Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 76-77 (20.9.1900)
- Date
- 1900-09-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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welches ain Dienstag unter immenser Vetheilignng von Glaubensgenossen ans beiden hiesigen, sowie vielen sremden Israel. Gemeinden stattsand, sei mitgetheilt, daß an Stelle des verreisten Bürgermeisters der Bürgermeister-Stellvertreter K u m l i k und Stadthauptmann K u t s e r a sowohl im Trauerhause, als im israel. Alterversorgungshause erschienen waren. Die Bahre wurde nämlich nicht direkt zum Friedhofe geleitet, sondern vorher in dieser von I. Wolf vor sechs Jahren gegründeten Wohlthätigkeiisanstalt, welche sich in dem nach dem Stifter benannten Hause (Maria Theresiastraße Nr. 50) befindet, abgehoben und in den Hofgarten vor eine schwarzdrapirte Estrade hingestellt, um welche die 26 greisen Pfleglinge dieses Altenheims gruppirt waren. Hier hielt nun zunächst Subrabbiner Ehrw. L. Fried mann eine ergreifende Todtenllage namens der Gemeinde um den Verewigten, den er mit einer Palme verglich, die, so lange sie wächst, grünt und blüht, stets Früchte und Labung spendet, nun aber gefällt, nur sehr langsam ersetzenden Nachwuchs findet. Hierauf nabm Buchhändler Hermann Steiner, als Schriftführer des Berwaltungsausschusses für das israel. Altersversorgungshaus, im Namen desselben in wahrhaft erhebenden Worten Abschied von dem großen Wohltbäter, in dessen Person alle die Tugenden verkörpert waren, „welche unsere Altvordern auszeichneten: Gottesfurcht, edelste, aufopfernde Nächstenliebe und bis an Selbstlosigkeit grenzende Bescheidenheit." Nachdem Redner noch im Namen der sich durch Joel Wolfs, seiner Kinder und seiner Familie Munifizenz eines sorglosen Lebensabends erfreuenden Pfleglinge den innigsten Dank ausgesprochen, wurde der Sarg gehoben und auf den Friedhof getragen, woselbst seitens des Rabbinats durch S. Donath, L. Friedmann, Akiba Schreiber (in Vertretung des abwesenden Oberrabbiners), D. Steinscheider ergreifende Trauerreden gehalten wurden. Vor der Grablegung nahm L. Gestetner im Namen des Vorstandes der Cultusgemeinde, deren verdienstvoller Präses der Verewigte mehrere Jahrzehnte hindurch war, in rührenden Worten Abschied. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Königsdorff-Zastrzeml». Die in dem altbewährten Soolbade Königsdorff-Jastrzemb im Jahre 1890 gegründete israelitische Kinderheilstätte entfaltet nunmehr seit elf Jahren eine überaus segensreiche Wirksamkeit. Die beiden festen Säulen, auf die das Werk in hoffnungsfreudiger Zuversicht errichtet wurde — göttliche Hilfe und werkthätige Menschenliebe — haben das gemeinnützige Unternehmen in den wechselvollen Zeiten sicher getragen und es an Kraft und Segensfülle zunehmen lassen. So ist die Anstalt seit ihrem Bestehen eine Quelle von Wohlthaten für viele Hunderte von kranken, siechen Kindern aus allen Theilen Deutschlands geworden. In der eben abgelaufenen Saison 1900 hatten in dem Institute 106 Kinder Aufnahme gefunden. Bei den Pfleglingen war ein durchaus günstiger Heilerfolg zu verzeichnen. Die Kinder, die bleich und erschöpft ankamen, kehrten gestärkt und neubelebt in das Haus der hochbeglückten Eltern znrück. Das segensreiche, humane Werk wird durch milde Beiträge erhalten und ist in hohem Maße der thatkräftigen Förderung edler Menschenfreunde würdig. Sicherlich wird es nur dieser Anregung bedürfen, um den Kreis seiner Gönner und Wohlthäter zu vergrößern. Hält doch an der Schwelle dieser von crbarmungsvoller Menschenliebe geleiteten Anstalt ein guter Genius Wacht: Der Segen aus unschuldiger Kinder Mund! Nähere Auskunft ist der Vorsitzende der Anstalt, Rabbiner Dr. Wilhelm Münz in Gleiwitz, zu ertheilen gerne bereit. vermischtes Erfurt, 14. Sevt. Bei der Enthüllung des hiesigen Kaiserdeukmals am 25. v. M. war auch unser Kaiserpaar zugegen Am Wilhelmsplatz waren die Kriegervereine und die Sanitätseolonne aufgestellt. Unter Letzteren befand sich auch ein Israelit Namens Bibo, der durch seine Bravour im deutsch-französischen Kriege das eiserne Kreuz erhalten hat. Beim Abreiten der Front erblickte der Kaiser diesen tapferen alten Krieger und unterhielt sich längere Zeit mit ihm, drückte ihm beim Abschied herzlich die Hand mit dem Wunsche: „Leben Sie ferner wohl Kamerad." Sprechsaal. Herr Tr. Beer mann folgt in Nr. 66 des geschätzten Blattes der allgemeinen Annahme, daß Abaji in Folge seiner Armuth niemals Wein getrunken habe. Ich erlaube mir auf die herrlichen Erklärungen Rabbenu Chananel in Taanit p 17 hinzuweisen. Dieser schreibt dortselbst mmm nid idn N,m Nion ’nw mn »ty mo jro im rr'o nDnD) mon tijp in um ’jonjzi n*3 .“ijj/t »uni um rcjoy p nincjo ü’j.mn urui p"j/. Nach Chananel habe also Abaji keinen Wein getrunken, weil letzterer der Ansicht der siun in >raanith 17 b folgte. Nabb. Dr. Bamberger, Schrimm. Briefkasten der Redaetion. Ein Reisender, alter Abonnent: Annonymes kann keine Aufnahme finden. B. Oppenheimer in Prichsenstadt: Maggi, das nur von einer Fabrik hergestellt wird, kann so lange zum Genüsse nicht erlaubt werden, als die Fabrik die Art der Herstellung als Geschäftsgeheimniß bewahrt. Briefkasten der Expedition. Aus Mannheim ging uns ein Schreiben, datirt vom 18. Sevt. cr., ohne Namensunterschrift zu u. wird der Absender hierdurch um gefl. Mittheilung seines Namen gebeten. Nei der,17'Q ma des Herrn S. Schwarzhaupt in *5 Regensburg 65 M. gesammelt, die zu n?a riDisn verwendet wurden. A. Grünebaum.