Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 80-81 (4.10.1900)
- Date
- 1900-10-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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4i. Jahrgang, JUSO & 81. Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das orthodoxe ZudenLHum. Begründet von Dr. in fötainf. Donnerstag, den 4* Oetover 5(»6I (1S00). Unsere nächste Nummer, wiederum eine Dappelnnmmer, erscheint des Sukkothfestes wegen Donnerstag, 18. Oktober. Leitender Artikel. - ck Siiiiitiilii rrlokiifr «rmiir. Giw Vttrchtrrnlr jhiii ^Hkstk. Von Rabb. Dr. Daniel Fink, Wien. spy: aman mss *nn pymc pjrx*n ara 22b annpm B'o' nyaty pbx»»Rannen *rn: -a-iyi rray py „Ihr sollt am ersten Tage eine. Frucht vom Baume Hadar, einen Palmenzweig, Myrthenzweige und Bachweiden nehmen und so euch freuen im Angesichte des Ewigen, eures Gottes, sieben Tage lang." Wenn wir die an dieses Gebot geknüpfte Aufforderung hören, die Aufforderung nämlich, uns sieben Tage lang im Angesichte Gottes zu freuen, so gewinnt es fast den Anschein, als wollte unsere Religion uns in einen Bereich, der ihr feindlich gegeniibersteht, mit eigenen .Händen führen. Es ist nicht zu leugnen, daß in weitesten Kreisen die Ansicht verbreitet ist, Religion und Freude seien feindliche, unversöhnliche Gegensätze. Wer es mit der Religion hält, der müsse ebNlaus des Lebens Freuden verzichten. Dieser Meinung gerade ist es zuzuschreiben, daß in unseren Tagen so viele Israeliten ihrer Religion den Rücken kehren. Angeblich vor die Wahl gestellt, sich entweder für ^ie-Lsligioy, zu entscheiden, oder aus die Welt und ihre Freuden zu verzichten, kann ihnen die Wahl nicht schwer fallen, nach der Freude zu greifen. Steht doch der Mensch bei die er Entscheidung mit denjenigen Grundsätzen im Einkll rge, die ihln auch sonst im Leben maßgebend find. Nach alter Gewohnheit zieht er das Greifbare — dem Fernliegenden, das Angenehine — dem Edlen vor. Unbekümmert um unser vorschnelles Urtheil, geht die Religion ihre eigenen Wege. Folgen wir einmal im Geiste ihren Pfaden. Wohl ist es als unbestreitbar zuzugeben, daß die Freude das Lebenselement bildet, nach ivelchem die gesummte Natur aus allen Kräften strebt. Schon ein einziger Blick in die äußere Welt kann uns davon überzeugen. Wäre nur das Nützliche die Eudabsicht der Schöpfung, dann bildete nur der Herbst mit seinen Erträgnissen ihre einzige wohlgelangene Leistung, alles andere dagegen eine verfehlte Anstrengung. Thatsächlich jedoch pflegt die Natur auch die übrigen Jahreszeiten mit derselben Sorgfalt. Mag auch das Nützliche den letzten Endzweck ihrer Arbeit bilden, den Weg dazu schmückt sie uns mit Blumen und Kränzen. Wie bedeutsam und vorbildlich für den Menschen! Jedes Wesen in der weiten Natur lechzt nach dem goldenen Strahl der Freude, sollten wir ihn verschmähen'? Dieser Ansicht waren teineslvegs unsere Weisen, die da lehrten: baa nx: pp *ai* vrxn xb w isix nvbx;z v"i x-on ■>:v2t£>b xbx 1X122 xb am lysa xba> pansa jm ’O'un byivi .2V12 xbv» ansnxty pn lrx vtp niamrS mix'ia; ■ox'i Rb. Simeon b. Eleasar lehrt: „Noch nie sah ich den Hirsch herbsten, den Löwen Lasten schleppen, den Fuchs Handel treiben; dennoch ernähren sie sich ohne Kummer, wiewohl sie eigentlich nur für meine Dienste erschaffen worden. Ich nun gar, der dein Schöpfer zu dienen berufen, sollte nicht ein um so größeres Recht haben, ohne Dual und Noth zu leben?" Es ist daher ganz vergeblich, diesen tiefgewurzelten Trieb nach Freude einfach zu übersehen, oder zu umgehen. Sagt doch schon das Sprüchwort: Treibst Du die Natur auch mit der Heugabel aus, sie kommt dennoch immer ivieder. Allein darin zeigt sich gerade der Segen und die einzige Bedeutung der Religion, daß sie den Menschen