Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 56 (12.7.1900)
- Date
- 1900-07-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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er übte in aufopfernder Weise Wohlthätigkeit, wirkte in Vereinen musterhaft und leistete Vorzügliches in der alten Pinkasspnagoge als Vorsteher. Nicht zum Mindesten ist es sein Verdienst, daß die pn mit ihren Dijpn noch heute auf orthodoxer Basis fortbesteht, wie sie vor Jahrhunderten begründet wurde. Durch 28 Jahre war er Vorsteher der altehrwürdigen Pinkassvnagoge. Daß es da sein ausschließliches Verdienst war, wenn diese Schul streng-orthodox geführt wurde, zeigte sich am besten darin, daß, als er kaum aus dem Vorstände ausschied, sofort mit kleinen Reformen begonnen wurde. Er war einer von denen, welche sich den Bedürfniffen ihrer Glaubensgenoffen mit seltenem Eifer widmen. Högycet. Dieser Tage feierten die jüdischen Einwohner das vierzigjährige Jubiläum ihres Rabbiners. '.WH weniger Lärm, aber viel eindrucksvoller, kam bei dieser Gelegenheit die Liebe zum traditionellen Judenthum und seiner Thora zum Ausdruck. Rabbiner Menachem G o i t e i n ist ein Enkel des berühmten Verfassers des „Kesef-Niwchar" und wirkt ganz im Geiste seines Großvaters und Vaters, derenRabbinatsstuhl er bekleidet. Auch seine Söhne, deren einer Rabbiner in Burg-Kunstadt und der andere in Kopenhagen ist, hat er zu frommen Jehudim erzogen und so bewahrheitete sich an diesem Hause der Spruch der Weisen: nbu» -'L-rrb rrnne itoi Möge er noch viele Jahre eine Zierde der orthodoxen Rabbiner sein! England. London, 8. Juli. Die erste öffentliche Vorlesung in dem neuerbauten Jews' College hielt Herr Marcus N. Adler, Bruder des Chief-Rabbi Dr. Adler, über die Juden in China, die von einer zahlreichen illustren Gesellschaft besucht war. Redner verbreitete sich eingehend über die Frage, ob China von Juden bewohnt ivar und ob noch Ueberreste von Judengemeinden in diesem großen Lande vorhanden sein dürften. Nachdem er ausführlich von den Versuchen u. Bemühungen gesprochen, die zu verschiedenen Zeiten gemacht worden, um mit den angeblichen chinesischen Juden in Verbindung zu treten, die aber alle zu keinem Ziele führten, hob er namentlich hervor, daß in einer vor einigen Monaten erschienenen Broschüre des JesuitenpaterZ Jerome Tobar eine Synagoge in Kai-Fung-Foo ausführlich beschrieben ist, was zu der Annahme berechtigt, daß in dieser Stadt Juden schon seit den ältesten Zeiten, vielleicht schon zur Zeit der Zerstörung des zweiten Tempels, ansässig waren, daß diese aber im Laufe der Jahrhunderte sich mit den Eingeborenen vermischt haben. Sicher ist, daß unter den Einwohnern genannter Stadt keiner ist, der die hebräische Sprache versteht. Redner berichtet, daß er sich im Laufe dieses Jahres bei seinen Freunden bemüht habe, um neuerdings einen Versuch zu machen, Kunde zu erhalten über die Abkömmlinge dieser Juden in Kai-Fung-Foo. Am > 12. Adar Schein richteten der Vorstand der israelit. Gemeinde zu Shanghai, die Herren S. I. Solomon, David Ezekiel Abraham und 40 Gemeindemitglieder einen in leichtverständlichem Hebräisch geschriebenen Brief mit chinesischer Uebersetzung an die betreffenden Einwohner jener Stadt, und sandten denselben durch einen sicheren Boten dahin ab. Es ist abzuwarten, ob dieser Schritt Erfolg haben wird. Der Vortrag des Herrn Adler erntete großen Beifall und wurde ihm seitens der Anwesenden für seine Bemühungen herzlichen Dank gezollt. Vermischtes Mainz, 11 Juli. Rechtsanwalt Dr. S chauer. dahier, Aufsichtsrath der jüd. Colonialbank hat sich mit, einer Tochter von Theodor Herzl—Men verlobt. Laargemünd, 6. Juli. Der Gemeinderath von hier hat eine Summe von 4000 Mk. votirt, um unsere Synagoge wieder zu renoviren. München, im Tamu». Demnächst wird eine Lokalbahn von Mosach nach Schwabing, den sogenannten »Rennweg" durchschneiden, an welchem die Juden in München, im I. 1442 einen eigenen Friedhof besaßen. 8k. Wien. Der Stadtrath bat. wie vorauszusehen war, eine Eingabe wegen Aenderung des Namen- Seitenstetten» gaffe im l. Bezirk in „Clara Hirsch von Gereuthgasse" (nach der Wittwe de- Baron Hirsch) abgelehnt. Aber die flroße spende. die die verstorbene Baronin der Stadt Wien testirte, hat der hochweise Gemeinde- und Stadtrath nicht abgelehnt, im Gegentheil ganz nach Gutdünken verwendet Briefkasten der Redaction. Auf die Anfrage des L. Herrn Lehrer Herz, theile ich erg. mit, daß ich vor einigen Jahren auf Veranlassung eines Kaufmannes hierfelbst Erkundigung bei dem bedeut. Fabrikanten Herr Rothschild in Stadtollendorf eingezogen habe und mir damals die Antwort zuging, daß dreierlei Jutestofse in den Handel kommen : reiner Jutestoff (aus Pflan enfasern hergestellt), Jutestoff in Vermischung mit Baumwolle und dergleichen in Verbindung mit Leinen. Dr. Ba müe rger—Schrimm. Briefkasten der Expedition. E. A. in B.: Betrag von Mk. 10 — dankend empfangen. Sei der Redaktion neu eingegangene Bücher. BrandeiS illustrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5661. 1900 —1901. Cigenthum und Verlag von Jacob Brand eiS, Buchhandlg., Prag, Zeltnergaffe 33 neu. Man hat versucht, auf mich den Verdacht abzuleuken, den in Nr. 53 d. Bl. enthaltenen Artikel aus Fürth geschrieben zu haben: ich verwahre mich hiermit entschieden gegen diese lügenhafte Beschuldigung und erkläre, daß ich denk Artikel vollständig fernstehe. Fürth, den 10. Juli. E. Wechsler. Wir bestätigen hiermit bereitwilligst, daß die Erklärung des Herrn Lehrer E. Wechsler genau der Wahrheit entspricht. Red.