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Der Israelit · 1900-11-19 · Heft 92 (19.11.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 92 (19.11.1900)
Date
1900-11-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. M S» Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orthodoxe IudenLHum. Begründet von Dr fe^mann tu Ittatnj. Montag, den 19. Novemver 5661 (1900). Eine Mnvk abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat -g<B'« Dezember >£>> trrn stillschweigend acceptirt habe. Sie that und thut alles mögliche, um die Gravamina zu beseitigen und sie wird auch diesmal ihr Ziel zur Wahrung der religiösen Jntereffen erreichen. auf den ,,I«r«elIt". Dieser Preis tritt aber nur ein bet Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungtzschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Dir Expedition des „Israelit". leitender Artikel. Tie Wischen Kerhilltnisse in Ungarn. (Schluß.) Zehn Monate sind bereits verstrichen, seitdem die orthodoxe Landesvertretung dieses Memorandum an hohe Stelle gelangen ließ und noch ist keine Entscheidung erfolgt. Inzwischen wurden auch mehrere Mohelim in verschiedenen Landestheilen von den unteren Behörden mit Geldstrafen belastet, weil sie n ar ’ s a ausübten. Die Betreffenden appellirten an den Minister und es ist bestimmt zu erwarten, daß die endgültige Lösung dieser Frage doch nur im Sinne des obenerwähnten Memorandums der orthodoxen Landesvertretung aussallen wird. Dieser Umstand selbst, daß die concreten Fälle so lange unerledigt bleiben,bürgt schon dafür, daß der Standpunkt der orthodoxen Leitung mit vollem Ernst berücksichtigt wird. Daß aber die Nachtragsverordnung schon bisher nicht erfolgt ist, läßt wieder vermuthen, daß die Köpfe und Hände unserer Glaubensbrüder von der anderen Seite hier im Spiele sind. Es wäre aber eine große Ungerechtigkeit, behaupten zu wollen, daß die orthodoxe Leitung etwa aus Servilismus gegen den > Enltusminister ein Auge zugedrückt und die Verordnung ■ Eine Spiegelfechterei ist es aber, wenn das Landespräsidium der Kongreß-Gemeinden in die Welt hinausruft: „Wir haben niemals die weltlichen Behörden für jüdische Angelegenheiten in Anspruch genommen. Die Orthodoxen sind es, die die Regierung belästigen, ihre Intervention in Kultussachen anrufen und dabei noch eine Art Autonomie furchtsam hüten wollen." Jawohl, die Orthodoxen belästigen den Minister, aber immer nur, wenn es sich darum handelt, die jüdische Gesetzestreue „gegen Uebergriffe der Neologen" zu schützen, oder wenn es dem Fanatismus der Kongreßler gelungen ist, in irgend einer orthodoxen Gemeinde eine Desorganisation hervorzurufen. Die isr. Landeskanzlei beruft sich auf das Archiv des Cultusministers. O, diese Urkunden werden noch in spätesten Zeiten die traurige Wahrheit verkünden, daß in Ungarn eine jüdische Behörde viele Jahre hindurch das gesetzestreue Judenthum bei der Landesregierung mit leidenschaftlicher Agitation verfolgte. Wir wollen nur eine der letzten „Wohlthaten" dieser „jüdischen" Behörde in Erinnerung bringen. Die isr. Landeskanzlei hat es verstanden, vom ehemaligen Kultusminister Tresort, knapp vor dessen Ableben, eine Verfügung zu erwirken, wonach jene im königl. sanctionirten Statute verbrieften Rechte der Orthodoxen, mit einem Federstrich ganz illusorisch gemacht wurden. Der einheitliche Charakter aller Gemeinden wurde ausgesprochen, das orthodoxe Schiedsgericht seines obligatorischen Charakters entkleidet und sogar die Benennung „orthodox" aus dem offiziellen Titel der Kultusgemeinde verbannt. Der Stuhlrichter und nicht der Schulchan-Aruch sollte fürderhin in religiösen Angelegenheiten entscheiden. „Das war das Werk der isr. Landeskanzlei," die heute damit paradirt, daß sie niemals die weltliche Behörde angerufen. Die Erbitterung über diese Verfügung war

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