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Der Israelit · 1900-11-22 · Heft 93 (22.11.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 93 (22.11.1900)
Date
1900-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. jfä Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das orlhodore Zudenthum. Begründet von »r. XrTjmnmt in Ütaitt}. Donner ft ag, V en 2 2. November 5661 (1966). Wir erhalten folgendes Telegramm: Jerusalem, 19. November, 1 Uhr N. Blattern, Typhus, Diphtheritts, Influenza, Augenleiden, wüthen im heiligen Laude. Tausende Israeliten leiden Krankheit und Noth. Bitten sofortige Hülfe. Rabbiner Galant. Dieses Telegramm spricht eine so deutliche Sprache, daß wir es für überflüssig halten, ein Wort hinzuzufügen. Wer es liest, der öffnet auch seine Hand deß sind wir überzeugt. Red. d. „Israelit". mr Eine NTrrrk abonnirt man bet allen Postanstalten für den Monat Dezember auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbrieftrüger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Dir Erprdition des „Israelit". Leitender Artikel. Prnfkff. k MMs MW in itr Üfpriifii* tnntfnnrrfnminluns iirr Skrlintr Snnrink Von I. K. Die stattgehabten Verhandlungen der Repräsentanten der Berliner israelitischen Gemeinde über einen „Predigt-Gottesdienst am Sonntag", haben nicht blos ein lokales Interesse, sondern sind dazu angethan, die „allgemeine" Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Abgesehen davon, dass diese Gemeinde die größte im deutschen Reiche ist, zeigen diese Vorgänge, dass in derselben, wie seit vielen Jahrzehnten, noch heute der „Heerd" der Reformer stch befindet, und diese Reformhelden unentwegt mit aller Heftigkeit und Zähigkeit ihren Reformgelüsten sröhnen und sie in's Leben einzuführen stch bestreben (ich lege ihren Bestrebungen keine unedlen Motive unter, davor verwahre ich mich zum vorhinein), ohne Rücksicht auf die schlimmen Zeiten, die über das Judenthum hereingebrochen sind. Bei dem Unterfangen und den Bestrebungen der Reformer vom alten Schlage (Geiger, Holdheim, And und Konsorten) könnte man vielleicht noch die Entschuldigung gelten lassen, daß sie glaubten, durch ihre Reformen die jüdische Religion zu kräftigen und daß sie nicht vorausgesehen haben, oder voraussehen konnten, welche große Verheerungen innerhalb der zeitgenössischen Judenheit ihre „Verbesserungen" in Bezug auf die Religion anrichten werden. Unsere heutigen Reformer oder Liberalen, wie sie sich lieber nennen, können nicht einmal, wenn auch ihre Absichten gute sind, diese Entschuldigung für sich in Anspruch nehmen; sie sehen mit ihren eigenen Augen, sie hören mit ihren eigenen Ohren von dem immensen Abfall von der jüdischen Religion, sie fühlen am eigenen Leib, an ihren eigenen Kindern, den immer mehr um sich greifenden Jndifferentismus, und anstatt an sich selbst zu bessern, ihr Haus und ihre Kindererziehung durch ein voranleuchtendes gutes Beispiel zu einem jüdischen zu gestalten und von innen und sicherer Basis heraus die jüdische Religion neu zu beleben und zu kräftigen, greifen sie zu einem verzweifelten und verzweifelnden Mittel, das, um mit Ihrem Berliner Referenten zu sprechen, bewirken könnte, daß „die Berliner Gemeinde, trotz der heutigen Ablehnung, immer mehr in's Christenthum hineinsegle." So viel für heute im Allgemeinen über die Liberalen unserer Zeit. Die Berliner Debatten über den „Sonntagsgottesdienst" werfen aber auch ihre Schatten auf zwei großangelegte jüdische Institutionen im deutschen

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