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Der Israelit · 1900-03-26 · Heft 25 (26.3.1900) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 25 (26.3.1900)
Date
1900-03-26
Page
– (sequence 9)
Language
German
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WWWWMW 4t. Jahrgang. >eilage M 25 des „Zsmelü U Seit cttb c v Artikel. DM. Dr. Kil-esyelwrr T'Si als jte&ijfr. Eine Erinnerung von Rabbiner Dr. A. <<ohn—Basel. (Schluß.) Unser Wocheuabschnitt erzählt uns von dem Hinscheiden der Neiden Söhne Aron's, die bei der Einweihung der Stiftshütte eines plötzlichen Todes starben. Sie hatten rv? trs*, fremdes Feuer auf den Altar Gottes gebracht. Man wäre versucht, zu glauben, daß sie ein ungeheuerliches Verbrechen begangen, welches die sofortige Strafe des Himmels herausgefordert. Allein die Thora macht uns mit verschiedenen Anzeichen darauf aufmerksam, daß ihre That wohl tadelnswerth war, aber in bester und edelster Absicht vollbracht wurde. Das geht schon aus dem geflissentlich vorangestellten pnx *:r hervor. Nadab und Abihu, wird uns damit gesagt, waren würdige Söhne ihres großen Vaters, des von Gott erwählten Hohenpriesters, und sie blieben ihres Vaters Werth, selbst als sie sich vergingen. Das geht auch aus dem Trost hervor, den Moses seinem tiesbetrübten Bruder spendet, indem er zu ihm spricht: rips* *r.-pz -2xb ws* das ist, was Gott geredet, an denen, die mir nahe stehen, will ich geheiligt werden." Es werden also Nadab und Abihu als Männer bezeichnet, die Gott besonders nahe stehen, und nach der Ueberlieferung hat Moses gesprochen: „ich ahnte, daß einer von uns bei der Einweihung der Stistshütte sterben werde, nun aber sehe ich, daß Nadab und Abihu größer waren als wir. Einen ähnlichen Schluß können wir auch aus den Worten ziehen: “Sirs ‘rs*> inbrr Ss: p-ns* du ws *ib"v rirun „Moses redet zu Aron, zu Eleasar u. Jthamar, seinen übrig gebliebenen Söhnen. Das Wort bedeutet stets den „geringen Rest," der übrig gegeblieben, nachdem das Wesentliche weggenommen worden, und zeigt uns, daß die Ueberlebenden die Größe der Verstorbenen bei weitem nicht erreichten. Schlagen wir nun den Midrasch auf, um die Erklärung unserer Meisen zu versuchen, so staunen wir, wenn wir lesen: ,7-Tra ““ rra prs* te c-ib'zvz vw 'T z'b:r, r/srrr, abz 'z:z:v p" "T.tv vw Ps? v’-n c-jr cnb **n xPt” '"T. b'72 pisr rtrr nsr cn;z "iZ'.rz .cnP ps* wb» b-ij n2v Aus vier Gründen starben die Söhne Arons: weil sie in das Heiligthum gingen, berauscht von Wein, weil ste Hände und Füße nicht gewaschen, weil sie nicht die vorgeschriebenen Gewänder angelegt und weil sie keine Kinder hatten. Nun bat allerdings die Thora den Priestern verboten, den Tempel zu betreten, nachdem sie Wein getrunken und in das Heiligthum zu gehen, ohne die voraeschriebenen Waschungen vorgenommen zu haben, aber diese Gesetze sind erst nach dem Tode der beiden Söhne Arons, vielleicht in Folge ihres Todes, erlaffen worden. Wie konnten also Nadab und Abihu bestraft rverden wegen Uebertretung von Gesetzen, die erst nach ihrem Tode erlassen wurden? Unbegreiflich aber erscheint der Vorwurf, der ihnen scheinbar mit den Worten gemacht wird: „Sie hatten keine Kinder," als ob das ihre Schuld und nicht die Fügung dessen gewesen wäre, der allein Leben zu spenden vermag. Versuchen wir es, uns ein tieferes Verständniß zu erschließen. Die Söhne Arons wollten rwp Räucherwerk darbringen vor Gott Ln'rr rrx uh wrr das er ihnen nicht geboten hatte. Das Räucherwerk ist das Zeichen der innigsten Verbindung des Menschen mit Gott. Nadab und Abihu wollten „ein neues Band" schlingen zwischen Mensch und Gott und sie machten, allerdings in edler Absichi, eine willkürliche Aenderung in den heiligen Satzungen: es war die „erste Reform im Judenthum." Und gewiß erzählt uns unsere heilige Thora absichtlich die schwere Strafe, die jene großen, gottbegeisterten Männer traf, um uns zu warnen, daß wir nicht die heiligen Gesetze des Judenthums antasten, indem wir hinzufügen oder verringern aus eigener Machtvollkommenheit. Der Midrasch will uns nicht erklären, w a r u m die Söhne Arons gestraft wurden, das sagt uns die Thora selbst, er will uns nur begreiflich machen, w i e es kam, daß sie sich so vergessen konnten. Wenn jene vier Umstände nicht gewesen wären, sie hätten ihren unheilvollen Entschluß nicht gefaßt oder jedenfalls nicht ausgesührt. In keiner Zeit aber ist die Mahnung der Thora so nothwendig und so angebracht, wie in unseren Tagen. Leiden wir doch noch immer unter den Nachwirkungen jener verhängnißvollen Bewegung, die man euphemistisch „Reform des Judenthums" nennt und die das Judenthum an den Rand des Abgrundes gebracht hat: und wenn wir die Worte unserer Weisen im Midrasch lesen, so finden wir, daß die gleichen Umstände hier wie dort verderbenbringend mitgewirkt haben. vritf rw Die Söhne Arons waren berauscht, fortgerissen von der Begeisterung des Augenblicks. Sie sahen, wie uns unmittelbar vorher erzählt wird, daß ein Feuer von Gott die Opfer verzehrte, und das ganze

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