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Der Israelit · 1900-09-13 · Heft 74 (13.9.1900) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 74 (13.9.1900)
Date
1900-09-13
Page
– (sequence 19)
Language
German
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KWMW 1535 ginal kennen zu lernen — denn das muß immer das letzte Ziel sein: die Hinführung zu unseren heiligen Gebeten in der hebräischen Ursprache. Wir hatten Gelegenheit, in das ganze Manuskript Einblick zu nehmen. Wir überzeugten uns, daß thatsächlich die ganze Tephilla in dieser Weise bearbeitet ist, daß nnsa ,t'b'vzn zw und naab tgmp rc., kurz alles in poetischen Formen sachlich und sinnreich dargestellt ist, und zwar in einer Weise, daß auch der verwöhnteste Geschmack sich nicht mit dem üblichen, böswilligen Spott hervorwagen wird. Es ist der heilige Ernst unserer Gebete, der hier mit echter Poesie sich verbindet und dieser Bund „bringt Jedem eine Gabe." Wie wir hören, haben hervorragende Männer der Orthodoxie diesem Werke ihre Förderung nicht versagt, und auch wir, da wir nur die Sache und nie die Person im Auge haben, ergreifen in diesem Falle gerne die Gelegenheit, das Werk des Herrn Dr. Goldschmidt als sehr geeignet i:n:iöKi umui rnm*? gerade unseren Freunden, denen die Blüthe des echten, alten Judenthums am Herzen liegt, wärmstens zu empfehlen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. F-rankfurt a. M., 29. Aug. Herr und Frau S. Hamburger, in Firma I. und S. Hamburger, 56. Uhlandsirahe, hier, richteten an den Präsidenten der Loge „Samoil" in Jasiy folgendes Schreiben: Von den Vorstehern des hiesigen Komitees für Rumänien vernehmen wir, daß wie in Bukarest, Sie auch dorten mit anderen Philantropen einen Verein bildeten, der sich zur Aufgabe gestellt hat, die Allerärmsten unter den durch die Grausamkeit der dortigen „christlichen Liebe" im Elend Befindlichen durch Darreichung der allernothwendigsten Nahrungsmittel wenigstens am Leben zu erhalten, und daß dieser Verein täglich 250 Frcs. zu seinem Bestehen erfordert. Eine solche Ausgabe von 91,000 Frcs. per Jahr könnte nur einer unserer leider wenigen Millionäre allein auf sich nehmen, wohl aber gibt es, wie wir glauben, unter dem Mittelstände unserer Glaubensgenossen Tausende, die wenigstens für einen Tag die Ausgabe zu bestreiten in der Lage sind, und indem wir hiermit einen Chek von Frcs. 250 aus Paris zur Bestreitung der Bedürfnisse Ihrer Einrichtung an einem von Ihnen zu bestimmenden Tage des nächsten Monats überreichen, hoffen wir damit ein Beispiel gegeben zu haben, um mit Hilfe von 264 anderen ebenso gesinnten Glaubensgenossen für ein Jahr das Schlimmste in Ihrer Stadt überstehen zu können. Wir senden zu ähnlichem Zwecke die gleiche Summe an das Komitee in Ihrer Bruderstadt Bukarest, und wie gesagt, bei nur tausend ähnlichen Spenden blieben außer Jassy und Bukarest noch 270 Mal 250 Franken übrig, um auch in den kleineren Städten die Allerelendesten von dem Hungertode zu retten, und binnen Jahresfrist wird, s. G. w., die Vorsehung die Verhältnisse zum Bessern ändern. Daher wollen wir nach unseren bescheidenen Mitteln wenigstens dazu beitragen, den durch die unmenschlichen Verfolgungen Nothleidenden dort, wo sie sind, das nothwendige Brot zu schaffen. Samson Sohn I i tz ck a k s und seine Frau T h i r z a. Oe st er r. - Ungar. Monarchie. Prag, 4. Sept. Die Juden, die von den Antisemiten als Nichtdeutsche gebrandmarkt werden, werden von den böhmischen Antisemiten als „Germanisatoren" verfolgt. In einer Sitzung des Prager Stadtverordneten- Collegiums nahm Herr Prezbovsky wieder einmal die Gelegenheit wahr, gegen die Juden loszuziehen. Die Herren Jaroslaw und Bohuslaw Simacek hatten als Besitzer des Hauses NC. 1283—II in der Jerusalemsgasse Beschwerde erhoben gegen den Magistratsbeschluß, mit welchem dem Synagogenverein der Bau eines Gotteshauses in der genannten Gaffe an Stelle des Hauses NC. 1310—TI bewilligt wurde. Herr Breznovsky beschuldigt die Baukommiffion einer leichtfertigen Handlungsweise. „weil sie es dulde, daß in unmittelbarer Nähe der Heinrichskirche ein — Judentempel erstehen solle, der in der Josephstadt am richtigeren Platze sei, und daß die Gefahr der Germanisation, mit welcher die Juden immer mehr und mehr aus den Mauern des Ghetto heraustreten, Prag noch mehr bedrohe. Die Juden verstünden es aber, ihrem Rechte Geltung zu verschaffen; sei es doch ihrem Einflüsse zu verdanken, daß der alte jüdische Friedhof, welcher nur eine Sammlung alter Steine sei, erhalten bleibe." Herrn Breznovsky entgegneten die Herren Dr. Holubovsky, Dr. Ruzicka, Dr. Scharf und Dr. Blcet, worauf die Beschwerde des Herrn Simacek mit knapper Majorität abgelehnt wurde. Herr Dr. Podlipny verließ vor der Abstimmung den Saal. Rußland. Petersburg. iZur Judenfrage.) Einer Erläuterung des Dirigirenden Senats zufolge, sind die verabschiedeten jüdischen Untermilitärs, die nach dem früheren Rekrutirungsgesetz zum Militärdienst ausgehoben wurden, falls sie ihre Dienstzeit auch nach der Einführung des Gesetzes über die allgemeine Militärpflicht beendigt haben, zum Aufenthalte im ganzen Reiche und zur Anschreibung zu einer beliebigen Gemeinde berechtigt. Briefkasten der Redaktion. —n—. Für diese Nummer leider zu spät. Montan s. G. w. Herzl. Grüße ebenfalls ü"nra.

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