Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 84 (22.10.1900)
- Date
- 1900-10-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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41. Jahrgang. M 84. Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr fe^msutn in IWainj. Montag, den 2 2. Oetover .^661 (i99v). M Srner Mnrk abonnirt man bei allen Postanftalun für die Monate November & Dezember auf den „Israeli*Dieser Preis tritt aber nur ein bet Abonnements, welche rechtzellig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsprechend höher. Die Erprüitton ües „Israelit". leitender Artikel. 1fr DWt Üiiliiiiildölrifti rin Brailtritb. Unter bem Titel „Glaubensbekenntnis und höheres Studium" erscheint dieser Tage ein Buch, von dem uns die ersten Probebogen vorliegen.*) Dieselben lassen uns der Fertigstellung des ganzen Werkes mit großem Interesse entgegensehen, sowohl wegen des Gegenstandes der Behandlung, als auch wegen der Behandlung des Gegenstandes. Das Buch lveist an der Hand genauer statistischer Zahlen die Betheiligung der evangelischen, katholischen und jüdischen Bevölkerung des Großherzogthums Baden im höheren Studium nach. Es thut dies in so nüchterner, sachlicher Weise, daß wir den uns vorliegenden Bogen nicht entnehmen können, welcher der drei EokEessionen der Verfasser angehört. Die hier veröffentlichten statistischen Angaben bestätigen die bei allen ähnlichen Untersuchungen constatirte Thatsache, daß die Israeliten das größte, die Evangelischen das zweitgrößte und die Katholiken das geringste Kontingent zu *) Der volle Titel lautet: Dr. Ludwig Cron; 6 lanbensbekenntnitz und höheres Studium. Aus den Akten Rr Universitäten Heidelberg und Freiburg und der Technischen Hochschule Karlsruhe. Heidelberg. Alfred Wolff'sche Buchhandlung. 1900. den dem höheren Studium Befliffenen stellen. Bon je 10,000 Einwohnern studirten in den Jahren 1889 bis 1893: bet den Evangelischen 13,34, den Katholiken 9,r>2 und den Israeliten 36,93. Im Bilde (2 mm für 1 Ganzes;! — -I Evangelische; I ^1 Katholiken: I I Israeliten.) Dieses Resultat, das mit dem aus ähnlichen statistischen Zusammenstellungen anderer Länder gewonnenen wesentlich übereinstimmt, ist es nicht, was uns zu den folgenden Bemerkungen veranlaßt. Vielmehr ist es die These, die der Verfaster zur Erklärung dieser Erscheinung vorausgeschickt, welche uns Beranlaffung gibt, dazu Stellung zu nehmen. Diese These lautet: „Das Glaubensbekenntniß begründet keine absolute Norm für den Studienzugang. Daß trotzdem Zusaminenhänge — und zwar sehr tiefgehende Zusammenhänge — zwischen beiden bestehen, soll damit nicht nur nicht geleugnet, sondern es soll hier schon ausgesprochen werden, daß ihre Wirkungen sich im Laufe unserer Untersuchung immer wieder zeigen werden. Aber die konfessionellen Beweggründe gleichen in der Tiefe verborgen liegenden Abrissen, deren Größen bei der Stabilität der religiösen Gedankenkreise als stetig gedacht werden muffen. Ausschlaggebend für das wechselvolle Bild des Studienzuganges sind daher in erster'Linie beweglichere Momente, als die konfeffionetten, und ihnen, den im wirthschaftlichen Ergehen liegenden Ordinaten, wird eiti großer Theil unserer Untersuchung sich widmen müssen, wenn wir für die verborgene Wirkung des konfessionellen Momentes einen Maßstab gewinnen wollen. Wir werden uns in einigen späteren Kapiteln damit befassen müssen." Weiterhin heißt es in diesem Sinne; „Der Glaube spielt eben im Studienzugange nur