Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 90 (12.11.1900)
- Date
- 1900-11-12
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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1874 Körperschaften, des Magistrats, des Vorstandes der; Synagogen-Gemeinde, des Lehrer-Collegiums, des Grauen-Vereinseine stattliche Zahl von Freunden und Verehrern überbrachten ihre Glückwünsche, und bis in die späte Nachtstunde liefen Hunderte von Glückwunschtelegrammen und Briefen auswärtiger Bekannter und ehemaliger Schüler ein. Der hiesige Litteratur-Verein veranstaltete zu Ehren des Jubelpaares am darauffolgenden Sabbatabend eine austerordentliche Sitzung, in welcher der mit seinen Kindern aus Berlin herbeigeeilte Schwiegersohn der Gefeierten, Herr Albert Katz, einen mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrag über den Talmud hielt. Möge dem wackeren Jubelpaare ein heiterer Lebensabend und das Glück befchieden fein, auch die eiserne Hochzeit in voller Rüstigkeit zu begehen! England. London. Professor Mar M ii l l e r , der am 29. Oktober verstorbene grosse Sanskrit-Forscher, dessen hervorragendste Verdienste auf dem Gebiet der orientalischen Literaturen liegen, war nicht nur ein begeisterter j Apostel der Humanität, sondern auch ein lvarmer i Freund der Juden und ein entschiedener Gegner der ' Antisemiten. In seinen Glasgower Vorlesungen sagte i er u. a.:; „Tie Idee der Humanität u. der Menschenfreund-! .ichteil, wie wir sie im alten Testament finden, ist den | arischen VA lern fremd. Ein Gefühl wie: Es soll eineri 'ei blecht sein umer euch, dein Fremden wie dein kl in-! notmt[dien, denn ich bin der Herr, euer Gott! lvürde den Pächtern De* unD selbst Homer höchst seltsam ge- : 1 uncien baden." Mit ge oster Entschiedenheit sprach sich Mar Rttüller l givieoerholten Malen gegen den plntisemitismus aus. . In ein"m Briese aus Orsord venu 7. plugust 1892 | '.drieb er folgende beherzigenswertste Worte:! „Ich habe schon zu tviederholten Malen mein Mistfallen gegen das Treiben der Antisemiten ausgesprochen. ' Ich bin in allen Dingen gegen seichtes Generalistren.! Ich habe viele Juden gekannt, bin ja in Dessau geboren, j Biele meiner betten Freunde waren Inden. Nun gibt > 's ja auch schwarze Schafe unter den Juden, aber nach; ibneu das ganze Volk zu benrtheilen, das geht doch gegen j alll itt ege ln der induktiven Logik! Ich habe seit lange | iedem Deutschen in England gepredigt, dass er als Einj zelner für den guten Ramen des deutschen Volkes in j England verantwortlich ist. Dasselbe möchte ich jedem i Juden predigen können. Jeder einzelne Jude ist für den guten Ramen der Juden verantwortlich. Wenn jeder einzelne Jude das fühlte, oder wenn die Gemeinde ihn das fühlen lieste. so würde es keinen Antisemitismus geben. Das im Bausch und Vogen Aburtheilen ist der Ruin aller Wissenschaft; was für Unheil es in der Gesellschaft und im Staate anrichten kann, sehen wir in den Exceffen der Antisemiten. Ich bin Anti-Antisemit und werde es bleiben." Aber ein Philosemit lvar er auch nicht, das geht aus seinem Schreiben deutlich hervor, er würde sonst nicht die Ursache der antisemitischen Bewegung auf das Betragen einzelner Juden zurückgeführt haben. MMtzrlliiMU üiib Den jud. ArmuvcrelLen und kör imsmni. (Sümmmchc jüd. Wanderbettelvercine und Kasse» für Durchreisende find gcveter», »us Mittheilungen üvcr Ersayrungeu die stc auf drru Geviete ihrer THLtiakcit machen, zukommeu zu lassen ) St. Ingbert. In Nr. 88 Ihres gesch. Blattes bemerkt der verehrt. Einsender -es Arnlels „Zur Organisation der Wohlthätigteit" sehr richtig: „Jeder )ehudi, der Zedokoh übt. weit s:e ihm Herzenspflicht und religiöses Gebot ist, keniw sie Bedeutung von „R'ossaun ittein" und will dies vorzüglim aut d i e Petenieu angewendet wissen, di? kleinere Nuterstiigllugen oder solche siir Nahrungszwecke beanivru,ber:. Was soll aber mit >xr grossen dstenge geschehen, die DM bestellenden Untcstüpin-gstassen spstema tisch ausbeute^? Dies? S'-rte Zedot! -Eliuger erfck'eint regelmässig tu kurzen Zwis'chen'äumcn und zeig: als Legitimation ein von einem Leipziger Dolmetscher aus dern Russischen in's Deutsche üb?r.''css.v-s L e a i l i '.u a t i o n s d ii eh - itiii )inr, das Miome, B'-> a-n«' -u. Ds'^s uad ''dos des Inhabers enthält. Das '-dürr ja nun ganz in de: Ordnung, und Bet ressendwMd nach aebübrende Uuteritüssnug. tt.ach 4 bis 9 Wochen w>'n uaam: d e r i c > 6 e B-stn! wieder - - aber fetz: ss.ebin 8inci Leg.it unarion ein anderer Name. Dieser Bor ge na wiederhol: sieb in: Lause eines Jahres lvobl ada bis .zebn dttal, - in die „schwarze Litte" konnnen ^ieie Schwindler aber nreot, sie nässen unsere schöne Cinci-wlung ":w vortrefflich für ihre Zwecke zu verwenden Und nicht einzelne, nein, die Mehrzahl der Warrderbettier arbeitet nach diesetu Sytteui. Ist diesen: gegenüber „Rossauu ritein" angebracht? bl r m e n k a s s e S :. I n a b e r t. Neu emyegnnurue Suchet. (Bcsprechung vorbehalten.) Schulchan Bruch, II. Iheil, I a r e Deab in deutscher Uebesetzunff Die religiösen Tagungen, Vorfchrif-en, Sitten und Bräuche des Iudenth aus. Rach deu Duellen .mm ersten Male bearbeitet uns berausgegeben vouZst h i l i v p Lederer. Rabbiner i. R. Pilsen 1'Rw. L-elbstverlag des Verfassers. Briefkasten der Rcdaction. O. R. in O: „Frankfurter Jeilung" in Frankiurt a. M. Briefkasten der Expedition T. C.: Mk. 5 —, I. M. B. in B.: Mk. , L. H. in P.: Mk. t.ä».— empfangen. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit" Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verla« der Job. Wirth'fchen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft in Mainz.