Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 99 (13.12.1900)
- Date
- 1900-12-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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41. Jatzrgang. M »S Der Israelit Aentrat-Hrgan für das orlhodore IudentHum. Begründet von Dr. ft^munn in Unitt}. Donnerstag, den 13. Dezemder 5661 (1900). Leitender Artikel. PDkPgischc KgrKlWk« beim Sdjciuc ki KhlIMlklllW-t. Bon Nab. Dr. Max Beermann Iuste > burg. Das sreunoliche Tempelweihefest ist nun wieder bei uns eingezogen und sein alle Zerstreuten Israels umspannender Lichtring weckt in unserem Herzen eine verbeipungsreiche Lichtsaat, weiht unsre Gedanken, läriiert unser Empfinden, kräftigt unsere Hoffnung, stallt unsere Entschließung. Durch die Lichtbrücke, welche die Chanukamenvra zwischen der glorreichen Vergangenheit c-rr e*e'e und der trüberen Gegenwart ,17,-7 ,*c t r beim Erstrahlen der Kerzen schlägt, entweichen die Wolken banger Sorge von unserm Gemüth, und die heiligen Bilder unseres Festes werden wieder lebendig und reden zu uns in niachtvoller, vernehmlicher Sprache. Tiefergriffen lesen wir am Sabbat Chanuka in der heiligen Thora von der gnadenvollen Gotteswaltung, die den tugendhaften Joseph aus dem Dunkel des Verließes zur goldigen Freiheitssonne geführt und rühuren mit ihm den Ewigen, der die Finsterniß bewältigt, “trrS cir p “i“ pp -n und begreifen es wohl, wenn der Midrasch den erlösten Frommen ausrusen läßt: rs's', isS 2 7 „Er führt mich zum Lichte, ich schaue Sein Heil." Und wie hier der Allgütige den Einzelnen mit den Strahlenfluthen seines Heiles krönt, so wird in der Hafthora die huldreiche Wiedererweckung einer ganzen Nation mit der vollen Eindringlichkeit prophetischer Sprachgewalt veranschaulicht, und vor unfern staunenden Augen Israel aus der Nacht leidensreicher Gottentfremdung zur Morgenröthe beseligender Gottesnähe geleitet. Vom Scheine der Menora erhebt sich das jüdische Volk verjüngt zu muthigem Wirken im Dienste seines Gottes. Denn was in jenem Prophetenabschnitt Secharja erlebt, den die Strahlen des heil. Leuchters aus dem Schlafe aufstören, ist nur ein Gleichniß für die jüdische Gesammtbcit und ihre durch die Lichtgewalt der Lehre bewirkte Neubelebung. Zu dem vorbildlichen Ereigniß aus dein Leben des Ahnen und der sinnvollen Allegorie des gottentslammten Sehers fügt unser Fest die geschichtliche Bewährung. Als der syrische Zwingherr das Zerrbild griechischer Bildung den Juden aufdröngen wollte, und das winzige Häuflein der Gottgetreuen zu siegreichem Kampfe sich erhoben hatte, wirkte da nicht wieder der Geist des befreienden Gottes, der den Nebel der Nvth vor dem Licht der Rettung scheucht? War damals nicht wieder die Strahlenkraft des Thoralichtes mächtig, die gesunkene Gemeinde zu neuem Leben zu erwecken? Allein so schön und so erhebend das Bewußtsein von der Erlösergüte Gottes und der siegreichen Kraft seiner Lehre ist — und beides spricht klar genug aus den Hasmonäerkämpfen — die Predigt unseres Festes beschränkt sich nicht aus diesen Gedanken. Neben der Alles lenkenden göttlichen Vorsehung, neben dem opferwilligen Gottvertrauen der wackeren Makkabäerkämpen, neben den unvergeßlichen Heldenthaten des löwenherzigen Juda und neben der weitausschauenden Klugheit des weltgewandten Simon bleibt der priesterliche Greis unvergessen, der solche Söhne für die Altäre seines Gottes herangebildet und in entarteter Zeit das Licht des Glaubens im Herzen der Seinen auf's Neue zu entfachen vermochte. Geflissentlich schildert die ehrwürdige Urkunde, der wir die getreue Darstellung jener weltgeschichtlichen Großthaten verdanken, den heiligen Eifer und die unermüdlche Sorgfalt des Mathatias, der die in ihm lodernde Glut religiöser Begeisterung auch im Gemüihe seiner Kinder zu entfalten wußte. Es ist. als wollte das Buch alles Herrliche und Rühmenswertste, was nachmals die Söhne zum Segen