Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 58 (19.7.1900)
- Date
- 1900-07-19
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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*• W» -UW**^«p'“-<«eSMrPSt't* Weberei. Ausser dem Gewerbe der Steinhauer, welches wir den Erwachsenen beibringen, stehen wir im Begriff, mit Hilfe der Jewisli (Kolonisation Association andere Gewerbe einzufuhren, nm das Elend unserer Glaubensgenossen in der heiligen Stadt zu mildern. Unser Projekt über die Weberei ist gutgeheissen worden, und wir werden die Ausführung unternehmen. 7 Personal. Diese Arbeit würde unvollständig sein, wenn ich meinen Mitarbeitern nicht Anerkennung zollte. Ich muss hier dankend erwähnen den Fleiss in der Arbeit, die Rechtschaffenheit und die Hingabe der Herren: J er oh am, Aufsehers der Werkstätten, Raphael Almuly, des Rechnungsführers, und Levy, des Magazinverwalters. Handel und Gewerbe im heiligen Lande. (VIII. Fortsetzung*.) Aber die zum Weinbau so vorzüglich geeigneten, wüsten Landstrecken rufen gleichsam den Landwirthen zu: „Wendet euch zu uns, lasset uns eure fleissige Bearbeitung angedeihen und unendlicher Segen wird euch von uns Zuströmen!“ Als besonders zur Anlage von Weingärten nennen wir die Orte, in welchen schon gegenwärtig häufig Weinstöcke angetroffen werden; dieses sind die Gegenden der Städte: Bethlehem, Jerusalem, Hebron, Jaffa, Mikweh Jisrael, die Sarona, wo die deutschen Templer angesiedelt sind, die jüdische Kolonie Risch on l’Zion bei Ejn hakore, und das Gebirge Karmel. In zweiter Linie: Chai'pha, Sehomron und Meron, wo sich die Kolonie „Sichron Jaakob“ befindet, ferner im Norden Obergalilea, die Abhänge des Libanon und das Ostj ordanland; im Süden die Gegenden von Askalon, Gaza, Barbara, Chemdan, Bethchanun, Asdod u. s. w. In anderen Orten kennt man den Wein stock nicht, woran die bereits mehrfach hervorgehobene Trägheit der Araber und mehr noch der geringe Bedarf der Mohamedaner für diese Frucht schuld ist, weil ja der Koran bekanntlich den Wein für seine Bekenner verbietet. Wo die Araber den Weinstock anbauen, trocknen sie seine Früchte zu Rosinen, und verzehren diese in Mengen, wie etwa in Lithauen die Bohnen gegessen werden. Erst seit Kurzem begannen die Araber ihre Trauben an die Europäer zu verkaufen, wenn sich diese in ihrer Nähe befinden. Armenier und Griechen senden ihre Trauben nach Egypten. Die deutschen Templer führen bereits Weine nach Deutschland und Amerika aus, und verlegen sich emsig auf die Produktion und den Handel in diesem Artikel. *) 8. Nr. 736. Die Ansiedler der Kolonie Repha im imThale Rephaim, südwestlich von Jerusalem, sandten im Jahre 1887 an Kaiser Wilhelm I. ein Fass Wein zu seinem neunzigsten Geburtstage. Fürst Bismark sagte in seinem Dankschreiben auf diese Sendung : Der Wein sei auf die kaiserliche Tafel gelangt und habe allen Gästen gemundet. Selbstverständlich wollen wir durch eine überschwengliche Anpreisung des Palästina weines weder uns, noch Andere täuschen, da ja in unserer Zeit die Weinkultur in Europa, besonders in der Champagne, in hoher Blüthe steht1). Aus der Vergangenheit, in welcher der Weinbau in Palästina ausserordentlich belangreich war, können wir jedoch viel für die Zukunft in Betreff des Anbaues und der Behandlung der Frucht lernen. Verfasser ist überzeugt, dass Palästina einst durch seine Bodenbeschaffenheit und seine klimatischen Verhältnisse für den Weinbau mit der Champagne auf gleiche Stufe gelangen wird. „Unsere Trauben übertreffen an Schönheit schon jetzt die aller anderen Länder.“ Im vorigen Jahre hatte Verfasser eine Unterredung mit dem Alterthumsforscher Professor Paul Vernier, welcher ihm über das Klima Palästinas folgende Worte sagte: „Ich habe bereits viele Länder besucht und erforscht: Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, England, einen grossen Theil Amerikas und viele Gegenden Asiens,und fand nirgends ein so vorzügliches Klima, wie in Palästina. Es giebt hier Gegenden, in welchen man die reine Luft Deutschlands zu athmen glaubt, andere, in welcher uns die würzige Luft Italiens zu umwehen scheint. (Forts, f.) *) Dem Verfasser scheinen die Verwüstungen der Weinberge Frankreichs durch die Reblaus unbekannt zu sein. Der Uebersetzer. Druck der Job. Wirth’schen Hofbuchdruckerei Actien-Öesellachaft, Mainz.