhältniffe stehen zur aufgewandten Mühe und Arbeit. Man ging der Sache auf den tiefsten Grund. Was schon vor Jahrzehnten ausgesprochen und immer wieder von Neuem betont ward, wurde Gegenstand der allgemeinen Berathung: Die Unwissenheit der breiten Massen auf religiösem Gebiete ist in neuerer Zeit großer, als in früheren Jahren, trotz der Umgestaltung der inneren und äußeren Schulverhältnisse nach modernen Forderungen, trotz methodischer Bildung des Lehrpersonals, Verbesserung der Lehrmittel und des Unterrichtsbetriebes in pädagogischem Sinne. Oder sollte vielleicht gerade davon das Deficit im Lehrerfolge herrühren? Dies und nichts anderes bildete den Kernpunkt, um den sich der — oft sehr lebhafte — Kampf der Geister bewegte. Die Würfel sind gefallen. Die Resolutionen der meisten Konferenzen in den verschiedenen deutschen Bundesstaaten haben sich gegen den systematischen Religionsunterricht ausgesprochen, die einen schärfer, die anderen weniger entschieden, d. h. man will den systematischen Religions-Unterricht nicht auf einmal und gänzlich aufgeben, aber doch bedeutend beschränken. Wie dem aber auch sei, man wird es der Bundesleitung danken müssen, den Stein endlich einmal in's Rollen gebracht zu haben. Das Jahr 1900 kann insofern einen Wendepunkt in der Geschichte des jüdischen Religionsunterrichtes, einen Markstein in seiner Entwickelung bilden. Es war, als sollte der alte Thorageist in feiner urwüchsigen und ursprünglichen Gestalt und Kraft wieder in Israels Lehrhäuser einziehen, als verspürte man die Sehnsucht nach ihm; es war, als sollte und wollte milde Frllhlingsluft auf's Neue über eisige Fluren wehen und Leben wecken. Ja, so schien es, bis plötzlich nach den Konferenzen eine Art Windstille eintrat, die unheimlich berühren, jedenfalls aber befremden muß. Bis zur Stunde sind nirgends die Anzeichen vorhanden, daß den zum Ausdruck gebrachten Gedanken und Vorsätzen auch die That folgen soll. Zu ihren goldenen Regeln zählt aber die Schule auch die Mahnung, daß alle Theorie grau sei, und Erfahrung der beste Lehrmeister ist. Nie lUiockus, hie salta. Die oft heiß umstrittenen und nunmehr aufgestellten Thesen haben die Kraft ihrer inneren Wahrheit und Richtigkeit in der Praxis zu beweisen und öffentlich darzuthun! Zur Sache gesprochen: Der jüdische Religionsunterricht muß den Pentateuch und die Tefillah

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