Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-08-30 · Heft 70 (30.8.1900) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 70 (30.8.1900)
Date
1900-08-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449115--51462-2501973
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1443 Weil unseres großen Lehrers Denken im Dienste der Erziehung stund, war es lebensvoll, Leben erweckend; und da es bei Schülern und Schülerinnen den Lebenskampf bestehen half, bewies es, daß es wahr sei. Lebensvoll und wahr ist ein schöner Inhalt eines Wirkens, ist solchen Wirkens eigenster schöner Lohn.- Mag eine Wissenschaft drum, die ihr Können auf die Form allein gerichtet hält, sich selbst den Kranz des Wissens flechten: sind ihre Theorien von folgenden Geschlechtern gestürzt, ist ihres Strebens kein Gedenken mehr. Mag vom hohen Kothurn manche Form im vorliegenden Buche „wissenschaftlich" verworfen werden, der Inhalt lebt und nimmer wird er werthlos. Hoch am Sternenhimmel der Bibelforscher leuchtet strahlend drum für alle Zeiten als der glänzendsten einer der Name Mendel Hirsch. Zeitungsnachrichten und Corr spondenz n. Deutschland. Berlin, 29. Aug. Der neueste Jahrgang des statistischen Handbuches für den preußischen Staat bringt einige interessante Ziffern über die Gebrechlichen in der Bevölkerung, das heißt die Blinden, Taubstummen und Geisteskranken. Leider stellt sich dabei wieder heraus, daß die Juden einen ungewöhnlich großen Antheil zu diesen Kategorien stellen. Die Gesammtbevölkerung des Staates zählte am ersten Dezember 1893 31,866,123 Seelen, davon waren 379,716 Juden, also 1,19 pCt. Dagegen gibt es im Ganzen 21,442 Blinde, davon sind 316 Juden, während es nach dem Berhältniß der Bevölkerung nicht mehr als 266 hätten sein dürfen. Taubstumme gibt es im Ganzen 28,721 Personen, davon sind 616 Juden, während die Normalzahl 341 wäre. Am schlimmsten ist das Verhältniß bei den Geisteskranken, von denen es im Ganzen 82,831 Personen gibt, von denen 1889 Juden sind, gegen 984 nach der Normalzahl. Während das äußerst ungünstige Verhältniß bei der Geisteskrankheit bekannt und seine Erklärung in einer ganzen Anzahl von Ursachen findet, unter denen Veranlagung, sorgfältigere Beobachtung der Personen, die Anlage zu dieser Krankheit zeigen, vorwiegend Berufe, die den Geist stärker anstrengen etc., die Hauptrolle spielen, ist es schwer, für die merkwürdige Erscheinung des so viel häufigeren Vorkommens von Taubstummheit bei den Juden eine Erklärung zu finden. Eine medicinische Schule findet bekanntlich in den Verwandtenehen den Grund zu vielen derartigen Erkrankungen, während eine andere Schule diese Wirkung der Verwandtenehen immer bestritten hat. Nach obigen Ziffern scheint aber die erstere Anschauung im Rechte zu sein, die vor den Ehen naher Verwandten warnt. Hochfelder,, 28. Aug. Im Anschluß an eine in Nr. 63 des „Israelit" unter „Straßburg" erschienene Notiz möchte ich Folgendes mittheilen: In einem Zeitraum von nicht ganz IV*» Jahren starben hier drei Brüder, die das Gesammtalter von 272 Jahren erreicht hatten. Nachdem ihnen schon vor 14 Jahren ein anderer Bruder im Alter von 73 Jahren. Samuel Blum, im Tode vorangegangen war, starb vor ca. l*i» Jahren der älteste Bruder, Lehmann Blum, im Alter von 96 Jahren. Ihm folgte nun vor 14 Tagen der jüngste Bruder, der vor 1870 als Conskritshändler im ganzen Elsaß berühmte Aron Blum, als 86jähriger Greis. Vorige Woche verstarb der letzte Bruder, ältester Bürger von Hochfelden, der als reeller Handelsmann weithin bekannte 91jährige David Blum. Wie zahlreich die Nachkommenschaft dieser Verblichenen ist, beweist der Umstand, daß es dem David Blum gegönnt war, 16 Enkel und 16 Urenkel zu zählen. Rumänien. Bukarest, Ende Aug. (Zur Judenfrage i n R u m ä n i e n.) Eine Delegation der israelitischen Gemeinden im Lande hat dem Ministerpräsidenten eine Petition überreicht, in welcher sie darthut, daß die gegenwärtige Lage den Israeliten und dem Lande nachtheilig ist und verlangt, daß den Israeliten gestattet werde, ihre Gemeinden zu reorganisiren, wie dies im Jahre 1861 der Fall war. vermischtes. Mainz, 30. August. Heute verstarb hier im Alter von zweiunoachtzig Jabren Herr Bankier David Gold s ch m i d t, Mitglied des Vorstandes der Israelitischen Re ligionsgesellfchaft dahier. Ein reckischaffener Eharakter und cin Mann von intensiver Frömmigkeit, ist mit dem Dahin geschiedenen von i ns genommen worden. So lange eS se.ne Kräfte erlaubten, war er stets einer der ersten in der Cvnagoge und auch anderweitig suchte er seine Pflicht alS Jude stets vollkcmmen z» erfüllen. In zwei Jahren hatte er mit seiner Fron Gemahlin das goldene Hochzeitsiest ieiern können. Es war ihm nickt befchieden. Gott tröste die trauernde Gattin. Die Beerdigung findet morgen Freitag, um zwei lihr statt. Fulda, 28. Aug. Zur Ergänzung der Liste der jüd. Freiwilligen für den chinesische Feldzug «heile Ihnen utlt, daß sich von dem hiesigen Artillerie Reg. Nr. 47 der jüd. Artillerist B a ch m a n n. gebürligt aus Gleicherwiefen bei Hildburghausen, gemeldet und bereit» seil ca. 5—6 Wochen nach Ehina unterwegs ist. Frankfurt a. M- Schillerst!*. 41. ■JHHf neben Caf* Bauer tf-jftf Sensal Für Immoblllen-Hypotheken und Finanzirungen. [6857 WIM Güü

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.