Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 74 (13.9.1900)
- Date
- 1900-09-13
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
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1542 sich eine Vorrichtung, die aus den Rachen der Löwenköpfe Rosemvafser in eine Schale fließen läßt, die den Fuß des Minarets umschließt. Das Prunkstück ist mehr als einen Meter hoch. PrcstKurg. Der Jahresbericht der orthodoxen israelitischen Knaben- und Mädchenschule in Preßburg bietet ein klares und zugleich erfreuliches Bild von dem Wirken und dem Vorwärtsstreben dieser vorzüglich geleiteten und vollste Anerkennung verdienenden Lehranstalt. Tie ersten Seiten des Berichtes sind den Einweibungsfeierlichkeiten des neuen schönen Schulgebäudes geweiht. Diesem folgt die Aufzählung der verschiedenen Veränderungen, welche in Folge Pensionirungen im Status der Lehrkräfte vor sich gegangen, die unterschiedlichen Schulfeierlichkeiten, die im abgelaufenen Schuljahre abgehalten wurden, Schulinspektionen des Schulinspektors Herrn Plachv, der sich zu wiederholtenmalen in schmeichelhaftester Weise über das Wirken der Lehrkräfte, sowie der umsichtigen Leitung ausgesprochen, die verschiedenen Maßnahmen und Neueinrichtungen, welche im Jntereste des Aufblühens dieser Schule im abgelausenen Schuljahre getroffen ivurden etc. An der Anstalt wirten, acht Lehrer und zwei Lehrerinnen. Es ist dies seit Jahren wieder der erste Jahresbericht dieser Schule, aus rem wir entnehmen, daß die Freguenz der Lehranstalt im steten Steigen begriffe;: ist lind daß namentlich der intelligente Theil der orttwdoreu, israelitischen Euttusgemeinde es als seine Pflicht erachtet, die Schule zu träsiigen, das alle Anerkennung verdienende Streben der Lehrkräfte zu fördern und die großen Opfer, welche diese (Gemeinde im Interesse ihrer Schule bringt, nach Möglichkeit zu erleichtern. Dem Wirten des eifrigen, verdienstvollen Schulpräses, Stadtrevräsentanten Friedrich Duschinskp, sowie den Vorstandsmitgliedern L. Gstettuer und I. Herzfeld wird in dem Jahresberichte verdientes Lob zu Theil. Die Gesammtzabl der Schüler dieser Lehranstalt im abgelanfenen Schuljahre betrug 417. Palästina. Jaffa. In den jüdischen Eolonien Palästinas ivurden vis vor kurzem 742 Taglöhner beschäftigt, welche zusammen mit ihren Angehörigen 1771 Personen darstellen. Von diesen Taglöhnern waren 321 bei der Landwirthschaft und 221 in den Weinkellereren, sowie bei verschiedenen landwirthschaftlichen Industrien thätig. Mit dem Uebergang der von dem Baron Rothschild subventionirten Colonien auf die I. K. A. sind für diese Taglöhner schlimme Zeiten eingetreten. Die Arbeit für sie wird immer weniger, und die I. K. 2t., welche die Colonisation Palästinas auf fester kaufmännischer Grundlage betreiben will, kann nicht anders thun, als die Leute, für die sie keine Arbeit hat, zu entlasten. Aus diesem Grunde haben in den drei Monaten von Mai bis Juli 71 Personen Palästina Verlusten und bis Mitte September, wo die Arbeiten in den Weinbergen von Judäa gänzlich beendet sind, werden weitere 310 Personen (71 Familien) aus Palästina auswandern mästen. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß diese Auswanderung nicht ohne bittere Klagen vor sich geht. Obgleich das „Recht auf Arbeit" noch nirgends gesetzliche Kraft erlangt hat, so gibt es doch auch ein „unbeschriebenes Recht," und unsere armen, „arbeitswilligen", jüdischen Tagelöhner in Palästina, von denen mancher schon seit 10 Jahren im heiligen Lande weilt und zu dem Ausbau unserer Colonien daselbst nach Kräften beigetragen hat, glauben sich in diesem Rechte schwer verletzt und erheben gegen die I. K. A., die Chowaweh- Zion, sowie gegen alle diejenigen, welche ihnen helfen können, schwere Anklagen. Die I. K. A., welche streng nach kaufmännischen Grundsätzen verfahren muß, kann freilich für diese Leute, kür welche sie eben keine Arbeit hat. nichts thun, desto mehr aber suchen die verschiedenen jüdischen Colonisationsvereine, die Ehowaweh-Zion, für die Leute einzutreten. Hoffentlich wird das neue „Eentralcomitee für die Taglöhner," welches sich vor einigen Tagen in Rußland gebildet hat, Ersprießliches leisten und es zu verhindern wissen, daß eine „Auswanderung aus Palästina" stattfindet. T. Persien. Teheran. Seit einiger Zeit bemiihen sich die Lehrer der Allianz-Schule, durch Vorträge die erwachsenen Mitglieder der hiesigen Gemeinde weiter zu bilden. Herr Rüben Levy, der zweite Direktor, hat nun zum Thema eines solchen Vortrages die „jüdische Solidarität" gewählt. In diesem Vortrage wies er die persischen Juden auf die Verpflichtung hin, welche sie untereinander und gegenüber ihren unglücklichen Glaubensgenossen in den kleinen Städten Persiens haben. Dieser Vortrag hat eine ganz ungewöhnliche starke Wirkung gehabt, und die Veranlassung gegeben, daß eine Anzahl von Vereinen entstanden sind, welche sich die Wohlthätigkeit und die Förderung der Ausbildung zur Aufgabe gemacht haben. Tie Schüler der Alliance und andere junge Leute haben die beiden Vereine Chevet Achim und Ozer Dallim gebildet, während die Schüler der ersten Elaste den Verein Gidiou Chevourm organist.rt haben. Alle drei haben die Förderung der Wohlthätigkeit zur Aufgabe, während der vierte, Le Progres, eine Lesehalle und eine Bibliothek eingerichtet hat. Jedes der Mitglieder steuert zu diesem Zwecke jährlich fünf Francs bei, und man hofft, auch von der Alliance einen Zuschuß zu erhalten. — Aus Urmea kommt eine dringende Bitte zur Errichtung einer Schule. In dieser Stadt leben 4700 Juden, und in der Nachbarschaft wohnen noch weitere 1000 Familien.