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Der Israelit · 1900-08-02 · Heft 62 (2.8.1900) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 62 (2.8.1900)
Date
1900-08-02
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1279 Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Koblenz, 30. Juli. Rascher wie es Jemand geahnt, hat der höchste aller Richter, der über Leben und Tod der Menschheit entscheidet, sein unerbittliches Nrtheil gesällt und dem Leben eines hart geprüften Mannes ein Ziel gesetzt. Im Königswerther Hospital in Frankfurt erlöste Freitag Nacht um 11 Uhr ein sanfter Tod unfern Rabbiner Dr. Moritz Singer von seinem langen Leiden. Nun ruht der Kampf und entsetzt steht man an der Bahre dieses Dulders, den ein herbes Geschick im Berein mit Unversöhnlichkeit, Mißhelligkeiten und Mißverständnissen so früh im besten Mannesalter dahingestreckt. Und angesichts dieses göttlichen Eingreifens ziehen Friede und Versöhnung ein und wessen Herz noch einen Funken Mitleid und Mitgefühl aufzuweisen hat, ist bestrebt, den Bemittleidenswerthen, die der grausame Tod eines Gatten und Vaters beraubte, zu helfen, sie zu trösten und ihre Zukunft zu einer lichten, sorgenlosen zu gestalten. Das ist die Perspektive, die sich der hiesigen Gemeinde eröffnet, das ist die Aufgabe der Verwaltung, der sie sich — die Anzeichen sind schon vorhanden — auch nicht entziehen wird. Er, der Ver- Närte, ist mit Worten der Versöhnung auf den Lippen zu seinem Richter eingegangen, seine Familie seiner Gemeinde anvertrauend und ihrem Schutze empfehlend. Herrliche Worte des Trostes u. der Versöhnung sprach Herr Dr. A u e r b a ch am Sarge des verstorbenen Kollegen. Möge die Ergriffenheit und Rührung, die Aller Herzen dabei beschlich, auch bei der Berathung über die Schritte zu Gunsten der verwaisten Familie bestimmend sein; vielleicht dämmert einmal wieder die Morgenröthe des Friedens in der hiesigen Gemeinde auf, zum Segen ihrer selbst und der ganzen jüdischen Welt. Hugo Nahm. Aus Elsatz-Lothringen, im Juli. Eine neue Synagoge wird von dem israelitischen Konsistorium von Lothringen und der Synagogenverwaliung von Metz in einer Eingabe an den Metzer Gemeinderath erbeten. In dieser Eingabe wird ausgeführt, daß der heute in Benutzung befindliche Tempel im Jahre 1848 an der Stelle der früheren Synagoge erbaut wurde, welche den Bedürfnissen nicht mehr genügt habe. Damals hätten die Israeliten in der Zeughausstraße und deren Umgebung gewohnt, sodaß die Errichtung des Tempels an dieser Stelle ihre Berechtigung hatte. Seitdem aber vor etwa 30 Jahren die öffentlichen Häuser in der Zeughausstraße entstanden, hätten sich die jüdischen Familien in anderen Straßen niedergelassen. Der heutige Zustand vertrage sich nicht mit der Nähe eines Gotteshauses und auch in dem Präfekturerlaß vom 30. Dezember 1856 sei ausdrücklich bemerkt, daß öffentliche Häuser sich nicht in der Nähe von Gotteshäusern befinden dürften. Da wiederholte Vorstellungen betreffs Entfernung der öffentlichen Häuser aus der Zeughausstraße erfolglos blieben, habe das israelitische Konsistorium den Beschluß gefaßt, die Synagoge zu verlegen. Die Kultusgemeinde erklärt sich zu einem namhaften Beitrag bereit und bittet nun den Gemeinderath um die Mittel und die Anweisung eines entsprechenden Platzes, indem sie der Hoffnung Ausdruck gibt, daß auch von Seiten des Staates eine Subvention zu erwarten sei. w*r Anzeige r r. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. -chlntz brr Inseratenavnahmi ist stet»: für die Monlagsnnmmer, Sonntag Früh v Uhr. für die Donnerstagsnummer. Mittwoch Mittag 1* ttft*. Instr glatt gelangt regelmäßig Montag und Donnerstag in den Abendstunden rum Derpindt. Neclamanoneu wegen in Witte« Eintreffens n» ebe man bei der betreffenden Postanstalt m machen. Offerten auf Thifferannonce« werden täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag« weilerbefSrbert. i(in Mann, '"Ikir-rv, 45 Jahre v alt, der in Palästina als Sprachlehrer und Schreiber, wie auch Verfasser und Korrespondent während 17 Jahre allgem. bekannt war, sucht Stunden :c. des Hebräischen, Deutsch-, Französisch., Englisch., Russisch, zu crtheilen. Gest. Offerten unter dir. 54.33 an die Geschäftsst. d. Bl. /Lchadchen empfiehlt sich zur Vermittlung reeller, best. Heirathsparth. I. LiffgenS, Frankfurt a. Ai., Klingcrstr. 3. [3486] HED Amsterdam "1127D Hotel und Restaurant Frankfort. N. Hoogs traat 9. [6570 Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Dr. I. j&. 3>ümut. Table d’Höte 5>|s Uhr SchSnr Zimmer Pferdebahn Verbindung nach beiden Bahnhöfen. Appr°bi,t AtzG». Dr-1H. Dünner. jfochj; eiten, streng rituell, werden in fachgemäßer Weise ausgeführt. Allerbeste Referenzen. [3105 S. Charig:, Torrn. J. Weil Wwe., Friedrichroda i. Thüringen. geprüft. Religionslehrer "1 sucht Stelle als Sy» nagogendiener. Derf. ist fähig Hebräisch.- u. Religionsunterricht zu erthei» len, alle Tage, sowie am a"'i ras? «. an den hohe« Festen vorzubet., Schofar zu blasen u. Baal-Kore zu fein. Event, ist selb, bereit, auf d. Lande e. Stelle als jüd. Lehrer anzunehmen. Gest. Off. beliebe man u. Nr. 4994 an die Geschäftsst. d. Bl. zu richten.

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