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Der Israelit · 1900-11-15 · Heft 91 (15.11.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 91 (15.11.1900)
Date
1900-11-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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numpjjMjiipiniiifimwffi|ij|i,ij'i'inii""miim M [in i JL"‘JL|,ILJ1' äl. Jahrgang. Zweite Aeikage zu M 91 des „Israelit". Leitender Artikel?ir Dlssrsc für Die froininrn Snlii)iii|(l)iiiito in kr Serliiirr jiiliiflcn töfinrink (Schluß aus der ersten Beilage.) Prof. Baginsty ertlärt die Frage eines Sonuiagsgottesdienstes, wie er bereits in den früheren Sitzungen betont habe, für indislutabel. Den Zuruf „Fälschung", den er bei Verlesung des Briefes oon Zadoe Kabn aus dem Jahre 1898 gethan habe, sielle er dahin richtig, daß er sich zu erinnern glaube, daß einzelne Punkte in diesem Briese nicht richtig übersetzt seien. Pros. L e w i n will ebenfalls nicht auf die Materie Angehen, weil für ihn ans der Diskussion nicht das Moment der Belehrung gegeben werden könne. Für ihn sei gleichfalls die Frage indiskutabel, er wolle jedoch einige allgemeine Bemerkungen nicht unwidersprochen lasten. Ob der Sonntagsgottesdienst eingeführt werde oder nicht, sei schließlich eine Frage der Zusammensetzung des Vorstandes und der Repräsentanten - Versammlung, vielleicht gebe es darüber hinaus noch eine Instanz (Zuruf: Ministerium). Er rufe nicht nach dem Kadi, der .Kadi sei für ihn die öffentliche Meinung. Dem Sonntagsgottesdiensts den wochentäglichen Charakter zu wahren, sei unmöglich und liege in keines Menschen Macht. Man befinde sich auf einer schiefen Ebene und werde nicht dem Gegendruck, der von oben durch Kräfte, die sich zusammengefunden hätten, ausgeübt werde, mit Erfolg wehren können. Die Möglichkeit, eine Synagoge am Sonntag besuchen zu können, sei schon jetzt vorhanden. Es sei ferner gesagt worden, man erkenne keine Autorität an. Das sei eben das Schlimme, was den Juden seit Jahrhunderten vorgeworsen werde: ni dieu ni Diaitre. Die Inden seien nicht autoritätslos. In demselben Athemzuge werde gesagt, es stehe der Einrichtung eines Sonntagsgottesdienstes nichts im Talmud entgegen. Mit einem Male sei also wieder der gute alte Talmud da, um die Gegner der Petition -'ii umevonidetu Es gebe keinen Menschen, der nicht eine Autorität anerkenne. Autoritätsglauben in dem verächtlichen Sinne besitze kein anständig denkender Mensch. Wohin wolle denn die Versammlung mit der Zwiespältigkeit ihrer Anschauungen. Die Versammlung sei doch kein Coneil, um über eine solche Frage zu entscheiden; sie sei nichts anderes als der treue Bewahrer gewisser Grundanschauungen des Judenthums. Dazu sei sie da und in dem Moment, wo die jüdische Religion aufhöre, ein fester Kern zu sein, werde das Ganze sich auflösen. Roch eine Mahnung füge er hinzu. In einer Zeit, wo von allen Seiten her auf das Judenthum geklopft und gedrückt werde, wo wir kaum unsere Haut zu wehren im Stande seien, wo man von allen Seiten her auf die Juden eindringe, wo alle Kräfte also zusammengehalten werden müssen, um die Rechte der Juden, denen auch ein Christ die Berechtigung zuertcnne, zu vertheidigen, in einer solchen Zeit werde ein Keil in das Judenthum Hineingetrieben, und keiner tonne sehen, wie weit der Spalt gehen werde. Mau rtiüffe berrt Hebel bei feiten wehren, sich nicht aus die abschüssige Bahn locken lassen, das erhalten, was man habe, und diejenigen, die Nachkommen werden, werden hierfür dankbar kein. Herr B e n a s L e v y weist darauf hin, daß gerade die schlimmen Ereignisse das Gute gezeitigt hätten, daß die Indifferenten durch die Angriffe auf das Judenthum zum letzteren wieder zurückgeführt worden seien. ES müsse abgewartet werden, ob man sich mit dem Anträge aus eine schiefe Ebene begebe. Er glaube, man thue mit dem Anträge ein gutes Werk. Es handle sich hier nicht um den Wunsch der Befürworter, den Sabbath preiszugeben, sondern hier sprechen Thatsachen. Die Synagogen seien an den Sabbathen leer und nicht einmal bis zur Hälfte gefüllt. . Erregter Zuruf L e w i n 's.- Wer sagt das?) Die Verhältnisse hätten diesen Zustand herausgebildet. Der Ausweg hierfür sollte eben in dem Anträge Blaschke gesunden werden. Herr Löwenberg bestreitet, daß die Alte Synagoge und die Privatsynagogen an den Sabbathen leer seien. Damit sei ein Beweis gegeben, daß die hiesige Judenschaft keinen Reformgottesdienst haben wolle. Die Verlegung des Sonntagsgottesdienstes aus eine Vorunttagsktunde sei auch deshalb nicht angängig, weil sehr diele Juden erst nach dem Gottesdienst das erste Frühstück zu sich nehmen. In stürmischer Weise beantragt nunmehr Maurermeister Frankel den Schluß der Debatte. Der Vorsitzende erklärt sich selbstverständlich bereit, den Antrag zur Abstimmung zu bringen, fügt aber hinzu, daß man es außerhalb der Versammlung nicht verstehen werde, wie in einer so außerordentlich wichtigen Frage die Diskussion beschränkt werden könne. Prof. Blaschke spricht sich gegen den Schluß aus den bereits vom Vorsitzenden angedeuteten Gründen aus, ist aber noch persönlich dagegen, weil er vom Maurermeister F r ä n k e l erfahren möchte, wie der Sabbathgottesdienst in der Synagoge Lützowstraße besucht sei. Bei der Abstimmung wird der Schlußantrag mit 11 Stimmen gegen 9 Stimmen abgelehnt; gegen den Schluß stimmten von conservativer Seite Leonhard Sachs und Geheimraih Senator. In sichtlichem Unmnth über die Ablehnung des Schlußantrages wollen Prof. L e w i n , Prof. B a q i n s t y und Maurer-

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