Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 98 (10.12.1900)
- Date
- 1900-12-10
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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2062 zusammenhängenden Erregung de)' Nerven. bei dem iuiileivii mag .sie liegen an einer Lberfiillung des Magens und des Darmes mil unverdauten Speiseresten oder umgekehrt an einer infolge mangelhafter Nahrungszutühr schnell eintret enden Leere des Magens und einem damit einht'igeilenden Hungergefühle, das den Schlaf verscheucht. ln solchen Fällen seine Zuflucht zu Schlafmitteln zu nehmen, ist keinesfalls zulässig, da sie dem Organismus mehr Schaden als Nutzen bringen und leicht eine Oewöhmmg herbei führen, so dass man zu immer grösseren Dosen greifen muss. Luser Augenmerk sei vielmehr darauf gerichtet, durch allgemeine und diätetische Mussnahmen hier Abhilfe zu schaffen. In allen Fällen von Schlaflosigkeit Magenkranker. sie mag aus welcher Ursache immer entstehen, erweist es sich als zweckdienlich, wenn die Mahlzeiten mindestens Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden und nach denselben, am besten kurz bevor man zu Bette neht. für die Dauer von etwa U- Stunde eine ausgiebige Bewegunggemarkt wird, damit ein Iviihebedürfnis eintrete. Wie mir vollem .Manen gehe man auch mit vollem 1 barme nicht zu Bette. Fs ist stets für eine genügende Darmentleerumr Sorge zu tragen, da längere Zurückhaltung der Fothmassen eine Steigerung der Körpertemperatur, eine (Gereiztheit der Nerven und andere unangenehme Fmplindungen zur Folge hat. die den Schlaf stören. Zu einer Beruhigung der Nerven n agen kalte Abwaschungen des (»berkörpers. feuchtkalte Umschläge um den Leib, ein Trunk frischen Wassers nicht unwesentlich bei. Nicht minder wichtig ist es. der Beschaffenheit des Schlafzimmers und Bettes einige Aufmerksamkeit ziizii wendeu. Das Schlafzimmer >ei lufttA. eher kalt als zu warnt und werde darum öfters während des Taues gelüftet; das Bett sri weder zu hurt noch zu wrir]). dir Lberdecke nicht zu schwer tutd nicht zu warm, ln jenen Fällen, in denen die Schlaflosigkeit sich i als die Folge eines nagenden Hungergefühls | dai stellt. Meint nichts anderes übrig, als die Nalirungszutülir zu vermehren und nie ganz hungrig, mit leerem Magen das Bett aufzusuchen; ein während der Nacht auftretendes Hungergefühl ist zu befriedigen. Wir finden es gar! nicht so selten, dass Magenleidende während der Nachtzeit sich gezwungen sehen. Nahrung j zu sich zu nehmen, da ein quälendes Hungerj gvfiih! sie nicht schlafen lässt. j Mit der Pflege des Körpers, welche die j Wohlfahrt und Krhaltung' der Leibeskräfte allst rebl, muss unbedingt auch eine. Erstarkung ' des moralischgeistigen Willens einher,gehen. Fii> Magenkranker muss in der Tliat seine ganze moralische Kraft, seine ganze Selbstbeherrschung und Fnergie in den Dienst des Körpers stellen, um den mannigfachen und verschiedenartigen Anforderungen, welche Von der Hygiene an ihn gerichtetwerden und oft grosse Opfer erheischen, gerecht zu werden. Fr muss vor Allem wie in Speise und Trank so auch in seinem seelischen Leben Massigkeit üben und sich zur Massigkeit zwingen. Fr sei darauf bedacht, seine sinnlichen Leidenschaften zu zähmen und die Erregungen seines Uemiithes wie Trauer und Zorn niedorzuiialteii. Nervöse Erregungen sind ja. da die Funktionen des Magens so sehr unter der Herrschaft der Nerven stehen, in erster Linie dazu angethan. die Thätigkeit des Magens ungünstig zu beeinflussen. Man weiss ja. dass eine frohe, heitere Oemiitbsstimmuug die angenehmste Würze des Maliles bildet, während Arger. Zorn und Kummer den Appetit unterdrücken und einem die Lust zum Essen rauben. Dass dies bei Magenkranken, deren Nahrungsaufnahme ohnedies eine beschränkte ist, doppelt schwer ins Oe wicht fällt, ist selbstverständlich Fs erscheint darum doppelt geboten, dass sie sich vor heftigen Ocmüthsatiekten in acht nehmen, ihre Seele vor leidenschaftlichen Erregungen bewahren. Ja. nur wer wie ein Weiser lebt, nicht nur enthaltsam in Speise und Trank sondern awh bemeisternd seine Seelensiimnmng, k;um seinen Körper vor Krankheit schützen und, wenn erkrankt . eine Besserung und Heilung seines Leidens herb ei führen. ■Dermtjcbtes. ■ihMttlirt). frier Wurde vor einigen Tugen derWigarren DbrLait; frerr <v v i fr e p zum Mitgtiede des Ltadtralbs gewählt. 0>3 ift dies in unterer otabt der erste Fall, das; ein iiibijdjec Burger zu biefem (ybvenüoften aelannt unb gewin zum grötzien THeile auf bie allgemeine Beliebtheit und Achtung zurüJzuführen, deren sich der detrenende Her nicht nur bei seinen zahlreichen Arbeitern, sondern auch bei allen schichten der hiesigen Bevölkerung erfreut. Krakau. Ter hiesige städtische Gemeinderath hat be^ schlossen, dem jüdischen Bersorgungshause eine Spende im Betrage von fl. 10,000 z,,zuweilen. Berichtigung. Alt Ar. Seile -uug, .Seite 0, mus; es Trauung statt Trennung heitzen. Briefkasten ver Expedition V. X in B. Lum,fa„gen. Spenden bezüglich des Hlegrninin in Ar-!0 nehmen wir entgegen. 2l. L. in Maiuberuherm: Mk. empfange».