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Der Israelit · 1900-10-25 · Heft 85 (25.10.1900) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 85 (25.10.1900)
Date
1900-10-25
Page
– (sequence 30)
Language
German
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?sp* >>' ■*• J-J r 9y '• v» - 14 Palästinensischer Hilfsverein Zwölfter Bericht. I In unserem letzten Berichte betonten wir, wie wichtig eine kräftige Unterstützung der Industrie für die Wohlfahrt des heiligen Landes sei, und wie sehr wir bedauerten, dass die Geringfügigkeit unserer Mittel uns ein erfolgreiches Eintreten unmöglich machten. Leider haben unsere finanziellen Verhältnisse sich im Jahre 1899 abermals verschlechtert. Aber dennoch sind wir nicht massig gewesen. Herrn Willy Bambus aus Berlin, der imAugust 1899 nach Palästina reiste, stellten wir auf dessen Anregung einen Betrag zur Verfügung, um dafür in Italien Modelle mit neuen, leichter verkäuflichen Dessins für die Holzschnitzer anzukaufen. Hiervon hat er einen Theil verwendet, und die in Sorrent erworbenen Modelle unserem Agenten zur Vertheilung übergeben. Gegenstände, die nach diesen Modellen angefertigt sind, trafen, wie wir hören, im März d. J. bei der Importgesellschaft „Palästina“ in Berlin ein und sollen zufriedenstellend ausgefallen sein. Herr Adelmann schilderte uns indess die Lage dieses Industriezweiges sehr trüb. Auf unsere Aufforderung sandte er uns dann eine Denkschrift über den Niedergang der Olivenholzindustrie bei den Juden ein, worin er die Mittel und Wege angab, die nach seiner Meinung eine Besserung bewirken könnten. Wir waren sofort einig, dass wir zwar nicht im Stande seien, von uns aus kräftig einzugreifen, dass wir aber eine Sünde begehen würden, wenn wir arbeitswillige Glaubensgenossen zu Grunde gehen Hessen. Wir übersandten also die Denkschrift der Jewish Colonisation Association in Paris, die jedoch in Bezug auf die zu treffenden Massnahmen anderer Ansicht war, als Herr Adelmann. Nur darin stimmten wir Alle überein, dass für die Holzschnitzer ein Zeichenunterricht von grossem Vortheil wäre. Demgemäss ersuchten wir die J. C. A, uns einen geeigneten Zeichenlehrer vorzuschlagen. Inzwischen wurde u. A. auch diese Frage durch Herrn Bambus bei dem Centralcomite der „Oho wewe Zion*, zur Sprache gebracht. Dieses Comit6 berief auf den 26. und 27. März 1900 eine allgemeine Versammlung sämmtlicher für Palästina thätiger Vereine nach Frankfurt a. M. Auch die Pekidim und Amarkalim zu Amsterdam waren vertreten. Unser Verein entsandte als Vertreter die Herren: Cramer, Fürth, Geiger und Michael, während Herr Professor Werner sich unter den Delegirten des „Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina" befand. Im Ganzen nahmen 35 Delegirte an den Verhandlungen Theil. Bereits das erste Thema (Referent Herr Bambus) lautete: Die industrielle Kolonisation Palästinas. Das eingehende, durch statistische Tabellen erläuterte, hochinteressante Referat gipfelte in folgenden Anträgen: „1.) Die am 26. März 1900 in Frankfurt a. M. tagende Konferenz der in Palästina thätigen Vereine empfiehlt allen Kolonisationsvereinen auch die Förderung der industriellen Kolonisation Palästinas, soweit dieselbe Juden beschäftigt, in den Kreis ihrer Thätigkeit zu ziehen. 2. ) Es wird eine Kommission eingesetzt, welche die Errichtung eines Bazars für den Fremdenverkehr in Jerusalem unter besonderer Berücksichtigung der Oliven holzindustrie in die Wege leiten soll. 3. ) Die Konferenz beschliesst die Einsetzung einer Kommision, welche die Errichtung einer Herrenkleiderfabrik in Jaffa in die Wege leiten soll. 4. ) Die Konferenz empfiehlt der Jewish Colonisation Association, die Errichtung einer Konservenfabrik in Erwägung zu ziehen, welche die bessere Verwerthung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Beschäftigung jüdischer Arbeiter zum Zwecke hat. 5. ) Die Konferenz setzt eine Kommission ein, welche die Frage der Errichtung einer Seifenfabrik studirt.“ Nach längerer Discnssion wurden sämmtliche Anträge angenommen, und eine Kommission von 17 Mitgliedern, den verschiedenen Vereinen und Staaten angehörig, mit deren Durchführung betraut. In derselben befinden sich aus Frankf u r t a. M. die Herren: Rabbiner Dr. H o r o v i t z, Charles L. Hallgarten und E. I. Michael. Dem Verein „Leina an Zion“ ist eine tätige Mitwirkung an der Ausführung jener Projekte zugedacht, und es steht zu erwarten, dass seine, wie sich in den Verhandlungen zeigte, allseitig gewürdigten Bestrebungen zur Hebung der Lage unserer arbeitenden Glaubensgenossen im heiligen Laude auch allgemein kräftige Unterstützung finden werden. Sobald diese Bestrebungen zu greifbaren Resultaten führen, werden wir jedenfalls eine grössere Thätigkeit nach der Richtung hin zu entfalten haben, welche unser eigentliches Feld bildet.

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