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Der Israelit · 1900-10-01 · Heft 79 (1.10.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 79 (1.10.1900)
Date
1900-10-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. M79. Ier Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthurn. Begründet von Dehnrann in Mainz Montag, den 1. Oetober 5661(1900). Leitender A r t i k e l. Dir Freie Duktil»»»- ßt die Interesse» des «tthidore» Ildrntlinins. Eine Beleuchtung ihrer Aufgabe und seitherigen Wirksamkeit von Justizrath Dr. N. Hirsch, Frankfurt am Main. Im September 1885 (Tischri 5646) erließ der unvergeßliche, hochverehrte Rabbiner Samson Raphael Hirsch s. A. seine Aufforderung zur Bildung einer „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums." Dieser Aufruf wurde in weiten Kreisen Gleichgesinnter freudigst begrüßt. Am 22. Juni 1886 fand zu Frankfurt a. M. die den Verein constituirende Versammlung statt, in welcher zugleich die Statuten berathen und angenommen wurden. Am 31. Dezember 1888 (27. Tebeth 5649) erlitt der Verein in dem Hinkenden seines Begründers und Führers einen schweren rlust. Aber unterstützt und gefördert durch das leuc nde Vorbild, das er der Ver-- einigung gegeben, und r. ..cchdrungen von der hohen Bedeutsamkeit des Vereins insbesondere in unserer Zeit, blieb die Vereinsleitung unausgesetzt bestrebt, im Sinne des Begründers des Vereins den Aufgaben desselben gerecht zu werden und seine Leistungsfähigkeit hingebungsvoll und nach Kräften zu fördern. Die Freie Vereinigung ist „für die Interessen des gesetzestreuen Judenthum's", zu deren Wahrung und Förderung in's Leben gerufen worden. Die „Interessen des gesetzestreuen Judenthums" aber umfassen das gesummte jüdische Pflichtleb'.n. Die „Freie Vereinigung" hat sich daher nicht etwa nur der Förderung eines einzelnen Zwecks aus dem weiten Gebiete des jüdischen Pflichtlebens zur Aufgabe gestellt; — ihr Ziel ist vielmehr: „durch gemeinsames Zusammenwirken Gleichgesinnter die Lösung und Verwirklichung der Aufgaben zu fördern, welche das gesetzestreue Judenthum seinen Bekennern in Erkenntniß und Erfüllung stellt." Der Verein will somit nach besten Kräften dazu beitragen, die Erfüllung der von unserer heiligen Lehre uns gestellten Pflichten aus allen Gebieten des religiösen Lebens zu fördern und er möchte diese, im Hinblick auf die nach der besonderen Zeitlage der Gegenwart sich eigenartig gestalteten Bedürfnisse und Aufgaben des gesetzestreuen Judenthums besonders wünschenswerthe Förderung auf dem Wege einer freien, durch die Gemeinsamkeit der Ileberzeugung und des Strebens getragenen Vereinigung aller, den Grundsätzen des überli^prten gesetzestreuen Judenthums anhängenden Gesinnungsgenossen erstreben. — Als erste und bedeutsamste Vorbedingung für die Erreichung dieses Zieles erkennt die Vereinigung „die Fürsorge für die Verbreitung der Kenntniß der jüdischen Pflichten-Lehre und die Pflege ächtjüdischer Bildung Hand in Hand mit ächter allgemeiner Bildung durch Lehre und Erziehung." Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, läßt die „Freie Vereinigung" seit ihrer Gründung sich insbesondere stets als wichtige Aufgabe angelegen.fein: „die Unterstützung würdiger und geeigneter Personen in der Ausbildung für den Rabbiner- und Lehrerberuf durch Gewährung von Stipendien;" „die Unterstützung jüdischer, gesetzestreu geleiteter Schulen für die Jugend und Lehranstalten für Erwachsene, sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer an denselben;" „die Förderung der Herausgabe geeigneter Schriften zur Verbreitung richtiger Kenntnisse über das Wesen des Judenthums und die jüdische Pflichtenlehre."

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