Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 74 (13.9.1900)
- Date
- 1900-09-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449119--51545-2502060- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1518 Ruhe pflegen, uns in den Dienst unseres Schöpfers ruft? Daß Morgenstunde Gold im Munde hat, das wissen alle. Aber daß Morgenstunde sittliche Willenskraft, daß sie die Garantie für die im Laufe des Tages und des ganzen Lebens zu bewährende Rüstigkeit des Geistes und Körpers, daß sie Teschuwoh und Selichoh und alles daraus folgende Herrliche eines beglückten Lebens im Munde hat, dessen Summe den Dienst des Schöpfers ausmacht, das weiß nur der Talmud- und Schulchan-Aruck-Jude, dessen erste tägliche religiöse Lebenspflicht mit dem ersten Erwachen sammenfällt. Für dieses Regime des Frühaufstehens Gottes sind wir seit Jahrtausenden erzogen wir uns täglich selbst und unsere Kinder. Wenn der erste Jude sich erhebt, das Bild der Verwüstung zu schauen, die ihm Gott vorher enthüllt, um sie für das Erziehungswerk seiner Nachkommen zu verwerthen. wenn sich derselbe ferner anschickt, um in der Opferung seines einzigen Kindes die höchste sittliche Menschenthat freien, freudigen Gottes-Gehorsams zu vollziehen, so unterläßt die Ueberlieferung nicht, uns auf einen Zug in diesem allen Zeiten mustergiltig voranleuchtenden Lebensbilde aufmerksam zu machen, der, so unwesentlich er auch erscheint, doch dem ganzen Vorgang erst seine volle Bedeutung sichert. (1. B. M., Cap. 19, V. 27 und Cap. 22, V. 3.) Wohl brauchte es nicht erst ein Abraham zu sein, der auf Gottes unmittelbares Geheiß sein einziges Kind dem Tod selbst weihte. Auch ein ganz gewöhnlicher Mensch würde dem Herrn über Leben und Tod nicht dasjenige versagen, was Er doch allezeit nehmen kann, wenn es Ihm nicht gegeben wird. Nicht daß Abraham sein Kind zu opfern bereit ist, sondern w i e er sich dazu anschicktc es zu thun, das ist es, was in dieser That als unerreichtes Ideal in alle Zeiten hineinleuchtet. Andere hätten eine solche That trübselig, gezwungen, zögernd und zaudernd erfüllt. „Abraham, der 137jährige Greis steht früh am Morgen auf, crrox DDtr'i npan, um sein Kind in den Tod zu führen." Das ist ircx errcxn wii der rüstige, freudige Eifer, der noch am dritten Tage nicht erkaltet, sondern ihn den Blick suchend nach dem Orte erheben läßt, an dem sein Kind das Leben aushauchen soll; und dieser Ort, dessen Nähe jeder andere in gleicher Lage gefürchtet hätte, dünkt ihm fern! fix cmcx xci cro pr*n cipen nx xm v;'y Wenn daher unsere Weisen, diese würdigen Fortträger des abrahamitischen Geistes uns zu gleich rüstigem, freudigen Eifer für die Erfüllung unserer Pflichten anspornen, wenn sie uns die Wahrheit rrttb penpe pr*n zu Herzen reden wollen, so verweisen sie nur auf die Thatsache ipcn emcx v3s>"i, „Abraham stand früh auf am Morgen" und durften für diesen Hinweis das Verständniß ihres Volkes voraussetzen (Talmud, Pesachim 4a). tägliche religiöse Folgen sich angeeignet hat, dem geben die 5 hens ogen erziehen er fvrfi Wenn sie zu den Worten bv"i “ipaa .ntya mbt 'J'D “in bx „Moscheh stand früh auf am Morgen und stieg auf den Berg Sinai," diese Thatsache naatym ntra nby noch besonders betonen , so haben sie uns darauf hingewiesen, wie derjenige, der uns das Gesetz Gottes gebracht, auch die rüstige, energievolle Hingebung für dasselbe sofort durch die That gelehrt habe. (Talmud Sabbat Fol. 86a.) Wie ein ganzes Volk diese Beispiele seiner großen Vorbilder aufgegriffcn und mit all ihren segensreichen Folgen sich angeeignet hat, dem geben die Worte Ausdem Ausruf Siehe ein igleich erhebt _ Mid. Vam. Rabbah Cap. 20.) men foi nnnn;a d'jb*’ p 'in cne xsm e^yc ,naix px ptryji n"3pnb pa^cai yats> nx'np peeim rmxa pwa pnoiyi ix nna nnx ^pn: cx pabi xrei? p“ix “pnS pr^eai nnxa .n-ipre i'bee ena nnxe yj'1? pxa piano cx x cta „Es gibt kein Volk in der Welt, das ihnen gleicht. Sie schlafen ein mit Thora und Mizwo, sie stehen von ihrem Schlafe wie die Löwen auf, rasch lesen sie ihr yaty und vollziehen damit die Königshuldigung des Heiligen, gesegnet sei Er. Das macht sie in Wirklichkeit zu Löwen, die sich in den Weltverkehr und in ihren Handel und Wandel stürzen. Trifft einen von ihnen ein Schaden, oder wollen Feinde einen von ihnen angreifen, so vollzieht er damit die Königshuldigung des Heiligen, gesegnet sei Er." Wir verweisen als auf ein besonders bewährtes Mittel, in rüstiger Frische sich von den Banden des Morgenschlafes loszureißen, das hier betonte: p a*:tr man;o' n-vsm „Einschlafen mit Thora und Mizwoth." Wenn schon der bloße feste Vorsatz bei Vielen genügt, um zu einer beliebigen Stunde zu erwachen, so begreift es sich, welche Stärkung ein solcher Vorsatz erfährt, wenn er durch Thora und Mizwo, wenn er durch den Gedanken an unsere Pflicht und ihre Erfüllung unterstützt wird. Wie dieses beständige Sinnen in Thora und und Mizwo thatsachlich über uns wacht, und uns weckt, wenn wir schlafen, indem es den geistigen Faden über unserem Lager weiterspinnt und so die Zeit vor dem Schlaf mit der nach dem Schlaf verbindet, wie uns so Thora und Mizwoth thatsächlich das Licht, die weckende Helle und damit die belehrende Anweisung für unseren ganzen Lebensweg werden, wie diese Herrschaft über uns selbst auch zur siegreichen Bekämpfung der verlockendsten Sinnlichkeit führt, das kleidet die Weisheit des Weisesten in folgende Worte (Mischle Cap. 6, 20 bis 25):*) lab nH bv owp -jax nun tecn bm -p^x me 'ja ijm *) Man vergleiche auch Mahnungen gegen den langen in demselben , Capitel die neun uyio nw üyo .aatEm. Morgenschlaf:?ay t»d ny