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Der Israelit · 1900-12-13 · Heft 99 (13.12.1900) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 99 (13.12.1900)
Date
1900-12-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WMWSMVWWNMUWWMMMWMWWWMIWMMMU-' ... 2077 einmal auch christliche Sommergäste treffen, wenn sie ihrer Persönlichkeit nach gewichtig auftreten können. Der junge Freiherr fürchtet nämlich sehr, durch Irgendjemanden, der etwas iü oder etwas hat, in den Schatten gestellt zu werden. Er wacht daher ängstlich darüber, daß sich kein Städter in seinem Revier ankaufen kann. Wo ein Bauerngut verkäuflich wird, erwirbt er es sofort, damit ja leine Villa daraus gemacht wird. Aus den vorstehenden Darstellungen ist ersichtlich, daß die ursprüngliche Mittheilung der „Franks. Zig." — eine rein sachliche und objektive Erzählung — vollständig richtig war. Vielleicht interesiirt es die Gewährsmänner des „Frank. Kur." auch zu hören, welche sozialen Stellungen die Juden, die nicht hineindurften, einnehmen. Es waren Fabrikdirektoren, Fabrikbesitzer, Großkauflcute etc., durchweg in weiteren Kreisen hochangesehene Leute und Familien. Privatim wollte man glauben machen, Frhr. v. Cramer-Klett sei um die fragliche Zeit gar nicht in Hohenaschau gewesen. Das thäte gar nichts zur Sache, wenn es so wäre. Aber auch das ist nicht so. Er war in Hohenaschau. Michelstadt, HO. Dez. Eine seltene Auszeichnung wurde dem seit Ende Oktober in den Ruhestand getretenen Herrn Lehrer G o t t s ch a l k dahier zu Theil. In ehrender Anerkennung seiner langjährigen pslichtgetreuen Dienste wurde ihm am Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit, des Großherzogs von Hessen, der Verdienstorden „Philipp des Großmüthigen" verliehen. Möge der Orden noch lange Jahre die Brust des wackeren Jugenderziehers schmücken. F. Oesterr. -Ung. Monarchie. Wien, im Dez. lD i e Juden i m K a u - k a s u s.) Anläßlich des Todes des General-Gouverneurs von Warschau, Fürsten Bagration-Jmeritinsky, war auf die jüdische Abkunft der Familie Bagration bingewiesen worden. Mit Bezug aus diese Mittheilung wird der „Neuen Freien Presse" geschrieben: „Es gibt im Kaukasus keine Regenten-Familie, die nicht den König David zu ihrem Ahnherrn zählen wollte. Historisch beglaubigt ist, daß die Juden vor mehr als zweiundeinhalb Jahrtausenden nach dem Kaukasus kamen. Nachdem der assyrische König Tiglat-Pileser das israelitische Nordreich niedergetvorfen hatte, expatriirte er nach der Kriegssitte der damaligen Zeit die Besiegten nach dem Kaukasus, der zum assyrischen Reiche gehörte. Durch Zuzug aus Babylon und später aus Palästina wurde die Zahl der im Kaukasus lebenden Juden stetig vermehrt, und ihr Ansehen wurde ganz außerordentlich, als mehrere der autochthonen Völkerschaften, darunter die mächtigen Chazaren, den jüdischen Glauben annahmen. Als der Islam aus seinem Eroberungszuge auch nach dem Kaukasus kam, fielen die bekehrten Völkerschaften vom Judenthum ab, mit ihnen auch ein Theil der jüd. Stämme, um dann — nach der Eroberung durch die Russen — sich dem orthodoxen Christenthum zuzuwenden. Die Osseten, Tschetschenzen, Zacchuren, Mingrelier gelten als Abkömmlinge der Juden, und ihre mediatisirten Fürsten nehmen in Rußland Fürstenrang ein. Die Fürsten von Mingrelien führen den Titel Dadian, welcher ihre beanspruchte Abstammung vom König David bedeuten soll. Ein Dadian von Mingrelien war russischer Kandidat für den bulgarischen Fürstenthron nach der Vertreibung Alexanders von Battenberg. Die Familie der Bagratuni (woraus der Rame Bagration entstand) wird schon vom Historiker Moses von Chorone als eine der angesehensten jüdischen Familien des Kaukasus in den Jahrhunderten vor Anfang der gew. Z. erwähnt. Wie vielleicht wenig bekannt ist und bei dieser Gelegenheit erwähnt sei, gibt es im Kaukasus ca. 70,000 Juden, die sogenannten „Bergjuden," welche in ihren Sitten und Gebräuchen und ihrem kriegerischen Gehaben ganz gleich sind den christlichen und mohammedanischen Tscherkeffen. Einer dieser Bergjuden, Mamre mit Namen, ist viel besungen als Heldengenosse Schamyl's, der den Russen so viel zu schaffen machte." Rußland. Sosnowiee (Russ.-Polen). Vom 1. Januar 1.901 ab wird hier für den Grenz- und Industrie-Bezirk, der von ca. 40,000 Juden bewohnt ist, eine täglich erscheinende Zeitung in deutscher Sprache mit jüdischen Lettern erscheinen. Literarische Notiz. Unter Bezugnahme auf die Artikel des Herrn Rabbiner Fink aus Wien in diesen Blättern dürfte die Mittheilung von Interesse sein, daß Herr Rabbiner Dr. Salomon Bamberger aus Aschaffenburg einen auf Grund seiner Erfahrung in der unterrichtlichen Thätigkeit verfaßten spstematischen „Lehrgang der hebräischen Sprach e," der im Wesentlichen mit den von großem pädagogischem Wissen und Verständniß zeugenden Vorschlägen des Herrn Rabbiner Dr. Fink übereinstimmt, bereits entworfen hat. Derselbe wird in der nächsten Zeit erscheinen und verspricht, wie Einsender dieses durch persönliche Einsichtnahme überzeugt ist, eine wesentliche Umgestaltung und Verbesserung des hebräischen Sprachunterrichts nach den neuesten Forderungen der Pädagogik. Briefkasten der Redaetion. B. W. in Karlsruhe: ^arg's Kalodont. ein bekanntes Zahnpasta. benutzt, znm Reinigen der Zähne und a >ch der Schleimhäute des Mundes und des Zabnstei'chcS, enthalt unter cnderem Glvcerin. Das Glycerin wird gewonnen durch Destillation von A rtalloxvden mit Fetten und Oelen und ist al« solches zum innerlichen Eebrnch nicht anwendbar folgerichtig, also auch nicht die Zabnpasta da sich eine Aufnahme derselben durch die Schleimhäute in dlN Magen wohl kaum vermeiden läßt.

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