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Der Israelit · 1900-10-31 · Heft 87 (31.10.1900) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 87 (31.10.1900)
Date
1900-10-31
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1791 Noch der Einvernahme P e s ch a k' s folgt die Pcrnehmung der ärztlichen Sachverständigen über das Sehvermögen. Dr. A u r e d n i r e k fragt,!vie es tomme, das; Peschak jetzt plötzlich schlechter sehe als fri'iher, und was es mit dem Augenkatarrh gerade zur Zeit der Untersuchung durch die jetzigen Aerzte für eine Bewandtniß habe. Der heutige Berhandlungstag war vorwiegend der Frage gewidmet, ob es möglich sei, daß, wie der Zeuge Peschak behauptet, er am späten Nachmittag des 29. März v. I. von einer Wiese aus auf eine Entfernung von 670 Metern in einem am Rande des Brzczinawaldes stehenden Menschen den heutigen Angeklagten erkannt haben konnte. Die ärztlichen Gutachten haben in diesem Prozesse in allen seinen Stadien eine hervorragende. um nicht zu sagen ausschlaggebende Rolle gespielt. Der Glaube an das Blutrituale konnte nur gestützt auf ärztliche Devositionen in jenem Umfange Platz greifen, in welchem dies thatsächlich geschehen ist, und wenn auch die heute vor Gericht geladenen Aerzte sich mit der Blutfrage gar nicht zu befaßen hatten, so werden ihre Gutachten von der antisemitischen Agitation doch für diesen Zweck ausgebeutel werden, denn Peschak will an dem genannten Tage nicht nur Hilsner, sondern in seiner nächsten Nähe, im Gebüsche stehend, nocf) zwei andere Männer, ortsfremde Juden, gesellen haben, und die Aerzte erklärten, trotz der verschiedenen Divergenzen ihrer gutachtlichen Aenßerungen, daß dies thatsächlich der Fall gewesen sein könne. Die Aussagen der Sachverständigen sowohl als des Zeugen Peschak wurden vom Auditorium, das wieder im überlviegnden Theile aus Frauen und Mädchen bestand, mit lebhafter Befriedigung ausgenommen, die ihren Höbpunkt erreichte, als Peschak mit näselndem Tone die höhnenden Anreden ropirte, mit denen er, seit er gegen Hilsner ausgesagt hat, von den Polnaer Juden verfolgt iverden soll. Bei der dritten Wiederholung dieser Farce wurde der Zeuge vom Präsidenten ermahnt, sich der gewöhnlichen Sprechweise zu bedienen. Auch daß im Auditorium sitzende Frau eines der Sachverständigen den Zeugen Peschak nach Beendigung seiner Depositionen zu seiner unumwundenen Aussage beglückwünschte, verdient hervorgehoben zu werden. Briefkasten der Redaction. Z. Z.: Schwanen-Apocheke in Mainz. Patienten des (6. S. in Frankfurt a. M.: Fragliche Einsendung eignete sich nicht zum Abdruck, vielen Dank. M it % t i s z it. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht vrrantwortlich. Schluß der Inseratenannahme ist stets: für die Ulontagsnummer. Sonntag Früh s Uhr, für die Donnrrstagsnummrr. Mittwoch Mittag V4 Uhr. ÄNfrr flott gelangt regelmäßig Montag und Donnerstag in den .Xbendstunorn;um Vers nvt. Deklamationen wegen ju späten Eintreffens vrttrbe man bei der betreffenden Postanstalt j« machen. Offerten auf Chiffer nnoncen werde» täglich, mit -cnsnah.ur von Samstag und Sonntag, weiterbefordert. Lehrling mit guter Schulbildung von e- Samst. u. Feiert, geschlossenen Weingroßhandlung und Branntweinbrennerei i. größerer bad. Stadt per sofort od. später unter coulanten Bedingungen gesucht. Offert unter Nr. 7771 an die Ge schäftsstelle dieses Blattes. Selbstständiger öäckergeseUe sucht Stellung. [7774 Moses Kahn, Grebenau, Oberheffen. JCehrling und ein angehender Commis gesucht. [7780 Mathias Lütventhal, Manufacturw-, Herren- und Knaben-Kleider-Fabrik- und Maatz-Geschäft, Hörstein', Bayern. Nach der Hauptmalzeit befördert eine gute feine Tasse Kaffee stets die Verdauung, da dieselbe im höchsten Grade die Verdauungswerkzeuge auregt. Doch nicht jeder, soudern nur Cossmann’s gebr. Java-Kaffee. wirkt in dieser Weise. Derselbe ist a 60, 65, 70, 75, 80, 85, 90 u 95 Pfennig per '/, Pfund Packet erhältlich. Hum herantretenden Winterbedarf empfehle ich zur Wurstx) fabrikation Streng ~ T)ärme, sowie Seitlinge, in frisch gesalzener Waare, zu den allerbilligsten Preisen. [7765 Gphrajm Rubbin, Stuttgart, 23 Gymnasiumstraste 23. Referenzen stehen zu Diensten von orthodoxen Mabbinen. Man verlange Preis-Courant! £ür ein jung., gebildetes u. 0 religiöses Mädchen, 30 I alt, hübsche Erscheinung und wirthschaftltch äußerst tüchtig, mit Mk. 15.000 wird behufs Verheirathung passende Persönlichkeit, solider Kaufmann oder festangestellter Beamter gesucht. Offert, befördert unt. G. 7487 die GeschäftSst. dss Blattes. * awSES&a--

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