Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 78 (27.9.1900)
- Date
- 1900-09-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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41. Jahrgang. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Vr. Xtftmattn in Mslnr Donner st ag, den 27. September 5001 (1900). Da mit dem 1. Oetober 1900 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir mrs, die ge- VW^M ehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1900 eingetragen unter Nr. 3803. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel. Die jüdischen hohen Feiertage. Mainz, 26. Sepi. 11 iiter diesen; Titel bringt eine Sonntagsausgabe der „Rölnischeu Zeitung" einen längeren Aufsatz, der sich von den an dieser Stelle kürzlich gewürdigten Betrachtungen desselben Blattes „lieber die jüdischen Speisegesetze" vortheilhaft unterscheidet. Wenn das angesehene Blatt in dieser Weise fortfährt, über jüdische, interne Anliegen zu berichten, so gelingt es dem Berichterstatter vielleicht noch, die Objectrvität und Zuoerläfsigkeit sich mit der Zeit anzueignen, die für Darstellungen dieser Art unerläßlich sind. Ans dem Wege dazu scheint er zu sein. Wenigstens tritt die tendenziöse subjective Auffassung des Verfassers in dem vorliegenden Artikel weniger prononcirt in den Vordergrund, als dies früher der Fall lvar. Wir lasten daher den Aufsatz hier folgen, obwohl er außer verschiedenen Unrichtigkeiten und schiefen Aul ungen. für jüdische Leser nichts Neues enthält. « bietet aber immerhin ein Interesse auch für den jüd 'en Leser, einmal zu sehen, wie sich seine Feste in ein 'lnschauung ausnehmen, die sich von denselben emanct t hat. Noch wichtiger aber ist die Richtigstellung d Jrrthümer eines Aufsatzes, der in erster Reihe für tm großes, nichtjüdisches Lesepublikum bestimmt ist. „Man sagt von den Engländern," so beginnen die vorliegenden Ausführungen, „sie verständen keine Festtage zu feiern; von den Deutschen, sie verständen Nationalfesie nicht zn spi^n. Ein frommer Jude wird vielleicht nicht Jedem sagen, aber sicher denken, daß religiöse Feste nur er zu begehen verstehe. In der That wissen die Juden ihren religiösen Festen eine ganz besondere Weihe zu geben, dem allwöchentlichen Sabbat nicht minder, als den nur einmal im Jahre gefeierten Festen, und gar den „hohen" Festtagen, die auch die „gefürchteten," soll heißen, die Ehrfurcht einflößenden genannt werden. Das Hauptgeheimniß dieser besonderen Weihe besteht darin, daß das Fest mit dem Abend beginnt, und daß eine strenge Enthaltung von jeder Arbeit, selbst zum Vergnügen, vorgeschrieben ist, sodaß im Vergleich zum jüdischen Sabbat sogar der englische Sonntag ein geräuschvoller Werktag zu sein scheint. Dazu kommen noch die uralte Ueberlieferung und allerlei undefinirbare Umstände, auf die einzugehen zu weit führen würde.') Die Juden feiern nicht die Festtage, wie sie fallen.* 1 2) Streng geregelt, werden sie seit Jahrtausenden an den vor so langer Zeit bereits festgesetzten Tagen, allerdings des — Mondkalenders, gefeiert. Der Sabbat ist der siebente Tag der Woche, an dem Gott nach den Schöpfungstagen ausgeruht hat,'') und kann also nach jüdischen Begriffen nur an diesem Tage gefeiert werden. Wie viele Vernunft-, ja im besten Sinne religions- 1) Unter diesen undefinirten Umstanden nimmt der göttliche Ursprung dieser Feüe den ersten Rang ein. jeden falls einen weit wichtigeren als der Umstand, daß die jüd. Feste mit dem Abend beginnen, da die jüdischen Feste diese Eigenthümlichkeit mit vielen, außerjüdischen tbeilen. 2) Dieser Satz ist uns unverständlich. Daß Gott am siebenten Tag ausgeruht hat, hören wir hier zum ersten Male. Nach der Bibel hat er geruht, d. h., das Werk der Schöpfung hat mit vem Sabbat seinen Abschluß gesunden.