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Der Israelit · 1900-09-17 · Heft 75 (17.9.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 75 (17.9.1900)
Date
1900-09-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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41. Jahrgang. M 75 Der Israelit. Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von vr. fe^mann in fötainf. Montag, den 17. September 5660 (1900). Da mit dem 1. Dctobcr 1900 ein neues. Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf auftnerksant zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden mltß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1900 eingetragen unter Nr. 6863. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel. Sul-lZötl Achtungen. ii >. (Schluß.) Wer mit dem ersten Erwachen am Morgen den ersten Akt seines täglichen (.Gottesdienstes begeht, der wird den Pflichten, die dieser Dienst auferlegt, nunmehr auf Schritt und Tritt begegnen. Die Kleider, die man nun anzulegen im Begriffe ist, legen dem seinen ganzen Lebenswandel aewistenhaft Prüfenden die ernste Erloägung nahe, ob denn diese der Vorschrift des göttlichen Gesetzes gemäß sind, mit Rücksicht auf das Schaatnes- Berbot, welches die Vermischung von Wolle und Leinen für unsere Bekleidung untersagt. ES hat vielleicht noch nie eine Zeit gegeben, in welcher die gelvissenhafte Beachtung gerade dieses Verbotes so schlver war, als in der Ggegenlvart. Heutzutage lvird Alles vermengt und vermischt, Butter mit Talg, Del mit Fett, Pfeffer mit Brod, Wahrheit mit Dichtung, so daß eS selbst deru geübten Analytiker schwer fällt, Korn und Spreu zu sondern und so die Täuschung sestzustellen, geschweige denn dein einfachen, schlichten Manne. Nirgends vielleicht ist eben dieser Mischmasch romplizirter und intensiver, als bei den Gegenständen der Manufakturbranche, wo Wolle, Hanf, Flachs, Baumwolle und Jute so künstlich verarbeitet werden, daß es auch dem geübten Kenner oft unmöglich ist, die einzelnen Theile festzustellen, aus welchen sich das Ganze zusammensetzt. Es gehört daher eine ganz besondere Aufmerksamkeit dazu, nicht schon beim Ankleiden des Morgens das Gottesgesetz zu übertreten. Wenn Jemand die Sorge, die er auf Schnitt, Mode und das ganze Ensemble seiner Kleidung verwendet, auch dieser religionsgesetzlichen Seite der Kleider widmen wollte, so wäre manchem schweren Miß stand abgeholfen. Leider aber zählt das Schaatnesverbot zu denjenigen Partien des Gottesgesetzes, die von Bielen so gedankenlos übertreten werden, daß es bereits große Kreise gibt, die von deren bloßen Existenz gar keine Kenntniß mehr haben. Dadurch ist die strikte Beobachtung dieses Gesetzes für Biele in der That so sehr erschwert, daß es eines großen Maßes von Entschiedenheit und Energie bedarf, um nur dieser einen Pflicht heutzutage gerecht zu werden. Dabei handelt eS sich hier um ein zweifellos biblisches Verbot. Wie eS nun mit der rabbinischen Vorschrift erst bestellt sein mag, die nunmehr der Erfüllung deS aus dem Schlaf Erwachten wartet, mit dem Waschen der Hände am Morgen, läßt sich leicht ermessen. Reinlichkeit des Körpers, lehren unsere großen Weisen, als Vorstufe der Reinheit der Seele und der Lauterkeit unseres ganzen Handels und Wandels. Ihnen ist daher Reinlichkeit nicht nur Sache des Anstandes, des guten Tones und der Etiquette, sondern eine eminent religiöse Pflicht. Sie haben daher die Normen für diese körperliche Reinheit genau fixirt und auf die sittlichen und gesundheitlichen Nachtheile hingewiesen, die ihre Vernachlässigung zur Folge hat. Sie schreiben dieses Reinigen der Hände nach jeder thierischen Verrichtung, vor jedem Brodgenuß vor und legen uns damit die Wahrheit nahe, wie die Hand rein sein muß, welche die Gottesgabe des Brodes ergreifen will,

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