Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 85 (25.10.1900)
- Date
- 1900-10-25
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1741 Führer derselben hat soeben ein Wert*) herausgegeben, aus welchem wir ersehen, bah die religiösen Interessen der Q'xv my in Halle in vertrauenswürdigen Händen sind. r’s mx:i‘ ,ms 212 '2 „Beth Israel" gleicht einem Weinberg, wo so manche herrliche Rebe, so manche saftige Traube zu finden ist. „Beth Israel" enthält agadische Erläuterungen zu jvrs-c -ec , zu den drei Testen, zu den sogenannten guten Schabboßim und zu verschiedenen festlichen Gelegenheiten. Das Wertchen. so bescheiden es sich gibt, so reich ist sein Inhalt. In wenigen turzen Worten weiß Rabbi Israel B r a u n duntle Bibel-, Talmud- und Midraschstellen geistreich lind lichtvoll zu erklären, wozu Andere erst lange Auseinandersetzungen nöthig hätten. Für den .Kundigen, namentlich für Prediger und Religionslehrer, ill das Buch eine wahre Fundgrube voll anregenden Inhalts. Das Ganze durchweht ein warmer Hauch von echter w rxni nrns; Man sieht, daß der ehrwürdige Verfasser aus einer Schule hervorgegangen, wo er £»'c'£»' -red bei bxiL'- *3*n.i genossen hat. Besonders vankenswertb ist der Anhang,!vo uns Rabbi Israel Braun eine Anzahl r -z'vn von zeitgenössischen .Koryphäen, wie Oberrabbiner B. Schreiber-Preßburg, Oberrabbiner Hirsch-Hamburg, Rabbiner Dr. Auerbach-Halberstadt, über halachische Fragen vor stihrt. ..Beth-Jsrael" verdient die weiteste Verbreitung und soll hiermit jedem 7xiL" tv:, jedem iüdischen Ha Ilse bestens empfohlen sein. Rabbiner G a l a n d a u e r . Soborten. .Hatte >1, Z. Gin offenes Bekenntnis; giebt die hiesige antisemitische „Hallesche Res." in einem Artikel über die einznschlagende Marschrichtung nach der erfolgten Spaltung der Partei: Das würdige Blatt sagt: „Wir hätten am Liebsten geschwiegen, da eine klare Uebcrsicht die Sachlage noch nicht bietet, und es nicht .gi umgehen ist, bstr und dort anznecken. So viel steht jedoch seht schon fest, daß. wie in allen Parteien, auch in der antisewitischen Feigheit, Eigennutz, Dünkel und Streberthum mit der Dummbeit um die Siegespalme streiten." Mit den weiteren Ergüssen des Blattes wollen wir unsere Leser nicht langweilen, nur dieses Beispiel schöner Selbsterkenntniß wollten wir ibnen iiicht vorenthalten. Bad Harzburg, i. Olt. Leopold Tarlotvstr aus Halberstadt klagte gegen die Kreisdirettion Wolfenbüttel aus Konzessionsertheilung zu einem „rituell verioalteten jüdischen Hotel garni." Ein Gesuch des Klägers um die Ertheilung der Konzession ist von der Kreisdirektion Wolfenbüttel abgelehnt worden, nachdem der Magistrat in einem Gutachten erklärt hatte, es liege zu der Errichtung eines solchen Hotels kein Bediirfniß vor, da in dem „Parkhotel" (Besitzer Hr. Hecht) nwa rruN nm bbw irou 1330* owo o’iroo Drn?y 11731 '121 2-73171 von Rabbiner Israel Braun in Halle a. d. S. Druck von M. Rosenbaum in Paksch (Ungarn.) bereits ein rituell verwaltetes Hotel bestehe. Außerdem befürchtet der Magistrat, daß hinter dem Unternehmen russisch-polnische Juden ständen, und daß es dazu bestimmt sei. russisch-polnische Juden „dritten und vierten Ranges" nach Harzburg zu ziehen. Gegen diese ablehnende Entscheidung der Kreisdirektion richtete sich die Eingangs erwähnte Klage, in deren Begründung der Kläger die Behauptungen des Magistrats bestreitet. Um den Beweis zu führen, daß für ein zweites jüdisches Hotel in Harzburg ein Bedürfniß vorhanden sei, hat der Kläger durch seinen Vertreter, Rechtsanwalt Dedekind, zahlreiche Zeugen vorgeschlagen, von denen fünf, sämmtlicki Israeliten der „streng-konservativen Richtung," geladen worden lvaren. Sämmtliche Zeugen sprachen sich für die Rvthwendigkeit eines zweiten nach strengem Rituell verwalteten Hotels in Harzburg aus, da das „Parlhotel" bereits überfüllt sei. Demgegenüber sagte Bürgermeister von Stutterheim aus, daß ihm von einer Ueberfüllung des Partbotels nichts zu Ohren gekommen; eine solche könne jedenfalls nur an einzelnen Tagen des Hochsommers oorgetommen sein, ivie sie auch in anderen Hotels gelegentlich herrsche. Er habe die Erfahrung gemacht, daß die anspruchvollsten Badegäste die Juden seien, besonders die Minderbemittelten. (.'?) Die ganze Bewegung zu Gunsten eines zweiten jüdisch geleiteten Hotels gehe >wn einem russisch-polnischen Borbcter aus, dem man schon die Raturalisirung im Herzogthume abgeschlagen habe. Dieser habe ihm auch gesagt, es bestehe ein Bedürfnis, für ärmere Juden aus dem Osten ein Hotel zu errichten. An Wochentagen sei in Harzburg Uebersluß vorhanden. Der Gerichtshof beschloß, vor Abgabe einer Entscheidung noch weitere Zeugen darüber zu vernehmen, ob das „Parkhotel" wiederholt überfüllt gewesen sei.*) A m e r i k a. Rcwnort. Wie man Hierselbst Jom Kippur feiert, darüber berichtet die „Rewyorker Staatszeitg.": In allen Synagogen der Stadt wurde gestern Jom .Kippur, das Bersöhnungsfest, gefeiert. Die Synagogen der rcfvrmirien israelitischen Gemeinden lvaren mit Blumen detorirt, die Orgel ertönte und ein gemischter Ehor sang. Im Schiss der Synagoge saßen die Männer mit unbedecktem Haupte und der Vorbeter, statt das Gesicht dem Osten zuzuwenden, sprach, der Gemeinde zngewendet, englische Gebete, in denen nur hier und da einige hebräische Phrasen eingestrent lvaren und auch der Rabbiner predigte in englischer Sprache. In den orthodoxen Gemeinden der Ostseite trugen die Männer die weißen Gebetmäntel und ebensolche Kappen und der Vorbeter stand, das Gesicht gen Osten gewandt, lind betete in hebräischer Sprache. Für die orthodoxen Israeliten war der Tag ein strenger Fast- *) Rach unserer Ansicht hat die Behörde die Bedürfnis frage gar nicht zu ent cheiden und scheint die Verweigerung auf ganz gewöhnliches Rischus zurückzuführen zu sein. Red.