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Der Israelit · 1900-07-26 · Heft 60 (26.7.1900) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 60 (26.7.1900)
Date
1900-07-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
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4t."Jahrgang. Zweite Aeilagezu M 60 des „Israekit". Literarische Umschau. BiKohloiuoh scliel malkliut. Reden über bfc'vs Staates Führer, Dinge und fragen, gehalten in der Synagoge von Dr. Rl. I a e o b s o n in Gnesen Breslau. Verlag von Wilhelm I a r o b s o n und ("• o m p. J900. ‘ 12\ S. Pr. Mt. 1.50. Reben sechs llkeden zu .Kaisers Geburtstag bringt uns die Sammlung noch acht Kanzelreden, die bei den verschiedenartigsten politischen Anlässen gehalten imirnt'11 und durch die ganze Art der Behandlung einem ge wissen historischen Interesse genügen. Wir nennen nur die Trauerrede aus Kaiser Friedrich, die Denk rede aus den Fürsten Bismarel, Zur Einführung der mitteleuropäischen ^ett, Jur Eröffnung des Nord OsE seelanals, um aus das Mannigfaltige hinzutveisen, tvas hier geboten ivird. Onne zum Gemiith dringende Sprache toird hier das Kleid geistreicher und über rajchender Gedanken. Besonders die Trauerrede aus Kaiser Friedrich tvirlt heute noch auf den Leser tief ergreifend und läßt nicht daran ziveifeln, daß sie zur Veit die '--Jnf>örer mächtig beioegt hat. Wir können diese Prediatsamiuluug aus's Beste empfehlen. r&v rm ',?r,r,v D'S~ ^£)pc:i*3»:TKva. (Selbstverlag: S. Teplitzky Bogopvl (Pod. goub. Rußland) Herr Teplißlt) nimmt unter den rührigen, geist vohen Belämpsern des Zionismus in Rußland einen hervorragenden Platz ein. Als der zionistische Schtvindel noch viele Gutgesinnte bethörte, durchschaute sein scharfer Blick die schlvachen Seiten dieser ganzen Machenschaft und zog sie erbarmungslos an die Tageshelle. In seiner gegemvärtigen Produktion wendet er sich gegen Herzl und befaßt sich mit Herzl's utopischen Träumen und ihrer Deutung. Obwohl der heutige Kongreß-Zionismus in praxi siet, von der Träumerei des Herzl'schen Juden slaates ivesentlich unterscheidet, so darf man doch nicht vergessen, daß diese M'etamorphose sich nicht ans innerem Drange, sondern aus äußerer Rothwendigkeit vollzogen hat, daß Herzl noch heute als Vater des ganzen Zionismus an dessen Spitze steht und daß die Frucht nicht tveit vom Stamme zu fallen pflegt. Die Beschäftigung mit dem Stamme hat daher von ihrer akuten Bedeutung nichts oder doch nicht viel verloren. Herzl ist in der litterarischen Welt als guter Feuilletonist bekannt. Ob ein guter Feuilletonschreiber auch ein guter Rational-Oekonom, Diplomat, Politiker, Finanzmann und noch einiges andere von dem sei, was für das Wert des Zionismus erforderlich ist, wenn es mit Erfolg weiter geführt werden soll, das ist die Frage, deren Beantwortung das Werkchen gewidmet ist. Wie diese Antwort ansfällt, wird dem Leser nach allem bisherigen nicht zweifelhaft sein. Aber die schlag fertige, gründliche und allseitige Behandlung des Themas, zeigt den Verfasser als einen modernen Traumdeuter von großer Virtuosität, der den Trä» men, die er deutet, ein Interesse verleiht, das ste ohne diese Deutung nicht hatten und so die alte Wahrheit na.*: 3'rch.i TvOchnn d? auch in diesem Sinne bestatigt. Tnr-r bb'z 'W pHn <r:srm a*ie»e) ICD nrrcn vH- -i r.vr apr 'V ,*rnö cnosc r?' Rabbiner Jakob Hirsch, Wien XIV (Selbstverlag.) Der greise, unermüdliche Forscher, reicht uns hier den sechsten Band seiner Vorträge und Abhandlungen, die er im Lause der letzten sechzig Jahre in Maliers dorf, Wien und anderen Städten gehalten hat. Wür den die einzelnen Abhandlungen nicht zumeist Tag und Jahr ihrer Entstehung an der Stirne tragen, man ivürde ihnen die Zeit ihrer Entstehung nicht ansehen. Die aus der Jugendzeit des Verfassers stammenden bekunden abgeklärte Reife und Vollendung, die sonst nur das Alter gewährt und die Ansprachen des hoch betagten Greises athmen noch dieselbe Gluth der Begeisterung, lvie ste sonst nur der Zauber der Jugend verleiht. Jeder einzelne Abschnitt zeigt uns den aus der Höhe der Thorakunde und gleichzeitig aus der Hölze der Zeit stehenden Meister des tiefen Gedankens und des präcifen, treffenden Ausdrucks, lvie dies bereits in den früheren Bänden an dieser Stelle die wohlverdiente Anerkennung gefunden. Der vorliegende sechste Band erscheint als eine Berlvirklichung des Wortes unserer Weisen: "p: c.T’Hj? rcrrc prpir:^ [ct Hs ccan -rcHr Er enthält die Blüthe des in den fünf vorangehenden Bänden Gebote neu, die nun zusammen 540 lvissenschaftliche Vorträge und Abhandlungen über Partien der Thora und des Talmud enthalten. Für Rabbiner, Prediger, Lehrer und alle, die Gelegenheit zu öffentlichen Vorträgen und Predigten haben, enthält das “ivcn vaa eine wahre Fundgrube trefflicher Gedanken und sinniger Erklärungen schlvieriger Thora- und Talmudstellen. Auch die äußere Ausstattung ist eine vorzügliche, wie man sie sonst nur selten bei Schriften dieser Art findet. Die einzige Ausstellung, die wir an dem Werke zu machen haben, ist die system- und zwanglose Gruppirung der einzelnen Abhandlungen. .Wir haben dies schon bei den früheren Bänden gerügt, und dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß wenigstens ein In-

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