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Der Israelit · 1900-07-16 · Heft 57 (16.7.1900) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 57 (16.7.1900)
Date
1900-07-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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41. Jahrgang._ Aeikage zu M 57 des „Israelit". Literarische Umschau. Palästina und die jüdischen Kolonien. Gewissermaßen als eine Inventur der Leistungen der Juden in Palästina während der letzten zwei Deeennien erscheint uns das Werk „Ansichten von Palästina und den Jüdischen Kolonien," das uns die zwei Jerusalemiten, die Herren I. Raffalovich und M. E. Sachs an der Jahrhundertwende gegeben haben. Wie in einem Panorama rollen über achtzig künstlerisch ausgeführte Bilder vor unserem Auge vorüber, Städte, Gebirge, Seen, Flüsse, heilige Plätze und uralte Ruinen, all' die schönen Kolonien, all' die herrlichen Gärten und Landschaften, welche von Ausdauer, Fleiß und Hoffnung begeisterte Männer, trotz größter Entbehrungen, aus einer Wüste herzustellen wußten. Und da lächeln uns zufrieden markige, breitschultrige jiidische Bauern entgegen, als wollten sie sagen: „Unser größter Stolz und Verdienst ist, der Welt gezeigt zu haben, wie ungerecht und falsch der den Juden gemachte Vorwurf ist, sie seien für rein ländliche Arbeiten untauglich, und die lachenden Fluren winken schelmisch in jugendlichein llebermuthe. Seht her! rufen sie, Palästina, welches ist nach der biblischen Geschichte Israels Reich, ist noch iinmer das Land, wo Milch und Honig fließt, wenn es nur von seinen Lieblingen bearbeitet wird. Wie ein treuer Führer stehen uns bei fast jedem Bilde Erläuterungen in hebräischer u. deutscher Sprache lbezw. englischer und deutscher Sprache) zur Seite, die uns bald sachlich mit den genauesten statistischen Angaben, bald schwungvoll und begeistert über alles Wissenswertste auf's genaueste zu informiren bestrebt sind, so daß wir bald merken, daß die Hand eines Sachverständigen unter Mitwirkung eines für die Sache warm schlagenden Herzens bei der Arbeit gewesen ist. In Anbetracht des großen Verdienstes, welches sich die Verfasser um unsere Sache erworben haben, wollen wir dem Buche eine recht große Verbreitung wünschen. Ein jeder Pädagoge weiß, welchen bedeutenden Werth das Bild für den Unterricht hat; wie gerade das Bild es ist, das mit unverlöschlichen Zügen sich eingräbt in das Gemüth des Kindes, so wird nun mit diesem illustrirten Werk Eltern und Lehrern ein Mittel in die Hände gegeben, den religiösen und nationalen Sinn ihrer Schützlinge zu heben; möge es daher einziehen in Judas Familien und Segen bringen in Israels Kreise! Das Werk ist zu haben bei I. K a u f f m a n n in Frankfurt a. M. (Vielleicht werden wir, wenn es die Herausgeber gestatten, das eine oder andere Bild gelegentlich im „Israelit" reproduziren. Red.) 2*™ One*«« v'27,2v ratop Wna 118 -MV vrubrrvv ppv'b A Li'vvirn Srin pwn (Selbstverlag des Verfassers: Rabbiner Jsaac Blaser in Kowno, Rußland). Unstreitig war Rabbi Israel Lipkin Salant einer der hervorragendsten Männer seiner Zeit, doch die Meisten kennen heute diesen hochverdienten Mann kaum dem Namen nach. Um so lobenswerther ist darum das Bestreben seiner noch lebenden Freunde und Verehrer, durch Veröffentlichung und Würdigung seiner hinterlassenen Geistesschätze seinem Namen ein unvergängliches Denkmal zu errichten. Einen hochansehnlichen und sehr schätzbaren Beitrag zu einem solchen geistigen Ehrenmonument für den großen Lehrer und. Meister bietet uns nun Rabbi Jsaac Blaser in Kowno (Rußland), ein alter, würdiger Schüler und ehemaliger Mitarbeiter Lipkins in der obengenannten Schrift dar. Diese Schrift ist in hebräischer Sprache verfaßt und enthält Vieles, was bisher noch ungedruckt und unbekannt gewesen war, namentlich aber mehrere höchst werthvolle und originelle Briefe aus der Feder Lipkins. Dieses Buch wird darum von allen Freunden und Anhängern Lipkins gewiß mit besonderer Freude begrüßt werden, ebenso aber auch jedem Freunde der hebräischen Litteratur eine sehr willkommene Gabe sein. Emil Benjamin, Memel. Zeitungsnachrichten und Corrcspondenzen. Deutschland. Hamburg, 6. Juli. Die. Kandidatenmache bei den Antisemiten erfährt durch die Vorgänge im Wahlkreise Rinteln-Hofgeismar, wo für Dr. Vielhaben eine Ersatzwahl stattfinden muß. eine treffliche Beleuchtung. Dort ist als antisemitischer Kandidat ein Fabrikbesitzer, Rudolf Vogel aus Oberweiler bei Badenweiler, aufgestellt worden. Ein Bericht der „Deutschen Wacht" läßt einen Blick thun in die Art, wie bei den Antisemiten Kandidaten „gemacht" werden. In der Versammlung, die Herrn Vogel zu einer antisemitischen Volksvertreter-Kandidatur verhalf, waren nach diesem

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