Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 85 (25.10.1900)
- Date
- 1900-10-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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WM W 4U Jahrgang. Zweite Aeikage zu Jfs 85 des „Israelit^. Literarisches. ^r: rcvr, c; p;yz bin npnx nvinb njlEtf "[“n “ffiD bz p;yr rmyn bi z"zi2~rr npnx non^i bbzz c's:n vmne 'ne‘rin n:i cnpeen nn’ n;j mnem rrmpi e*e;n .L'e-!7v ppe njm pe*e^ nHn mm ist bekannt, daß in Rußland die sämmtlichen jüdischen Tageszeitungen im Dienste des religiösen Abfalles stehen und ihre Spalten allen Ausgeburten gewissenloser, halbgebildeter Stürmer gegen das positive, bistorische Iudenthum zur Verfügung stellen. Besonders bedauerlich ist dabei, daß die gründlichen Kenner der Thora in Rußland sich nur selten Herbeilaffen, diese Afterwissenschaft zu entlarven und sie in ihrem wahren Lichte zu zeigen. Mag das Motiv dieser Zurückhaltung, liefe Verachtung dieses ganzen Gebahrens, oder die leicht erklärliche Scheu sein, sich dem Gebelfer dieser Preßweute auszusehen, es bleibt immerhin bedauerlich, daß täglich mit vollen Händen diese Giftsaat in die breiten Volksschichten gestreut wird, ohne daß Berufene diesem Treiben offen entgegen treten. Der Verfasser des vorliegenden Buches ist einer der Wenigen, der in seinem Werke den Handschuh auf iiilnmt, der von diesen Händen unfern heiligsten Heiligthiiluern hiligetvorfen ivird. Die Gründlichkeit, Wissenschaftlichkeit und Schlagfertigkeit, mit tvelcher an die Säuberung dieses Augiasstalles gegangen wird, verdient loeit über die Grenzen der russischen Judenheit hinaus, die Beachtung dxne" \rex ‘ebe\ Der Verfasser beschränkt sich in seinem Buche nicht aus die Abfertigung des heimischen Preßgelichters, fonberit er hat dabei viel- 'ach auch die deutschen Vertreter der sog. jüd. Wissenschaft auf's Karn genommen lind zeigt dabei eine Belesenheit in den Schriften dieser Litteratur, die geradezu erstaunlich ist. Die Dreistigkeit und llnverschämtheit, mit welcher diese sog. Wissenschaftler die von ihnen eitirten Duellen entstellen, eorrumpiren und geradezu fälschen und erfinden, um sie für ihre Mache gebrauchen zri können, würde mau nicht für möglich halten, lvenn man eS nicht lchlvarz auf weiß, von redlicher, tlindiger Meisterhand Vier oachgewieseu vor sich sähe. Der große Thcil dieses Werkes ist den wahrheitswidrigen tlnterstellungen nnd tendenziösen Erfindungen gewidmet, mit lvelcher gewissenlose Skribler das Chanukah-Wunder seiner Bedeutung entkleiden möchten. Dem schließt sich dann eine Kritik der oberflächlichen, pietätlosen Auffassung der Wunder überhaupt an, an lvelcher unsere Geschichte so reich ist. Da diese Prosanistrung unserer heiligsten Hciligthümer in der jüdischen Geschichte einzig dasteht, so haben die Faiseure das Bedürfniß nach einem Gewährsmanne empfunden, dessen reiner Schild ihre Schwächen und Gebrechen decken soll. Dafür hielten sie den creen für gerade gut genug und insinuiren ihm alle ihre Geist- und Pietätlosigkeit mit so dreister Stirne, daß der schlichte Leser, von dieser Dreistigket stutzig gemacht, leicht geneigt ist, diese Ungeheuerlichkeiten für baare Münze zu nehmen. Der Verfasser aber folgt den Fälschern und geistigen Falschmünzern in ihre unsauberen Schlupfwinkel und deckt deren Treiben so gründlich und rückhaltlos auf. daß es eine Frendc ist, diesem bewährten Kämpfer cnpen -nseSi rrvrn -nevb auf Schritt und Tritt zu folgen. Das Werk ist durch den Verfasser: Herrn Rabb. Jehuda L i p s ch i tz in M e r e tz (Gouvernement Wilnas, Rußland, zu beziehen, und sind wir des Dankes aller iüdisch-wissenschastlich gebildeten Leser des „Israelit" sicher, sie auf diese literarische Produktion aufmerksam gemacht zu haben. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. 22. Okt. Herr Rabbiner Dr. 9!. A. Nobel- Königsberg i. Pr. ersucht uns um Aufnahme folgender Zuschrift: „Mit Genehmigung des Herrn Rektors Dr. Hoffmanu beabsichtige ich, Abiturienten, welche sich für das Rabbiner-Seniinar zu Berlin vorbereiten wollen, hier aufzunehmen und denselben täglich talmudischen Unterricht zu ertheilen. Da mit einer Anzahl ungarischer und russischer Bachurim unter meiner Leitung eine Jeschibah organisirt werden soll, wird den Studirenden auch sonst vielfach Gelegenheit zu o’po'Ci d"sp i'üb geboten sein. Gin propädeutisches Studium ist durch den Be such von Vorlesungen ermöglicht. Reflektanten wollen sich um nähere Auskunft an mich wenden." Frankfurt a. M., 22. Okt. Wer hat ihn nicht gekannt den vor kurzen Monaten noch rüstigen Greis, der damals noch täglich, wenn auch unter Anstrengung, dreimal in das Gotteshaus ging! Wer hat sich von unfern Mitbürgern nicht gefreut, als wir am vergangenen Rosch-Haschonoh die 100-jährige Wiederkehr seines Geburtstages feiern konnten. Kurze acht Tage! und nun ist er heimgegangen, vvn dem man glauben wollte, daß er uns noch Jahre erhalten bliebe. Herr Josef Schwab war der älteste einer großen Anzahl von Geschwistern, die er alle überlebt hat, und wurde im