Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 60 (26.7.1900)
- Date
- 1900-07-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1227 miö, von denen sich 3 dem Kaufmannsstande und 2 dein Handwerke widmen. Im Handfertigkeitsunterricht. der in der Anstalt regelmäßig ertheilt wird, und an dem alle Zöglinge theilnehmen, sind gute Fortschritte gemacht worden. An Geschenken und regelmäßigen Beiträgen gingen Akk. 25,521 ein, wovon Mk. 14,059 auf die Purimspende kommen. Biele Spenden an Rutzgegenitändl.n, Biicher, Spielsachen, besondere Gaben die Kinder 311 erfreuen n. s. w. empfingen wir; für dieses alles sagen tvir den edlen Spendern unfern tiefgefühlten Dank. Zu besonderen! Danke fühlen wir uns auch den, jüdischen Handwerkerverein in Frankfurt a. M. verbunden, der uns bei Unterbringung entlassener Zöglinge gerne helfend zur Seite stand. München, 22. Juli. Bor dem Schöffengerichte fand eine Verhandlung gegen die Redakteure des „Reu. Münchener Tageblattes" und des „Bah. Vaterlandes" G. v. d. Tann und Otto Schoy, wegen Beleidigung des Wiener Gemeinderathes Lucian Brunner statt. Die beiden Redakteure hatten in ihren Zeitungen scharfe Artikel gegen Herrn Brunner als Abwehr auf die von diesem (angeblich, aber nicht in Wirtlichkeit) in einer Sitzung des Gerneinderathes gemachte Aeutzerung: „Ich haste alle Christen" erscheinen lassen, Artikel, durch die sich Herr Brunner beleidigt fühlte. Die beiden durch Rechtsantvälte vertretenen Bettilgten tvaren persönlich erschienen. Da sich ergab, daß die Zeugenaussagen, die sich mehrfach widersprachen, zur Klärung des Sachverhaltes nicht genügten, so tvurde Gerichtsbeschluß erlassen, die Verhandlung sei uuszusetzen, die klägerische wie die beklagte Partei sei zur nächsten Verhandlung nebst den Zeugen des Vorfalles in jener Sitzung zu persönlichem Erscheinen hierber zu laden. Karlsruhe. Bei dem „Verein zur Förderung des Handwerkes und der technischen Berufsarten unter den Israeliten des Großherzogthums Baden" (Abtheilung Karlsruhe) erstreckte sich im abgelaufenen Jahre die Vereinsfürsorge aus 14 Personen. Der Verein zählte im abgelaufenen Jahre 192 Mitglieder, mit Jahresbeiträgen von zusammen Mk. 1410, die Ausgaben betragen Mk. 213.57 mehr als die Einnahmen. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Budapest, 20. Juli. (Jüdische Emigranten aus Rumänien.) Die hiesige Verkehrsdirektion der Donau - Dampfschifffahrt - Gesellschaft theilt mit: Die Direktion der Donau-Dampfschifffahrt-Gesellschaft hat in Folge der Mittheilungen der Blätter über die Behandlung der rumänischen israelitischen ''Auswanderer aus dem Dampfer „Hildegarde" eine strenge Untersuchung eingeleitet. Der Kapitän und der Restaurateur des Schiffes gaben folgende Erklärung ab: Für das in Rede stehende Kind wurde zweimal Milch verlangt und selbstverständlich auch sofort anstandslos ausgefolgt. Dasselbe war jedoch so schwach und krank, daß es keine Nahrung zu sich nehmen wollte. Man bemühte sich, das Kind durch Verabreichung von Kamillenthce zu erhalten und es wurde den ganzen Tag hindurch Kamillenthee gekocht. Der Kapitän gab hiezu aus Humanitätsrücksichten seine Einwilligung, wiewohl es auf den Schiffen aus feuerpolizeilichen Gründen streng verboten ist, außer der Schiffsküche Thee zu kochen. Daß die Mutter des Kindes sich nicht gehörig nährte, respektive, sowie ihre Reisegenossen, außer Bier keinerlei Nahrungsmittel zu sich nahm, kann dem Schiffspersonal nicht zum Vorwurf gemacht werden. Der Restaurateur hätte seine Speisen und Getränke gewiß gern abgesetzt, zumal die Reisenden Geld hatten und das konsumirte beträchtliche Quantum Bier prompt bezahlten. Der Kapitän übte auch sonst Humanität, indem er während der kalten Nacht den Kranken und Kindern gestattete, vom 3. Platze auf den geschützten 2. Platz ohne Nachzahlung zu gehen. — Es scheint, daß eine ganz und gar irrige Information dem gegen das Schiffspersonal gerichteten Angriffe zu Grunde liegt. Literarische Notiz. Soeben hat die Presse eine kleines Werkchen ’ J2K" iLn n ' 2 zwei Theile in einem Bande, verlassen. Der jugendliche Verfasser, Herr Jsak Weiß aus Preßburg, zeigt darin, daß er das talmudische Gebiet mit den Responsen beherrscht. Der Büchermarkt wird dieses Werkchen sehr günstig aufnehmen, es bietet dem Leser so viel Interessantes aus einer der ältesten Gemeinden Ungarns — Preßburg — indem es die verwitterten Grabsteine des dortigen, schon seit mehr als einem halben Jahrhundert geschlossenen n'2 in Reihenfolge — aber nicht in Zeitfolge, veröffentlicht, und der jüdischen Litteratur hiermit so manche Dienste leistet. Es bewährt sich, daß Grabsteine die Alterthums- Geschichte einer großen Gemeinde bilden, so wie in Frankfurt a. M., Wien, Prag u. s. w. In den Trauerwochen ist es eine geeignete Lectüre, und ist das Lesen dieser Grabsteine, mit dem 21 Theile rp27, 1122, ein wirkliches nrurp, man trennt sich schwer davon, vergißt es schwer. Ich überlasse die weitere Kritik einer berufeneren Feder. Bei M. Rosenbaum - -Paks (Ungarn) ist dieses Werkchen zum Preis einer Krone zu beziehen. Jakob Grün, Vslksschullehrer. Briefkasten der Nedaetion. I. B. in L.: AngefragteS Präparat ist für rituelle Benutzung unvertvendbar. Angebotene Arbeit erbitten zur Ansicht. S. L. in S.: Ungeeignet: mit Gedichten ist übrigens den armen Auswanderern nicht gedient.