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Der Israelit · 1900-12-17 · Heft 100 (17.12.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 100 (17.12.1900)
Date
1900-12-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■41. Jahrgang. J|g 100. Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. fe^mattn in IKtain]. Montag, den 17. Dezember 5661 (1666). Da mit dem 1. Januar 1901 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1901 eingetragen unter Nr. 3762. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel. Das ' iinii sti« Schlittcil. Von Rabbiner Dr. Daniel Fink Wien. Das großartigste, glänzendste Ereignih, welches Juda als selbstständiges Volk vor seinem Zusammenbruche noch erleben durfte — war ein unvergleichlicher Befreiungskampf. Ihn haben die wackeren Söhne des Priesters Mathitjahu gegen den übermächtigen Unterdrücker Antiochus ausgefochten. Dieses Ereigniß ist es eben, welches wir in unserem Chanukafeste alljährlich verherrlichen. Wollen wir dasselbe in einem Bilde darstellen, so können wir es am besten mit dem Glanze der purpurnen Abenröthe vergleichen, wie ste in erhabener Feierlichkeit einen herbstlichen Himmel vergoldet, auf welche dann eine lange dunkle Nacht folgt. Allein merkwürdiger Weise hat unser Fest stets nur das große Ereigniß in den Vordergrund gerückt. Seiner Urheber, der Makkabäer, war dabei kaum gedacht; — ja, ste sind mit einer gewisten Absichtlichkeit geradezu in den Hintergrund gedrängt worden. Dieser Sachverhalt tritt in seiner ganzen Deutlichkeit vor, wenn man ein anderes Fest, das sowohl der Zeit, als dem Ursprünge nach demselben am nächsten steht, danebenhält. Wie sind doch Mordochai und Esther, die Helden des Purimfestes, zu.allen Zeiten Gegenstand überschwänglicher Huldigung in unserer Mitte gewesen! Von der holdseligen Königin Esther, von dem gewaltigen Kanzler Mordochai wußte auch das letzte Kind in der entlegensten Judengaffe zu singen und zu sagen, — von den Makkabäern und ihren Großthaten dagegen wissen nur die Wenigsten etwas zu erzählen. Sie hätten daher alles Recht, sich vor dem Richter der Zeiten über eine gewiffe Undankbarkeit ihres Volkes zu beklagen. Geht man diesem Gedanken noch weiter nach und erwägt, daß Mordochai und Esther nur Mittler jener Ereignisse waren, die einen so zauberhaften Glanz um ihren Namen ausgebreitet, indeß die Makkabäer dieselben mit Einsetzung ihrer ganzen Kraft selbstständig erstritten haben, so muß sich unser Befremden noch mehr steigern. — Ist eS doch allgemein bekannt und wird von Rb. Josef sogar ausdrücklich gelehrt -inv 12 msa (Kid. 41), daß es als viel verdienstlicher gilt, eine gute That selbstständig auszuführen, als eine solche durch einen Dritten verwirklichen zu lassen. Welchen Rang nimmt nun gar erst das Verdienst der Makkabäer ein, welche mit nrca mit Einsetzung des eigenen Lebens ihre Thaten vollführt haben! Da wir zudem annehmen können, daß unsere Geschichte gerade den Makkabäern den Tribut schuldiger Dankbarkeit beharrlich verweigert habe, so wird sich daraus für uns eine um so dringlichere Veranlaffung ergeben, den Gründen dieser Erscheinung nachzugehen. — Unzweifelhaft liegen dieselben in den bitteren Enttäuschungen, welche die Nachkommen des großen Heldengeschlechtes denk jüdischen Volke bereitet haben. Keinen triftigeren Ausdruck gibt es für dieselben, als die traurige Regel, welche unsere Weisen aufzustellen gezwungen waren: bz t\s-cr ~c *rn *roy (Kid. 70b) „Derjenige, welcher seine Her- 506371

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