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Der Israelit · 1900-11-08 · Heft 89 (8.11.1900) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 89 (8.11.1900)
Date
1900-11-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1S38 Gesetzmäßigkeit seines Aufenthaltes spricht. In Folge befren mußte die Administration, die diesen Juden ausmies, in dem Ausweisungsbefehl eine andere Art von Ungesehmäßigkeit hinsichtlich seines Aufenthaltes feststellen. Außerdem hat der Gouverneur von Witebsk den Ausweisungsbefehl aus dem einen Grunde erlassen, daß Grivnofs acht Tage lang das Dorf Gubino verlassen, um in der Stadt Nevel zu wohnen. Diese Thatsache ist absolut unzureichend, um den Ausweisungserlast zu rechtfertigen, zumal, da Gribnoff von seinem Vater Grundstücke im Dorte Gubino geerbt hat, der seinerseits schon 80 Jahre dort gewohnt hatte, selbst eine Abwesenheit von 7—8 Jahren würde kein hinreichender Grund sein, um das Aufenthaltsrecht aufzuheben. Personalien. Grofr-Tapolcsaust. Hierselbst wurde am 14. Oktober eine selten fromme, tugendhafte, an Vorzügen des Geistes und Herzens reichgeschmückte Frau zu Grabe getragen. Frau Hannh Friedmann, Wittwe des überaus frommen, gelehrten und würdigen Victor Friedmann selig, war eine Pn rrx in des Wortes wahrhafter und vollster Bedeutung. Mit ihrem Ableben ist eine kostbare Perle aus der Reihe der wahrhaften Roschim Zidkonios gerissen worden. Was die fromme, für Thora und Jiroh durchgliihte Heimgegangene als Gattin und Mutter, was sie in ihrem edlen Wohlthätiateitssinn in guten und bösen Tagen während ihres wechselvollen 72jährigen Lebens für Linderung der Roth und des Elends hilfsbedürftiger Glaubensgenossen persönlich und mit Geld in geräuschloser Stille und Zurückgezogenheit, mit frommer Hingebung, mit unendlicher Geduld, Selbstverleugnung und bewundernswürdiger Aufopferung in selbstloser, gottgefälliger Weise gewirkt und geleistet hat, das entzieht sich angesichts der großen Bescheidenheit der frommen Verblichenen, welche in ihrem ganzen Leben und Wesen die personifizirte Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit darstellte, naturgemäß der großen Qeffentlichkeit; das weiß in seiner Gänze nur der Einzige, der Allwissende. Die Belesenheit und das erstaunlich reiche Wissen in Tnach, Midrasch und Sifre Musar, über welche die fromme Verklärte verfügte, befestigten ihre rigorose Glaubens- und Gesetzestreue, ihre große Gottesverehrung, ihr unerschütterliches Vertrauen u. ihre fromme Gottergebung in ihrem, an schweren Prüfungen und harten Versuchungen reichen Leben. Die große Betheiligung an dem Leichenbegängniß kann nicht zum geringsten als beredter Beweis gelten, wie sehr beliebt, geachtet und geschätzt die theuere Dahingeschiedene war. Rur ihrem geliebten und liebenden Sohne, dem in weiten Kreisen rühmlich bekannten Rabbiner Dr. A. Friedmann in Straßnitz, welcher die weite Reise wegen der heil. Festtage nicht unternehmen konnte, jvar es nicht möglich, zum Leichenbegängniß seiner heißgeliebten Mutter zu erscheinen. Die ehrende Erinnerung dieser vortrefflichen Frau wird in dem Herzen ihrer Kinder. Enkel und all derer, die ihr im Leben nahe gestanden, fortleben, und hat es die edle Verklärte redlich verdient, daß ihr Name in dielen geschätzten Blättern, welche sie mit besonderem Interesse und großer Vorliebe gelesen, verewigt werde. R. > Vermischtes. < Oberdorf (Württemberg), 1. Nov. Sonntag Abend fand im Rabbinatshaus ein b'3n Tun statt, der sich in jeder Beziehung zu einer erhebenden und würdigen Feier gestaltete. In der Ansprache, die Herr Rabbiner Dr. Kroner an die anwesenden Lehrer des Bezirkes, b. K Vorsteher und sonstige Gäste richtete, verglich er in geistvoller Weise die Entstehung und Vollendung des Baues mit n&yD rrtPNiX streute sinnige Erklärungen über □?, D"1N ntpyj iroi inn, "ihn :c. ein, und wenn man die dtq vor der moi sitzen sah, den Traktat hüid durchblätternd und die große Frage diSkutirt wurde, ob der m etwa gar in die Kategorie der pU eingereiht wurde, die keinen iun vornehmen dürfen, und die nwff und rwp bin- und herfchwirrten, da j verspürte man einen Hauch längst vergangener Zetten, wo Oberdorf die Stätte eifrigsten Thorastudiums war und ganz hervorragende D'iiE? für pmo min sorgten. der Skedaciiorr. „Pinchas." Nicht geeignet; Entsprechendes willkommen. Briefkasten der Expedition. Davy K. und R. K.: Nr. 7144: Dobrzyca (Posen), Nr. 7640: Bork i. W. I. G., B.: Ist nicht in Buchform erschienen. L. G. in Turin! Empfangen. Nathan Gut in Gatlingen (Baden.)_ Auf das in der heutigen Nummer befindliche Inserat Hotel-Berkauf in Amsterdam, wird besonders aufmerksam gemacht. Neustadt Int Odenwald. Auch unsere kleine Gemeinde schloß sich zur Zeit der orthodoxen Richtung, resp. dem Großh. LandeSrabbiner Herrn Dr. Marx an, und können wir jetzt nach ca. fünf Jahren mit freudigem Herzen bekennnen, daß unsere Wahl eine glückliche war. Vor ca. drei Jahren beglückte uns Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Marx mit seinem Besuche, prüfte die Religionsschule, besichtigte unsere religiösen Institutionen, fand leider unsere Mtkwoh in sehr vernachlässigtem Zustande, ermunterte den Vorstand und stellte die nöthige Mittel in Aussicht. Unsere Mikwob ist zur Zeit wieder hergestellt, und erhielten wir vor einigen Tagen vom Herrn Rabbiner Dr. Marx einen Beitrag von 70 Mark. Wir sprechen hiermit unserm Herrn Rabbiner unseren wärmsten Dank aus, und wünschen, daß unsere Institutionen sich fernerhin einen regern Besuch erfreuen möge, als bisher der Fall war.

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