Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 58 (19.7.1900)
- Date
- 1900-07-19
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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nähme und Mitarbeit, als sie uns bisher zu Theil geworden; namentlich bedürfen wir der Mittel zur Ausführung dringend erforderlicher Bauten. Ein nicht geringer Theil unserer wohlhabenden Glaubensgenossen steht unserer Anstalt noch fern. Und doch wird ihnen hier Gelegenheit geboten, ein ethisches Erziehungswerk zu Gunsten eines grossen Theiles unserer armen und leidenden jüdischen Bevölkerung, die sich aus verschiedenen wohlbekannten Gründen durch den Klein- und Hausirhandel nicht mehr ernähren kann, zu fördern, ihnen solche Bahnen der Arbeit und des Erwerbs zu öffnen, die sie vor Elend, vor sozialer wie moralischer Verwahrlosung schützen! Bedarf es da noch eines Wortes über den Werth und die hohe Bedeutung des Edelsinns, der sich auf dem Gebiete dieser Art von Wohlthätigkeit entfalten könnte?! Nein! Und wir haben auch das feste Vertrauen, dass die Herzen unserer Glaubensgenossen sich unserer Anstalt zuwenden , dass der unserem Volksstamme eigene Wohlthätigkeitssinn sich auch hier bewähren, und freudig und freiwillig Jeder nach seinen Kräften auf den Altar der Menschenliebe seine Spende legen wird. Alliance Zsraelite Universelle. Die Handwerksschule Jerusalems. (IV. Fortsetzung und Schluss*.) Die Kesslerei. Meister G a r a b e d fährt fort, in dieser Werkstätte den guten Ruf zu behaupten, dessen er geniesst. Es fehlt nie an Arbeit, wohl aber kommt es vor, dass wir die Kundschaft warten lassen müssen. Die Fortschritte der Lehrlinge in diesem Jahre sind befriedigend. Die wichtigste Arbeit des Jahres waren 12 Taufbecken für das griechische Kloster; die Kugel mit dem Halbmond, welche auf der Kuppel der Omarmoschee angebracht ist; Thee- und andere Kessel für die Agentschaft Cook und die Gasthöfe bei Gelegenheit des kaiserlichen Besuches. Herr G a r a b e d giebt den Lehrlingen das Beispiel der Arbeit, er ist der erste Arbeiter der Werkstätte. Bildhauerei. Sie haben das Lob gelesen, welches ich im November in dem Berichte an den Grand- Rabbin Zadoc Kahn dem Herrn Bension spendete. Dieser Herr verdient das Lob vollständig. Alle Schüler, welche er ausgebildet hat, leben gemächlich von ihrem Handwerk in Egypten, oder üben es in Europa aus. Unsere europäischen Glaubensgenossen, welche die heilige Stadt besuchen, verfehlen nicht, die Arbeit des Herrn Bension und seiner Schüler zu bewundern. Es macht mir Vergnügen unter ihnen zu nennen die Herren: Samuel M. Meyer, Präsident der „B’n6 Zion“ aus London, Willi am son, Abrahams etc. Herr L i n d o aus London hat uns die Ausführung von 2 Gemälden für eine Synagoge zu wiederholtem Male anvertraut. Unsere Schüler sind Bildhauer in Holz und in Stein, einige Kunstschreiner und Zeichner. Sie konnten die Gemälde, die Vergrößerungen von Photographien waren, welche ich mir erlaubte, Ihnen einznsenden, bewundern. Ich hoffe, Ihnen bald eine Musterarbeit vorlegen zu können, damit Sie die vollständigen Fortschritte in der Bildhauerkunst während der letzten Jahre beurtheilen können. Die Wohlthaten dieser Werkstätte werden wenig geschätzt, weil die Arbeiten, welche wir hier ausführen, wenig lohnend sind. Wir haben zudem für die formale Bildung unserer Schüler zu arbeiten. Steinhauer. Das ComitS hat ein nützliches Werk vollbracht, indem es dieses Gewerbe im Laufe des letzten Jahres einführte. Alle Israeliten des Orients sind in diesem Gewerbe von nichtisraelitischen Meistern abhängig. Jerusalem ist heute davon befreit, denn es besitzt mehr als 60 Steinhauer und Steinmetzen, Yemeniten und Aschkenasira, welche wir ausgebildet haben. Auch in anderen Städten haben wir dieses Werk eingeführt, und es ist uns gelungen. Unsere 4 Interne sind nach 14 Monaten Lehrzeit Steinhauer geworden. Wir lehren sie heute, Kapitaler, Gesimse, Blätter etc. zu hauen. Wir gedenken auch, durch neue Gebäudeaufführungen sie dem Maurerhandwerk zuzuführen. Sie verfertigen manche Steinschnittzeichnungen, und machen sich mit dem Entwurf von Plänen bekannt. Neue Interne folgen dem Beispiele ihrer Vorgänger, und 40 erwachsene bedürftige Lehrlinge lernen diese Arbeit. *) 8. Nr. 740.