Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 25 (26.3.1900)
- Date
- 1900-03-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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513 reichen Sieben leiber teilte Zeit ctcfuitben, seine euv dvntenreichen Erklärungen nnfznschreiben. Vieles aber lebt in den Herzen derer fort, die ihn gehört haben. Wie schön wäre eS, wenn diese n-nn "2" Zur (5hre des verstorbenen und Znm Rutzen für das lebende Ge sailecht gesawwelt und ansgeZeichnet würden! Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deuts d) l a n d. Perl in, 2:!. März. Der „Verband deutscher Cho Ivladesabrikanten" hielt dieser Tage Hierselbst einen außerordentlichen Verbandstag ab, der sich außer mit inneren Angelegenheiten, unter anderem mit Vergrößerung des Vorstandes, natnenttich mit der Frage eines Vorgehens gegen versälschte Kakaowaaren und gegen Anpreisung von Thier und Pflanzenfetten an Stelle der werthvollen ftotnobnüee zur Verwendung zu Cho tolade und Cbotoladewaaren befaßte. Für die Untersneb'.ing und Verfolgung von verfälschten Kakaowaaren wurden dem Vorstande 5000 YRark zur Verfügung gestellt. Man hofft dadurch von Seiten des Verbandes, den neuerdings sehr zunehmenden Versälsechungen na wentlieh durch Ansatz von fremden Fetten unb gemahlenen >tataohülsen l Schalen) beizukommen, lvährend andererseits das Publikum sich am besten dadurch zr, schlitzen vermag, daß es nur Waaren mit Firma tauft und Garantie der Reinheit fordert, welche der Verband durch seine Garantietnarlen bietet. (Wenn schon nichtjüdische kreise in solch eindringlicher Art vor verfälschter Chocolade gelvarnt werden müssen, wie erweitert sich da erst für uns die Pflicht, beim Gin lauf dieses Fabrikates die äußerste Vorsicht walten zu lassen. Red.) .Hannover, 22. März. Der „Hannoversche Anzeiger" schreibt! Die lgl. Regierung hat den 'Antrag des Vorstandes der Synagogengemeinde auf 'Anstellung des Setninardirectvrs Dr. Knoller als Hülfsrabbiner, zurürtgewiesen und dahin entschieden, daß Vorstand und Repräsentanten ihre .Kompetenz überfd)ritten hätten. Im vorliegenden Falle stehe die Entscheidung der Gemeinde-Versamnrlnna zu und das Repräsentanten-Kollegirim sei nur das ansführende Organ des Willens der Gemeindeversammlung. Die Gemeindemitglieder haben bereits mit erheblicher Majorität in Form einer Adreüe dem Landrabbiner Dr. Gronemann Anerkennung und Vertrauen ausgesprochen, so daß die Entscheidung der Gemeindeversammlung im Sinne der Ablehnung der Anstellung eines Hülfsrabbiners nicht zweifelhaft sein kann. Hannnvcr. Schon wieder hat der Tod unserer Getv.einde ein wackeres Mitglied entrissen. Justizrath Julius Benfeh ist gestern Vormittag im Alter von 04 Jahren gestorben. Seit Jahren war der Verstorbene Vorstandsmitglied unserer Gemeinde und Mitglied der Vertvaltungstommission der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer. Aber nicht nur in unserer Gemeinde, sondern auch als Direktor der Braunschweig-Hannoverschen Hhpothekenbank, als Vorstandsmitglied der nationalliberalen Partei und der Kinderheilanstalt, wurde er geschäht und erfreute er sich allgemeiner Hochachtung. Der „Hannov. Courier" rühmt in einem warm empfundenen Rachrufe die Lauterkeit seines Charakters, sein anspruchloses, vermittelndes Wesen und sein werkthätigeS Wohlwollen gegen gemeinnützige und wohlthätige llnternehmungen. Sein Andenken wird für immer ein gesegnetes bleiben. Konik, 22. März. Der „Voff. Ztg." wird von hier gemeldet.' Da bereits Ausschreitungen des Pöbels und halbtvüchsiger Burschen gegen Juden lvegen der Ermordung und Verstümmelung des Gymnasiasten Winter vorgelommen sind, muß betont werden, daß nichts zur Annahme berechtigt, der Thäter sei ein Jude. Wie es scheint, hat Eifersucht die Thai veranlaßt. Daß in der Svnagoge nnd im jüdischen Schlachthause Nachforschungen angestellt lvurden, erklärt sich einfach aus dem Umstande, daß die Synagoge und das Schlachthaus unmittelbar an den Fundort der Leiche grenzen. Gesunden vourde dort nichts. Der Thäter ist noch unbekannt. Die auf die Ermittelung des Thäters auSgesehte Belohnung ist ans 1700 Mk. erhöht tvorden. Karlsruhe, 22. März. Kurz vor Eintritt des Sabbat starb beute nach langem Leiden der Seniorchef der tveitbekannten Metallfirma I. Ettlinger u. Wormser, Herr Jsaac H. E t t l i n c\ e r. Der Dahingeschie bene, der ein Alter von 71 Jahren erreichte, zeichnete sich durch rastlosen Fleiß, lauteren Charakter, tiefinnige Frömmigkeit und weitreichendes Wohlthun hervorragend aus. Mitbegründer der hiesigen Jsraelitisd)en Religionsgesellschast, hing er w.it Leib und Seele an dieser seiner Schöpfung und war stets bereit, für sie, trenn es galt, die größten Opfer zu bringen. Zwei Söhne und vier Töchter trauern um den Heimgegangenen. Die Beerdigung findet Montag Vormittag HO L. Uhr statt. rrü;n Literarische Notiz. Freunde der hebräischen Sprache, sowie Freunde der Werke des Begründers dieser Blätter dürfte es interessiren zu erfahren, daß wiederum eine Erzählung von Dr. Lehmann in's Hebräische übertragen wurde. Herr Bernhard I r r g a n g hat den „Fürst von Couey" in meisterhafter Weise in die heilige Sprache übersetzt. Das Werk ist zu beziehen vom Verfasser gegen Einsendung von 1 Mk. Adresse: Przemysl, Jagiellonengasse 31. Andere Werte von Dr. Lehmann in's Hebräische übersetzt, sind bereits früher in der Redaction des „Hamagid", sowie in der Buchhandlung von Faust in Krakau erschienen.