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Der Israelit · 1900-07-02 · Heft 53 (2.7.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 53 (2.7.1900)
Date
1900-07-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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41* Jahrgang. M »S Der Israelit. Ein Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von Dr. in Mtttnz Montag, den 2. Juli 5660(1900). Leitender Artikel. Mm MMtstM oon Y'0~X MMtt Ar. Ji. HildeMelmer. Von Rabbiner Dr. A CohN—Basel. (Schluß.) Ist es nicht selbstverständlich, daß ein solches Beispiel, ein solches Vorbild auf seine Schüler einen Einsluß hatten, dem Keiner sich entziehen konnte, daß nrehr als die Kehre, die loir von ihm erhielten, die „gottdurchdrungene That auf uns tvirkte, die er uns vorlebte?" Oft hörte ich den Rabbi unter den vielen Wundern, die Gott ihm gethan, es als das größte bezeichnen, daß es ihm gelungen sei, in Berlin, der Weltstadt, die so reich an Verlockungen und Verführungen, in der es fast unmöglich, auf jeden Einzelnen ein wachsames Auge zu haben, so viele tüchtige und würdige Schüler heranzubilden. Jedoch nur die Bescheidenheit des Rabbi nannte ein Wunder, was in Wirtlichkeit die Folge des Umgangs mit ihm, der Einfluß seiner seltenen Eigenschaften ivar. Zu dem Vers in der Thora '2 -,wr: px^ x "i ra 'x nx xxt^> „Was anders verlangt der Ewige von Dir, als Gott zu ehrfürchten," bemerken unsere Weisen im Talmud (Berachot 33) :x*- xrpwir x.ib'2 nxv ^x, ist denn Ehrfurcht vor Gott eine so leichte Sache, und sie antworten x:n xmeiT xn^ö ,-x ja, bei Moses war es eine leichte Sache. Auch unserem Rabbi, der sich darüber wunderte, daß es ihm gelang, seine Schüler so zu erziehen, daß nx*r, wahrhafte Gottesfurcht die Richtschnur ihres Lebens wurde, eine Aufgabe, die gewiß keine xmcn xn^o war, konnte man zurusen: bei Moses, neben einem M a n n e wie der Rabbi, unter seinem Einfluß und seiner Führung, war Gottesfurcht wirklich etwas Natürliches, etwas Selbstverständliches. Der Umgang mit diesem reinen, edlen Charakter wirkte veredelnd, und weit werthvoller als alles Wissen, das er uns überliefert, war, daß wir alle „ein Stück von ihm selbst" annahmen und mit hinaus trugen in das Leben und „daß seine Auffassung des Daseins als eines Gottesdienstes," die u n s e r i g e wurde. Es bewährte sich hier das Wort der Weisen bmi „wichtiger als die Belehrung ist die Erziehung durch Vorbild und Umgang." Gewiß ist es schwer, dem Prinzip der unbedingten Treue gegen das gesammte Religionsgesetz, in welchem der Rabbi seine Schüler erzogen, nachzuleben, besonders schwer in unserer Zeit, in der fast alle großen Synagogen den gesetzestreuen Rabbinern durch unjüdische Reformen verschlossen sind. An gar manchen unter den zahlreichen Schülern unseres Rabbi trat im Laufe der Jahre die Versuchung heran, durch Nachgiebigkeit gegen die so mächtige Reform-Stromung, diese Modethorheit unserer Zeit, sich den Eingang zu den Rabbinaten der großen Gemeinden zu erschließen. Aber wie von Joseph erzählt wird, daß, als die Verführung in ihrer lockendsten Gestalt an ihn herantrat, er ihr zu widerstehen die Kraft fand, weil das ehrwürdige Antlitz seines Vaters vor ihm auftauchte, der ihn in Frömmigkeit und Reinheit erzogen, so daß er die Worte sprach: mxLni nxrt r^nn njrn ntryx “\x D’p^xV „wie sollte ich diese große Sünde thun und mich vergehen gegen Gott," so trugen die Schüler das ehrwürdige Antlitz ihres Lehrers in ihrem Herzen, so daß die Verlockung keine Macht über sie hatte; „und wie bisher, so werden sie mit Gottes Hilfe auch in Zukunft charakterfest und ihren Prinzipien getreu auf materielle Vortheile, auf Ehren und Auszeichnungen verzichten und im Sinne und Geiste ihres großen Lehrers leben und wirken." Man bezeichnet mit Recht Rabbiner Hirsch s. A. als den Mann, den die Vorsehung bestimmt hat, das

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