Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 59 (23.7.1900)
- Date
- 1900-07-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1202 Elemente, aus welchen sich die Statschkanukes zusam nrensetzen, auch bei den jüdischen Arbeitern ihre Ver treter haben. Welches Unglück und welche fortwährende Gefahr diese betrübende Thatsache für die gesammte russische Judenheit bedeutet, braucht hier nicht eingehend erörtert zu werden; sie liegt auf der Hand. Mit dieser gefährlichen, von jedem anständigen Menschen gemiedenen Rotte sind nun unsere Zionisten in Verbindung getreten. Natürlich nur, um ihnen Bildung, jiidische Geschichte und jüdisch-nationale Gesin nung beizubringen, kurz, um mitwi aus ihnen zu machen. In Wirklichkeit wäscht aber eine Hand die andere, und die Trinkgelder Moral, welche das <lc> ut des zur Devise hat, ist thatsächlich das innere Band, welches die wahlverwandten Seelen der Zionisten und der Statschkanukes mit einander verbündet. Die Zionisten predigen nationales Iudenthum, verbreiten Bildung und Aufklärung unter den Statschkanukes, dafür stellen diese ihren Lehrern und Erziehern ihre Fäuste zur freien Verfügung. Wie sie im Kreise der Arbeiter jeden Mißliebigen überfallen und mißhandeln, so dehnen sie diese Gepflogenheit weit über diesen Kreis hinaus und terrorisiren diejenige, welche dem Zionismus nicht hold sind. So hat vor einigen Monaten einen hervorragenden Rabbiner dieses Geschick ereilt, den seine Reise nach Satil, einer Stadt im Gouvernement Grodno, u. nach Rowogrudek, im Gouvernement Minsk, führte. Man bat ihn mit Steinen beworfen und sonst öffentlich verböhnt! Es ließe sich noch eine ganze Reihe ähnlicher Vorkommnisse mit Namen und Datum anführen, woraus man das System sieht, nach dem dieses wüste Treiben sich geltend macht. Am jüngsten haben die Zionisten in Kowno vor den dortigen Statschkanukes ihren nationalen Eifer mit dem Raketenfeuer ihrer flammenden Begeisterung in einer Versammlung an den Mann gebracht, die dann sofort in der zlveiten üv, Nacht in Thaten umgeseht wurde. Sie schlugen zwei angesehene, hervorragende Gegner der Zionisten mit Steinen aus mörderische Weise nieder. Nur die Hilferufe der Ueberfallenen und der Auflauf, der dadurch entstand, hinderte es, daß die Ueberfallenen durch Gottes Beistand nicht getödtet wurden! Das ist die Bildung, die unsere Zionisten anbahnen und die Erlösung, die sie zu bringen vorgeben, daß sie angesehene und daher unbequeme Gegner durch von ihnen fanatifirte Horden meuchlings überfallen und so bei Seite zu schaffen suchen. Das Schlimmste ist, daß die besseren Elemente gegen diesen barbarischen Terrorismus ganz machtlos sind. Sie können ihn nicht einmal in den jüdischen Zeitungen des Landes zur Sprache bringen, denn keines der sechs existirenden jüdisch-rusiischen Organe ivürde eine solche Darstellung auch nur aufnehmen! Wer aus dem jüngsten Rechnungsausweis der Ziol nisten sich die großen Summen gemerkt hat, welche sie zur Subvention der Presse ausgeben und wer den Löwenantheil kennt, der davon auf die ruffischen Zeitungen entfällt, nürd dies erklärlich finden! Auch die Hilfe der Gerichte gegen diese öffentliche Gefahr anzurufen, hat sein Bedenkliches. Abgesehen davon, daß es, >vie bereits angedeutet, schlvierig ist, daß der Strafrichter die Strolche und ihre Hintermänner fassen kann, so spricht auch noch folgende Erwägung gegen das Beschreiten dieses Weges. Angenommen, man tväre bei diesen und den zahlreichen anderen Brutalitäten lvohl in der Lage, den Beweis der Wahrheit voll und ganz zu erbringen, so könnte dies doch nicht geschehen, ohne das verbrecherische Treiben der Zionisten und ihrer Handlungen einmal klipp und klar vor aller Oeffentlichkeit aufzudecken. Dann aber lvürde die ganze bezahlte russisch jiidische Presse und die öffentliche Meinung, soweit sie von ihr gefälscht ist, ein Zetergeschrei über die Denunzianten erheben, die interne jüdische Angelegenheiten vor die außerjüdische Oeffentlichkeit zerren und die Recht und Schuß suchenden besseren Elemente als Denunzianten, als 0'iciv hinstellen. Ein Denunziant, ein nee iff aber in unserer jüdischen öffentlichen Meinung das Verabscheuungswertheste; er ist vogelfrei, er steht auf dem Niveau des verwerflichsten Abschaumes der Gesellschaft, gegen den keine Rücksicht mehr existirt und gegen den jedes Mittel angeloendet Iverden darf. Das wäre Wasser auf die Mühlen der Statschka nukes und der Zionisten und darauf warten sie; aber sie werden darauf noch lange warten können. In diese plumpe Falle wird hier zu Lande kein Vernünftiger gehen. Füglich ist doch auch bei uns dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wohl haben wir siir's erste kein anderes Forum, vor lvelches wir diese Schändlichkeiten bringen können, als die jiidische öffentliche Meinung. Wohl ist der unmittelbare Weg zu ihr, die Veröffentlichung des ganzen Jammers in der jüdisch-russischen Presse, uns abgeschnitten. Aber es wird dessen nicht bedürfen. Schandthaten dieser Art brauchen sich nur noch einigemale zu wiederholen und die Brutalität dieser Thatsachen wird sich stärker erweisen, als das Schweigen und Schimpfen einer feilen Presse. Wir beschränken uns zunächst darauf, den bevorstehenden Kongreß auf diese neue Bundesgenossenschast der Zionisten aufmerksam zu machen; von welcher er sonst gewiß nichts erfahren hätte. Diese Bundesgenossenschaft wird nicht verfehlen, ein neues Schlaglicht auf den Zionismus zu werfen, das sich würdig den zahlreichen bereits vorhandenen anreiht. Sie nennen sich Zionisten und haben für Zion und das Gottesheiligthum daselbst, für das zerstörte der Vergangenheit und für das zu errichtende der Zukunft, kein Sterbenswörtchen übrig. Sie eifern gegen die