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Der Israelit · 1900-12-13 · Heft 99 (13.12.1900) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 99 (13.12.1900)
Date
1900-12-13
Page
– (sequence 20)
Language
German
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3086 sorgen, daß es dem Herzog persönlich überreicht wird? fiiir Deinen Weg wirst Du dort belohnt werden." „Ich bin ja schon reichlich belohnt; sofort werde ich meine Früchte in die Bude bringen und diese schließen; in spätestens zclm Minuten bin ich auf dem Wege in den herzoglichen Palast." „Besten Dank, aber ich verlasse mich daraus, daß der Brief richtig besorgt wird." „Seid unbesorgt, Majestät, Euer Wunsch wird erfüllt." Lächelnd drückte der König der Marktschönen die Hand und verschwand so rasch, als er gekommen war. Die Dbitbändlerin brachte schleunigst ihre Körbe in die Bude zurück und als sie eben die zwei Kasten mit Feigen und Datteln in Sicherheit gebracht hatte, kam mir einem mächtigen Karren voll der schönsten Früchte der Gemüsehändler Gasgard ungefähren. Er galt als der getürchteste Nebenbuhler bei allen Berkäuferinnen. Wenn er feine schönen Früchte und Blumen mit seiner i dienen, sonoren Stimme zum Bertauf anbot, tonnte keine der vorübergehenden Damen dem verlockenden Angevvt widerstehen. Alles strömte dann zu ihm hin und die anderen Händlerinnen hatten das Nachsehen. Sie suchten ibm daher durch alle möglichen Chikane das Geschäft zu verleiden, vor Allem dadurch, daß sie jedes Plätzchen besetzten und Vorgaben, es sei kein Platz üir ibn da. Als daber Gasgard unsere Heldin die Korde in ibre Bude zurücktragen sah und gewahrte, wie sie im Begriffe sei. die Bude zu schließen, ries er idr döbnifch zu: ..Das iff aber schön von Dir, Lucia, daß Du mir >v Vereitnüllig Platz machst und Deinen Laden schließest, >eenn ich den meinigen öffnen will; jetzt habe ich den schönsten Platz auf dem Markte und kann direkt vor Deinem Stand den meiniqen auffdjiacien." / Das konnte die so Verspottete nicht über stch ergehen lasten. Wenn sich dieser abscheuliche Mensch bier auch nur einmal an dieser Stelle einnistete, so würde er daraus für morgen schon ein ganzes Privilegium herleiten und sie für alle Zeit von hier verdrängen. Glücklicherweise ging gerade eine alte, besrenndete Wäscherin mit einem schweren Korb voll Wäsche vorüber. „Würdet Ihr mir einen großen Gefallen thun; es soll Ener Schaden nicht sein. Bringt mir diesen Brief in das Schloß des Herzogs von Bragenza neben der großen Kathedrale und gebt den Brief womöglich selbst ab. Euern Korb laßt Ihr hier so lange bei mir sieben, Ihr werdet dort gut belohnet." Däne die Antwort abzuwarten half sie der schwer beladenen Greiün den Wäschekorb vom Kopse nehmen, gab ihr dann den Brief und diese beeilte sich, den Auftrag anszufiibrcn. Keuchend eilte sie in den Pallast und kam dort aihemlos mit dem Verlangen an, einen Brief dem Herzog persönlich abzugeben. Der Hausmeister warf eineu Blick auf den Brief, er trug die Schristzüge und das Siegel des Königs. Ehrfurchtsvoll führte er das schlecht gekleidete, nicht sehr reinliche, keuchende, alte Weib in den Empfangssaal des Herzogs, der zu der ungewöhnlichen Stunde ganz leer von Besuchern ivar. N'ach wenigen Augenblicken erschien der Herzog, ein junger Mann in den besten Jahren, von hoher Statur und blübendein Aussehen und fragte die Greisin naev ihrem Begehr. ..Ich soll Viesen Brief hier abgeben, meine Belohnung für die Besorgung würde ich hier erhalten." (Schluß folgt.) ■r Mnzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Schlaft der Inseratenannaftrne ist stets: wr dir ZNontagsnnmmer, Sonntag Früh 9 Uhr, für die Donnrrstagsnummer. Mittwoch Mittig IS Uhr. Aufrr Klatl gelangt rrgrimäftig Montag und Donnerstag in den Abendstunden sum Kerf-ndt. Weclamationrn wegen \n späte« Eintreffen» beliebe «an bei der betreffende« postanstalt ,u machen. Offerten auf Thilferannoncen werde» täglich, mit Ausnahme von Samstag and Sonntag, weiterbefördert. 'uür die beiden Filialen der fS israelitischen Gemeinde Cffcnburfl, Gengenbach und Haslach, wird mit dem Sitz in Gengenbach e. Religion^ lehrer, Vorsänger und Lchächter ges. DaS Firuni beträgt 6r»?»— 7M0 Mk., die Nebenverdienste können sich ungefähr aus 3U<> Mk. jährk. belaufen. Dieldungen sind bis l. Januar k. I. an den Unter zeichneten zu richten. (8623 Cffenburg (Waben), 4. Dez. Die Vezirko-Synagoge: T r. M. N a w i cz. ' ^te Lehrer-, Vorbeteru Schächterftekle in hieß Gemeinde ist alsbald neu zu besetz. Einkommen aus obigen Funktionen u. freier Wohnung ea. Mk. inan.— Ledige Be werber wollen baldigst ihre (besuche u. Zeugnisse an den llnlertertigten einreichen. Schia Habermann, EultuSvorstand, >8570 Trabelsdorf b. Bamberg. Mebqerlehrling per sofort gesucht. '0'rHiv geschloss. Bernhard Mayer, Mainz, Insel. 18648 i^in junger, jüd. Bäckerge v feile fud)t per 1. Januar oder spater Stelle auf kurze Zeit. Betr. ist geeignet Ge schüft zu kaufen, event. auch in ein solches einznheirathen. Wittwe nicht ausgeschlossen. Offerten unter M. 8657 an die Geschäftsst. dieses Blattes. antor u. Tchochet, Ausländer , mit von orthodoren Rabbinern sucht Stelle. Ctferten unter R. R. 8622 an die GeschäftSst. d. Bl. Junge. der die Brod u. Feinbäckerei erlernen will, zum baldigen Eintritt gesucht. (6663 L. Rosenthal, Bäckerei, Friedberg (Hessen). ^err oder auch leidende Dame ’V findet stille, angen- Pension in einem Luftko. a. Rh. Offerten unter Nr. 8638 an die Geschäftsstelle dss. Blattes.

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