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Der Israelit · 1900-09-06 · Heft 72 (6.9.1900) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 72 (6.9.1900)
Date
1900-09-06
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1492 in Rußland der bekannte konservative Hauch lveht, erleben die iiidischen Handwerker merkwürdige Dinge. Die Polizei steckt in die Werkstätten der jüdischen Handwerker die berühmte Nase hinein, schnüffelt, ob der Jude fleißig sich mit seinem Handwerk abgibt, oder ob er nicht etwa aus Mangel an Kunden feiert und sich und seine Familie vorübergehend aus anderem Wege zu ernähren sucht. Den Record hat darin die Petersburger Polizei geschlagen, indem sie die jüdischen Essigmacher, Tinteniabrikanten und die Hersteller von Stieselwichse als Nichthandwerker erklärte, ihre Ausschließung aus der Schuhmacherinnung anordnete, um sie gleich daraus aus Petersburg auszuweisen. Sie begründete ihr Verfahren mit der Behauptung, daß obige Erwerbszweige, deren Betrieb nur den Besitz eines Receptes voraussetzt, keine Handwerke sind, und daß ferner Fabrikanten von Tinte und Stiefelwichse in der Schumacherinnung nichts zu suchen hätten. Der Senat belehrte aber den Polizeipräsidenten von Petersburg, daß Fabrikanten von Stiefelwichse in Ermangelung einer eigenen Innung sich sehr wohl einer nächstverwandten Innung, etwa der der Schuhmacher, anschließen dürfen, und daß ferner jede Herstellung eines nützlichen Gegenstandes mit der Hand resp. ohne Dampfmaschinen als Handwerk anzusehen ist. Daher muß ein Jude, der Tinte oder Stiefelwichse fabrizirt und sich durch die Fabrikation ernährt, sehr wohl als Handwerker gelten. T. Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Culturgeschichte der Menschheit. Unter dickem Titel erscheint demnächst aus der Feder des bekannten Schriftstellers u. Publicisten Or. Adolf Ko Hut im Verlage der Verlagsbuchhandlung von A. H. Par,ne in Leipzig ein illustrirtes, glänzend ausgestattetes Prachtwerk in Lieferungen, welches nicht verfehlen wird, in den weitesten Kreisen Aufsehen zu erregen. Gegenüber den fortgesetzten antisemitischen Agitationen, wie sie jetzt seitens einer gewissen Presse und Fraeiion an der Tagesordnung sind, in es erfreulich, constatircn zu können, daß die besseren Elemenic des deutschen Publikums gegen diese Treibereien Stellung zu nehmen beginnen. Dieser Strömung Rechnung tragend hat eine renommirte Verlagshandlung von unzweifelhaft arischer Abstannnung uns unverfälscht christlicher Gesinung sich mit dem Verfasser verbunden, um den Juden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und dem Publikum zu zeigen, wie einschneidend viele Hunderte namhafter und hervorragender Juden und Jüdinnen in Vergangenheit und Gegenwart in die Geschichte und Culturgeschichte der Völker eingegrisfen und welch' glänzende Eulturarbeit sie geleistet haben. Hätte die moderne Gesetzgebung den Juden nicht schon längst r.je Gleichberechtigung nach schweren Kämpfen erlheilt. so hat en sie sich durch ihre Werke und Schöpfungen ehrlich verdient. Man kann dem durchaus originellen und zusammenfassenden Prachiwerk nur mit Spannung entgegensetzen. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Rcdaction nicht verantwortlich. Schtust der Knserotenannastmr ist stet«: für dir Montag»n»mmer, Sonntag Früh 9 Uhr, für die Donnerliagsnummer. Mittwoch Mittag 12 Uhr. «nstr Statt gelangt regrlmästig Montag und Aonnrrstag in dr» Abendstunden ftim Kerf ndt. Nrrlamationrn wegen ru späten Eintreffen» beliebe «an der der betreffende« poflanstalt ,« machen. Offerten aas Thiffrraunoncen werde» täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag« wetterdefördert. ijöcgen plötzlich eingelreiener Krankheit mußten wir unfern l^rrltnsbeamtcn entlasten und suchen einen solchen z sof. Antr. bei ein. Gehalt von 1200 M.. welch. Cantor, Schächter u. Reliaionslehrer fern muß. Reisekosten werden dem Gewählten vergütet. 16fi28 Ter Borstander Lvnagogen-Gemeinde zu Rcilwedell: G. EaSpar ins. Hie israelitische Kulrusge < meinde Bad Langenscbwalbach, Kreis Untertaunus, sucht einen tüwt. ReligionSleh rer und Cantor, welcher zugleich auch die Befähigung zum Schächten hat. Anfangsgeholt 1000 M. nebst fr. Wohnung u. Accidenzien. Portofreie Meldungen unter Beifügung der Zeugnisabschriften sind an den Kultusvorstand zu richten. Gmanuel Hamburger, Vorsteher. [6328 Israel. Cnltusgemei"de Slratzbnrg. Tie Stelle eines Oberlehrers für die ncuzuerrichtende Religionsschule ist zu besetzen. Geeignete Bewerber wollen sich gefl. bis zum 15. Tept. dss. I. schriftlich, unter Einreichung ihres Lebenslaufes. Diplome und Zeugnisse über ihre bisherige Thätigkeit bet der Unterzeichneten Stelle melden. DaS FahreSgcholt beträgt 3000 Mk., hierzu kommt ein Staotszufchuß von 1500 Mt. jährlich. [6487?it ^mpflü«npf0niini)fli)n ücr cunopijf imi) -ts ' Vureau: 51 l e b e r st a d e n. 9a» ganje ,j»&. Lebe»» mtf 60 Meister-Postkarten znfammen Mk. 3.—, Sabbat-, Festu. Familienleben dar stellend. Einzelne Postkarten in jeder Zahl 5 Pfg. Verzeichnist gratisß franco. |* JD. Gr Ödelf Frankfurt am 2Nain. Zum Vee söhnnngstage eiu Vorbefer gesucht. Off mit Preisangabe an [6462 Wilhelm Reist, Vorstand d. isr. Eultusgem. M u ß b a ch, Pfalz. lloässbsrg s. Kd. Die Religionslehrer u. Porbetcr-stelle istvacant. Gehalt Mark 1000. veickte angen.hme Stellung, llnverheirathete Bewerber wollen sich melden bei 16622 T. Levy, Vorsteher. Kosten werden nur bei evt. Engagement vergütet. Uns die hohen Feiertage suche »l einen Tjilfsyorbeter gegen anständige Belohnung. Der Vorstand: Ludwig Schloß, Sprendlingen in Rheinhessen |6650] 5149

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