Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 86 (29.10.1900)
- Date
- 1900-10-29
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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1776 Nein, von Niemandem. — Dr. Vodicka: Vom Gendarmen Klenovec. Hat der Sie auch angeschrieen? — Zeuge: Nein. — Dr. Vodicka: Dem sagteu Sie, das Meffer sei ein ungewöhnliches Meffer gewesen. — Zeuge schweigt. — Dr. Vodicka: Vor dem halten Sie keine Angst? — Zeuge: Dem sagte ich dasselbe. — Dr. Vo dika: Nein, Sie sagten ihm das nicht, trotzdem er Sie nicht angeschrieen hatte. — Zeuge: Es war aber doch kein gewöhnliches Küchemneffer! Präs, (zu Hilsner): Was sagen Sie dazu? — Hilsner: Wenn ich ihm ein Meffer zeigte, so konnte es nur jenes Messer gewesen sein, das ich von Selinger kaufte. — Zeuge (zu Hilsner): Kannst Du leugnen, daß Du mir das Meffer gezeigt hast? — Hilsner: Ich weiß es nicht mehr Als nächster Zeuge wird nunmehr Franz Pa rik, der früher Schustergehilfe war und derzeit als Soldat bei dem in Czaslau dislocirten Landwehr- Regiment dient einvernommen. Präs.: Waren Sie Hilsner's Kamerad? — Zeuge: Ich war wohl nicht sein Kamerad, doch kannte ich ihn gut. — Präs.: Was haben Sie vor zwei Jahren mit ihm gesprochen? — Zeuge: Ich ging auf dem Stadlplatz spazieren, dort traf ich ihn, und er sagte, daß ihm tags vorher Jemand eine Ohrfeige gab. Seit dieser Zeit trage er ein Mtsser bei sich. Wenn ihm noch Jemand etwas thun sollte, werde er ihn niederstechen. — Präs.: Sahen Sie ein Meffer bei ihm? — Zeuge: Ja, ein drei Centimeter breites Meffer ohne Spitz-. — Präs.: Können Sie das Meffer vielleicht aufzeichnen? — Zeuge nimmt ein Papier zur Hand und zeichnet das Meffer auf, worauf die Zeichnung die Geschwornen überreicht wird, die sie eingehend betrachten. Der Präs, schließt Samstag nachmittag 4 Uhr die S'tzung um sie Montag früh V29 Uhr wieder zu eröffnen. Anzeigen, 'ü Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. LchUlg der Inserateuatmahme ist stet»: für dir Wontagsnnmmer, Sormtng Früh 9 Uhr, für die Donnerstagsnummrr, Mittwoch Mitt,g 1» Uh*. Mnstr Kiatt Belangt regelmäßig Montag und Donnerstag in de» Abendstunden rum Uerf ndt. Deklamationen wegen xu späten «intrrffen» oeüei» «an bet der betreffenden pofianstatt pr machen. Affekte» auf Ctzisseramroncen werden täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag« wetterbeforbrrt. A« tjiirliiniffHilf' Ein ganz unbescholtener Greis ist nicht mehr im Stande sich und seine Frau genügend zu ernähren, da er durch langjährige innere, schließlich chronisch gewordene Leiden nicht mehr die Kraft dazu besitzt und auch einer geeigneten besseren Pflege nicht mehr entbehren kann, bittet gefühlvolle Menschen um Hülfe. Betreffender nimmt auch stets in nützlicher Weise Antheil an dem Loose seiner jüdischen Glaubensgenossen. Die Geschäftsstelle dieses BlatteS ist gern bereit Beiträge unter 'Jtr- 7640 in Empfang zu nehmen und darüber zu quittiren. Neifevtler, Isr., welcher Oberbayern, Schwaben, Mittelfranken, Württemberg bereist, wünscht um sein Fortkommen zu erleichtern, den provisionsweisen Verkauf von Fabrikaten erster leistungsfähiger Firmen, ev. mit kleinen Spesenzufchuß zu übernehmen. Gefl. Off. unt. Nr. 7621 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. krabjabr 19Ol. Adsskellcw jüü. AMiiiille k rituM Wimtii in Mnffnrt n. M. Mlle Diejenigen« die Interesse an der Veranstaltung einer solchen Nusstellung in Drankfurt a. W. yaöen« sind yeöeten« ihre Mdvesse unter Mr. dei der Geschäftsstelle dieses Blattes niedrr^ulegen. Die armen Handweber Thüringens offerieren: lloinloinene llsms8t-li8vlilisel(sn mit dem eingewebten KyffhLitser-Denkrnal Kaiser Wilhelms -es Großen. Größe mit geknüpften Franzen 170 x 170 Centimenter. Preis Mk. 10. Diese Decke, aus dem allerbesten Leinen-Material und in wunderhübschen Farbenftellungen verfertigt, ist ein würdiger Schmuck für jedes Zimmer. Wir bitten herzlich um gütige Aufträge, gilt es doch, einer nothleidenden Arbeiterklasse Arbeit und Brod zu verschaffen. 'thüringer Weber-Verein zu Gotha. Hür eine durch Geschäftstj Niedergang u. Krankheitsfälle heruntergekommene brave u. würdige Familie, die in der aller größtenNoth lebt, werden milde Gaben wärmftens erberen. Der Wohnsitz dieser Armen zäblt nur wenige jüdische Familien, die außerstande sind, nachhaltige Hilfe zu gewähren. Gaben über die an dieser Stelle dankend quittiert werden wird, nimmt d. Gefchäftsft. dieses Blattes unter 7144 entgegen, die auch weitre Auskunft gerne erthetlt.