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Der Israelit · 1900-03-26 · Heft 25 (26.3.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 25 (26.3.1900)
Date
1900-03-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41. Jahrgang. M 25 Der Israelit. Aentrak-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. in ntainf Montag, den 2 6. Mürz 5660 (1900). H||M^ Da mit dem 1. April 1900 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1900 eingetragen unter Nr. 3863. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten das Blatt bis Ende dieses Monats gratis. Leitender Artikel. Hatur und Offenbarung. Eine Betrachtung zu «nnn nene. Bon Nabbiner Dr. Ackermann, Brandenburg a. H. Der Frühling naht und mit ihm das FrühlingSfeft. Eng verbunden erscheinen Beide. Denn wenn es bei allen unseren Festen ersichtlich ist, daß sie nicht nur geschichtliche und religiöse Bedeutung haben, sondern zugleich auch in tiefsinnigem Wechselspiel an die Vor gange in der Natur anknüpsen, so tritt dies ganz besonders bei dem Feste der Erlösung zu Tage, welches uns nun wieder bevorsteht. Ein harter Winter liegt hinter uns. Des Lenzes warmer Hauch breitet sich über die Erde und sprengt die Eisesfesseln, mit denen der unwirsche Gesell sie umklammert hielt, von mildeni Zephyr umschmeichelt erschließen die Blumen ihre Kelche dem warmen Sonnenlicht, die ganze Schöpfung er>vacht zu neuer Thatenlust, vom sprießenden Grashalme an, der sich wohlig im Winde wiegt, bis hinauf zu den gefiederten Sängern in den Lüften geht e i n Ruf des Entzückens durch die ganze sJtaf nr! Und in diesen Weltenchor, der ja keinem Andern gilt, als Ihm, dessen Schöpfergeist hinweht über die Fluren, bis das Antlitz der Erde sich verjüngt, in diesen Wellenckwr stimmt mit einem besonderen Jubelatkord ein Israel, das Volk, das Er auserwählt. Inmitten der neuerwachten Schöpfung hebt es mit dem Sänger an: „Preise, meine Seele, den Herrn, Ewiger, Gott, groß bist Du! Hoheit und Majestät hast Du angethan!" Und dieser Ruf des Entzückens, er gilt in Israels Munde nicht allein der Auferstehung in der Natur, sondern auch der Auferstehung in der G^e schichte! Denn daß es auch in der Geschichte eine^uferstehung gibt, ein frisches, neuverjüngtes Blühen nach langer, banger Winternacht, ein Losringen aus de/ Eisesfesseln der Qual und der Erniedrigung, in denmiilden Hauch der Freiheit und der Selbstwürde — wer vermöchte dies mit gerechterem Stolze zu bezeugen, als Israel, dessen glorreiche Geschichte nicht nur in Egypten, sondern auch späterhin oft genug gezeigt hat, wie die herrschende Finsterniß darniedergerungen ward durch den erlösenden Lichtstrahl, den Gott gesandt?! Es könnte also scheinen, als wäre es nur die Em pfänglichkeit unsers Gemüthes einerseits und die ge wallig fortreißende Kraft der Naturvorgänge anderer seits, die uns mit der Auferstehung der Natur auch die eigene Auferstehung feiern lassen, die uns in der Pracht des neuerblühenden Frühlings einen holden Spiegel vor die Seele halten, in welchem wir den geschichtlichen Frühling unseres Volkes in tausendfach verschönten Farben mit Entzücken bewundern. In Wahrheit liegt all dies tiefer. Es ist eine Satzung unserer Lehre, es ist ein Gebot unseres Gottes, das uns den innigen Zu sammenhang zwischen Frühling und Frühlingsfest her stellt. 2'2rrn lp-n ns "fiep „Achte wohl auf den Monat der Aehrenreife!" ruft uns das Gotteswort zu, denn in ihm 7,:6s '“6 ncc rmr da sollst du dem Ewigen, deinem Gotte, jenes Peßach festlich begehen, an welchem einst in der Urzeit Israel reif war für das große Wuu der der Erlösung.

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