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Der Israelit · 1900-10-18 · Heft 82-83 (18.10.1900) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 82-83 (18.10.1900)
Date
1900-10-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1686 lnng ivii^de dem Einspruch Folge gegeben. Gegen dieses lreiSgerichtliche Erkenntnis; führte nun die Staatsanwaltschaft Beschwerde an das Oberlandesgcriäit. ivelcheS der Beschwerde Folge gab und das kreisgerichtliche Ertenntniß dahin abänderte, daß es die ConsiSeation bestätigte. In den Gründen der interessanten Entscheidung heißt eS: Der Beschwerde der Staatsanwaltschaft war Folge zu geben, weil der in Rede stehende Aufruf im Widersvruche mit dem jedem redlichen Geschäftsverkehre gebührenden Schuhe zweifellos auf die materielle Schädigung der Gewerbetreibenden anderer Nationalität und Religion, somit aut Feindseligkeiten gegen dieselben abzielt und hiermit den Thatbestand des im Paragraphen 802 St.-G. bezeichneten Vergehens gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung begründet. Wien. Die „Staatsb.-Ztg." berichtet: An der rechtsu. staatswissenschaftlichen Falkultät der Wiener Universität lesen im bevorstehenden Winterhalbjahre nachstehende jüdische Professoren: über österreichisches Privatrecht die Professoren Schey, Strisover, Menzel und Dr. Ehrenzweig; über deutsches u. römisches Recht Professor Adler und Dr. Pineles; über Strafrecht Professor Friedmann und Dr. Löffler; über Handelsrecht Hofrath Grünhut; über Gewerberecht Professor Tezner. früher Tänzeles; über Volkswirthschaftslehre neben Professor von Philipovich Professor Grünberg, Dr. Feilbogen, Dr. Landesberger, Dr. Schiff, Dr. Singer- Sieghart; über Statistik Professor Isidor Singer. Der Civilprozessualist Pollak liest nicht; wohl aber liest über Verfahren außer Streitsachen Professor Friedmann. Budapest, 12. Okt. „Pesti Hirlap" schrieb vor einigen Wochen: Die große Anzahl geschloffener Geschäfte zeigt in Pest, daß die großen jüdischen Feiertage begonnen haben. Die jüdischen Feiertage zeigen sich in Pest auf jede Weise, aber besonders durch die vielen Bethäuser, vor denen ein reges Leben herrscht. Zum Neujahrsfeste werden in unserer Hauptstadt an 153 Stellen Gottesdienste gehalten. Freilich ist der größte Theil dieser Bethäuser nur auf die Dauer der Feiertage errichtet und nach deren Verlauf werden sie wieder zu Gewölben umgestaltet. „Egyenlöseg" erwähnt gleichfalls diese Bethäuser und bringt sogar statistische Daten darüber, aus denen hervorgeht, daß Heuer 19 Bethäuser mehr errichtet worden sind, als im vorigen Jahre. Derselbe erwähnt ferner, daß die Pester jüdische Gemeinde ) ie Armen kaum in deni Muße werde unterstützen können, wie sie es sonst gethan hat, denn die Zahl der Juden, die höhere Beiträge zu geben pflegen, vermindere sich von Tag zu Tag, während die Zahl der armen Juden täglich zunehme. Das „Sieb. Dtsch. Tagbl." erwähnt noch, daß in einzelnen Klassen der Gymnasien der Unterricht der vielen jüdischen Schüler wegen ausgesetzt werden mußte. vermischtes Stuttgart. Sr. Maj. Kaiser Wilhcun II. hat dem Kommerzienrath Alex v. Pflaum, hier, den Kronenorden H. Klaffe verliehen: — Das evang. Konsistorium hat die ihm unterstellten Sck,ulstellen in Braunsbach dem Unterlehrer Oberndorfer in Laupheim und die kn Oberhäuten dem Ämtöverweser Pollack daselbst definitiv übertragen. Briefkasten der Redaetion. H. M. in Lötzen: Wenden Sie sich an Herrn Alfred Geiger, Frankfurt a. Main, LcerbachsNatze 29. Briefkasten der Expedition. Auskunftsbureau Frankfurt a. M: Der „Israelit" wird Montags u. Donnerstags in den Mittagsstunden gedruckt und gelangt zwischen 5 u. 8 Uhr Abends zum Bersauvt. S. W. in O.: Betrag empfangen. A. O. G.: M. 8. - für bemüh en Zweck crhulten. C. B., Wttbg.: Bitte mitzutheilen, für was gesandte M. 3.— bestimmt, da Sie dies nicht angegeben Halen. Auszeichnung. Auf der Obstausstellung in Bremen erzielte die Israelitische Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover drei erste Preise und zwar: 1. für die beste Sammlung vo hochstämmigen Obstbäumen; 2. für die beste Sammlung gut gezogener Zwergobstbäume und 3. für die beste und zweckmäßigste Vorführung von Obstbäumen und Fruchtsträuchern. Das von Herrn Dr. Adolph Kohut im Verlag des Herrn A. H. Payne in Leipzig herausgegebene Werk: „Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit" verdient nach jeder Richtung hin die größte Anerkennung und die allgemeinste Verbreitung Es ist ein bedeutendes Werk, das der Welk die Augen öffnet über das, was Juden und Jüdinnen auf allen Gebieten der Wissenschaft, riteralur, Kunst. Philosophie, des Welthandels, deS Gewerbes und Industrie geleistet haben. Ein großes Stück Weltgeschichte zieht hieran unserem Geiste vorüber und manche Lücke des Wissens wird durch dieses Buch ausgefüllt. Das Werk hat aber auch eine kulturgeschichtliche Bedeutung und ist berufen, endlich einmal die Lästerzunge verstummen zu machen, die da glaubt, die jüdische Geschichte zu kennen, wenn sie die Juden begeifert. In diesem Werk wird aller Welt klar und deutli h nachgewiesen, daß, sowie der Jude sich nach seiner eigenthümlichen psychischen und physischer. Anlage überall acclimatisirt, ebenso auch der jüdische Geist in der ganzen Welt und auf allen Gebieten geistiger und moralischer Thätigkeit BedeulendeS zu leisten im Stande ist. Darum soll das Buch an erster Stelle an Nichtjuden empfohlen sein, damit die Vorurtheile schwinden und an deren Stelle gerechte Anerkennung trete. Meinen Glaubensgenossen vor allen den jüdischen Familienvätern möchte ich iathen, in k em Buche mit allen l’Utgliebcrn der Familie jede Woche ein Kapitel zu studiren und den Inhalt sich einzuprägen. Dann sammelt man sich Rüstzeuge gegen etwaige ungerechte Angriffe von außen, aber auch Mut, Hoffnung, Zuv-rsicht und Vertrauen auf bessere Zeiten werden in die zu leicht verbitterte Seele einztehen. Möge dieses bedeutende Werk zur Aufklärung, zur Belehrung, aber auch zur Versöhnung der aufgeregten Geister und beunruhigten Gemüter beitragen. Köln, am Rüsttage des Versöhnungsrages 5661 (1900 . Dr. Frank, Rabbiner der Synagogen-Gemeinde.

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