Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 99 (13.12.1900)
- Date
- 1900-12-13
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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',#800°' für dasL^' ^örthodoxe MudenthumÄ 7^''ä mm mem 13. Dez 1900 ] lNr. 11 a Uönig und sein UUathgeber. -»- König Alfonso E. von Portugal hatte soeben seine Räthe versammelt, um mit ihnen die Absendung einer Gesandtschaft an den Papst Sixtus I V. zu berathen, welche zu dessen Thronbesteigung die Glückwünsche bes Königs überbringen sollte. Es wurde beschlossen, Lopo de Almeida und den Doktor Jrno Sezira als die Wortführer der Gesandtschaft zu ernennen und ihnen die nöthigen Instruktionen für diese Mission zu ertheilen. Die Sitzung war beendet und der König erhob sich von seinem Sitze als Zeichen, daß die Räthe entlassen seien. Beim Erheben bemerkte der König, daß noch die Geldmittel für die Geschenke und die ganze Gesandt schaft flüssig zu machen seien und daß der Verwalter der Finanzen, Don Jzchak Abarbanel, noch einen Augenblick länger verweilen möge, um das Erforderliche mit ihm zu berathen. Die Granden verneigten sich und verließen den Saal, in dem der König und sein Finanzminister allein zurückblieben. Als die Tritte der Räthe verhallt waren, sprach der König mit gedämpfter Stimme: „Wegen des erforderlichen Geldes wirst Du das Nöthige veranlassen: deßhalb wäre es nicht nöthig gewesen, Dich zurückzuhalten. Ich wollte Dich in einer anderen Angelegenheit um Deinen Rath fragen. Die übrigen Granden sind dabei mehr oder weniger interessirt, während Du als Jude unparteiisch bist. Ich möchte bessere Beziehungen, als bisher, mit dem spanischen Königshause anbahnen und halte für diesen Zweck eine Heirath der spanischen Prinzessin Jsabella mit meinem Vetter, dem Herzog Fermrndo von Braganza, als das beste Mittel. Wenn diese Verbindung Deinen Beifall bat, möchte ich, daß sie von dem neugewählten Papste angeregt werde und ich möchte, daß der Führer unserer Gesandtschaft diesen Wunsch dem Papste nabe legi. Von den anderen Granden gönnen viele dem Herzog dieses Glück nicht, deßhalb hat ihr Rath für mick) keinen Werth; was hältst Du davon?" Ton Jzchak Abarbanel war in Wirklichkeit in die »er Angelegenheit nicht der unparteiische Rathgeber, für welchen ihn sein König hielt. Er war überrascht von dem Ivetten politischen Blick, den sein königlicher Herr durch diese Anregung bekundete und hätte daher dem Vorschlag nur unbedingt zustimmen können. Aber das spanische Königshaus bekundete schon damals die feindliche Gesinnung gegen die Juden, die wenige Jahre später 0492) zu ihrer vollständigen Vertreibung aus Spanien führten. Er wollte daher keinen Rath ertheilen, der seinen den Juden leutselig gesinnten königlichen Herrn in so nahe Beziehungen zum spanischen Königshause bringen inußie. Er wollte aber auch nicht von einer Verbindung abrathen, die ans politischen und dynastischen Interessen so überaus rathsam war. Er war daher entschlossen, weder zunoch abzurathen, sondern der Sache so gut als möglich auszuweichen. „Majestät," begann er nach einigen Augenblicken Ueberlegung, „wollen zunächst meinen unbegrenzten Dank für das große Vertrauen hinnehmen, mit tvelcher