Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 69 (27.8.1900)
- Date
- 1900-08-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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41. Jahrgang. M «» Der Israelit. Ein KenLrat-Hrgan für das orthodoxe ZudentHum. Begründet von Nr. ITrljmamt in Mainz Montag, den 2 7. August 5000 (1900). »r (Eine ittarh abomifrf „ran bei allen Postanstalten für den Monat 'S®« September auf den „Israelit**. Tiefer Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzellig am Post-Zeitungsschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bet dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Ausland entsvrechend Die Expedition des „Israelit". Leitenver Artikel. •TP?»« ny rvnn mon sBciiachtuug zu rti’-c). Von Rabb. (galattdaurr - 0ob orten, Böhmen. Tie Trauer',eit ist taugst vorüber, die Klagelieder sind vergällt, die Schmerzensrufe verllungen, unb noch immer zittern die Saiten unseres Herzens nach von den »vildurausenden Stimmen der Verzweiflung, die sich der gepreü.ten Brust entrangen, um unser Zion, um unser Jeruscholajim, das in den Staub gesunken. Mi, dem SchadboS Rachmu bricht ein neuer Morgen an, beginnen die Trosteswochen, in denen wir uns jetzt befinden. Tie Sonne der Hoffnung ringt nieder mit ihrem (Glanze die Rächte der Finsterniß, die düsteren Schatten der Trauer, und übergießen mit ihren Strahlen das zertretene Würmchen Jakob. In herrlichen Reden spricht der gottbegnadete Jesaias Trost und Hoffnung uns zu, bald milde besänftigend, bald freudig aufjubelnd, bald wie mit zärtlicher Hand kosend und streichelnd, bald mit tvildem Ungestüm zu neuer Lebenssreuligkeit aufriittelnd. „Wie eine Mutter ihr Kind tröstet, so tröste ich Euch." „Vergißt eine Mutter ihres Säuglings, erbarmt sie sich nicht ihrer Leibesfrucht? ltnb geschähe auch dieses. Ich vergesse Dein nie." „Ver zweifle nicht, verzage nicht, löse die Fesseln, streife ab die Bande, strecke die wunden Glieder, athme frei auf und erfülle dich mit neuem Muth, mit neuer Kraft. Du hast deinen Rücken den Schlägern hingehalten, deine Wange den Raufern preisgegeben, hast Spott und Hohn, Geifer und Speichel dir in's Antlitz schleudern lassen, hast deine Habe dem Gewaltigen überlasten und dem Mächtigen den Raub; — laste die Hoffnung nicht sinken. Siehe, spricht Gott, der Herr, Ich erhebe meine Hand zu den Völkern und fremden Rationen erhebe ich mein Panier, und sie bringen deine Söhne auf den Armen und deine Töchter aus den Schultern getragen und Fürsten und .Könige werden dir huldigen, als das Volt Gottes, und du wirst erkennen, daß die nicht zu Schau den tverden, die aus Gott vertrauen. Und auch dem Mächtigen wird die Beute entrissen, und die Gefangenen entrinnen dem Geivaltigen, denn Gott kämpft deinen Kampf und Er streitet für dich und errettet deine Kinder." In diesem Tone sprechen die Haftoros an unfern gegenwätigen Trostessabbaten und verheißen uns eine lichtvolle, freundliche, glückliche Zukunft. Und mögen die jetzigen Zeitereignisse noch so sehr im Widerspruch mit dieser Verheißung sein, wir zlveiseln nicht, wir werden nicht erschüttert in unserm Glauben, nicht wankend in unserer Hoffnung; mir haben stets vor Augen die göttliche Devise, den Mahnruf unserer Sidrah: ypba n cy .T“n e-en Ob du vom Glück begünstigt oder vom Geschick hart getroffen lvirst, ob du dich der Menschenrechte erfreust, oder dir das Recht zu leben versagt lvird, ob Moral, Gerechtigkeit und Wahrheit zur Geltung kommen, oder Laster, Lüge und Haß triumphiren; in allen Verhältnissen, in allen Wechselfällen des Daseins sei dein Herz ungetheilt mit dem Ewigen, deinem Gotte, immer und ewig dir gleich bleibend in deinem felsenfesten Gottesvertrauen, in deinem beharrlichen Glauben an Seine ewige Gerechtigkeit. Gleich dem Burenvolke in Südafrika lebten wir.