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Der Israelit · 1900-07-12 · Heft 56 (12.7.1900) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 56 (12.7.1900)
Date
1900-07-12
Page
– (sequence 19)
Language
German
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I 1155 1. er zu abstrakt ist; 2. er das Kind mit zu vielem todten Stoffe überladet und das Herz kalt laßt; 3. die auf diese Weise erworbenen Lehren und Wahrheiten nicht Eigenthum der Kinder bleiben; 4. er Dinge beweisen will, die in der Schule gar nicht bewiesen zu werden brauchen, weil sie Herzenssache find; 5. die religiösen und sittlichen Belehrungen im Anschluß an den Bibel- und Gebetübersetzungsunterricht ausreichend und mit Erfolg ertheilt werden können. 71. Die aus dem Bibel- sowie aus dem Gebetübersetzungsunterricht sich ergebenden sittlich-religiösen Begriffe, Ürtheile und Grundsätze sind von dem Lehrer zusammenzustellen und in geordneter Uebersicht bei der Repetition mit den Schülern durchzunehmen. Die Schriftführer: Iw. Meyer- Hannover. M. Waller- Moringen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Okriftel, 8. Juli. (Fünfzigjähriges Lehrer-Jubiläum, verbunden mit einer Thoraeinweihung.) Wie vorauszusehen war, gestaltete sich die fünfzigjährige Jubiläumsfeier des Lehrers Herrn E. Mannheimer Hierselbst zu einer imposanten Ehrung desselben. Der Gemeindevorstand verband damit die Einweihung einer neuen rr-nmes wohl bewußt, daß er damit so recht nach dem Sinne des treuen Beamten das Fest verschöne. Herr Lehrer Abraham Mannheimer in Dettelbach, Sohn des Jubilars, hielt am Sabbat eine gediegene, ihres tiefen Eindruckes nicht verfehlende, längere Rede. Am Sonntag Mittag fand vor den zahlreich erschienenen Angehörigen, Collegen und Gönnern des Jubilars ein Festakt statt. Herr Bürgermeister Jung, ein persönlicher Freund des Gefeierten, überbrachte mit herzlichen Worten in Vertretung des Landrathes von Höchst a. M. u. im Namen Sr. Majestät des deutschen Kaisers das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Zahl 60 und der Inschrift: „Verdienst um den Staat!" am Bande. Der Jubilar dankte tiefergriffen, während ein Kollege, Herr Leder mann - Höchst a. M., ein begeistert aufgenommenes Hoch dem allergnädigsten Landesvater ausbrachte. Rührend war es, wie nun die zahlreichen Enkel und Enkelinnen ihre Glückwünsche größtenteils poetisch vortrugen. Beim F e st d i n e r , an dem auch der Bürgermeister bis zum Schluffe verharrte, reihte sich Rede an Rede. Die Schüler, Kinder und Kollegen feierten in ernster und humoristischer Weise den Jubilar als Lehrer, Familienvater und Bürger, dessen zweites Heim das Gotteshaus geworden, während die Schule eine Sorge seines Vaterherzens sei. Die gottesfürchtige biedere Gemahlin aber wurde als eine heldenhafte Frau, deren Heldenthum sich auf dem Boden des Hauses entfalte, geschildert, die in Anmuth und Würde umherschreite, Bildung mit Gottesfurcht verbinde, Freude und Segen verbreitend. Der Jubilar dankte in der ihm eigenen bescheidenen Art, alles Verdienst ablehnend. Unzählige Gratulationen, Begrüßungstelegramme und reiche, sinnige Geschenke zeigen von der allgemeinen Sympathie und dem Beliebtsein des Jubilars. Gebe Gott dem Biederen an der Seite feiner braven Frau ein weiteres, glückliches Alter, möge er auch ferner seiner körperlichen und geistigen Frische sich erfreuen, u. er noch lange seines edlen Berufes schaffensfreudig obliegen. Aus Baden. Herr Bezirks - Rabbiner Dr. Schleßinger in Breiten, der wegen seiner Kanzelberedsamkeit schon öfters in diesen Blättern erwähnt wurde, beabsichtigt durch Drucklegung eine zweite Sammlung seiner Predigten der Öffentlichkeit zu übergeben, was überall, wo man dessen homiletische Vorträge kennt, Freude verursachen wird. Vor uns liegt eine aus drei Theilen bestehende Festrede, welche am verflossenen Schowuos in den Synagogen seines Rabbinatssprengels zum Vortrag gebracht wurde. In dieser Rede wird die Thora — die Offenbarung am Berge Sinai — als die wichtigste Begebenheit in der Geschichte der Menschheit dargestellt, da sie allein im Stande ist, ein glückliches Gottesreich auf Erden zu gründen und die ewige Glückseligkeit zu erwerben. Wenn auch langsam sich Bahn brechend, ja oftmals' scheinbar sowohl bei Israel, als anderen Völkern, mehr rückwärts, als vorwärts gehend, wird die Wahrheit doch endlich zum Ziele gelangen. Es sei nicht genug, wenn die körperlichen Sclavenketten gebrochen seien, weil die wahre Freiheit in der Religion und deren Erfüllung liege. Jeder sei verpflichtet, in den Mußestunden an Sabbat und Feiertagen nicht nur Thora zu lernen, sondern hauptsächlich auch zu lehren. So wandle nur Israel im Lichte des Herrn zum Segen und zur Förderung der Menschheit. E. England. London, 6. Juli. Der Vorstand der „Anglo Jewish Association" hielt am 24. Juni unter dem Vorsitze El. Montefiore eine außerordentliche Sitzung ab, um die Lage der Juden in Bessarabien, Galizien und Rumänien zu besprechen. Es wurde eine von der am 31. Mai eingesetzten Subcommission vorgeschlagene Resolution angenommen, in welcher erklärt wird, die Gesellschaft schließe sich dem s. Z. von der Alliance zu Gunsten unserer östlichen Glaubensgenossen veröffentlichten Aufrufe an.

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