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Der Israelit · 1900-06-28 · Heft 51-52 (28.6.1900) · page 35

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 51-52 (28.6.1900)
Date
1900-06-28
Page
– (sequence 35)
Language
German
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Eingreifen eine Prämie von 20 Mark. Wie in früheren Jahren, war auch im Berichtsjahre der Intendant der Königl. Schauspiele, Herr Kammerherr von Lepel-Gnitz, so liebenswürdig, mehrfach während des Winters Freikarten für unsere Zöglinge zur Verfügung zu stellen, wodurch ihnen eine werthvolle geistige Anregung geboten worden ist. Allen vorgenannten Freunden und Gönnern, die unsere Anstalt in so reichem Masse mit ihrem Wohlwollen beehrt haben, statten wir an dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten Dank ab, und verbinden mit diesen Gefühlen den j innigsten Wunsch, dass ihre wohlwollenden Gej sinnungen unserer Anstalt dauernd erhalten bleiben mögen. Statutengemäss untersteht die Anstalt der staatlichen Aufsicht durch die Königliche Regierung zu Hannover, deren Präsident, Herr von Brandenstein, in Begleitung der Herren Oberregierungsrath von Funke und Regierungsrath Meyer, am 21. Februar 1899 die Anstalt mit ihrem Besuche beehrten und sie einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Die Herren sprachen sich lobend über die einfache, zweckentsprechende Lebensführung, die stramme Haltung und die Arbeitsleistung der Zöglinge aus; auch versicherten sie uns der Sympathien der Königl. Regierung für unsere Bestrebungen. Am 15. September 1899 hatten wir die Ehre, einige Mitglieder des Magistrats der Stadt Hannover, die Herren Stadt-Syndikus Eyl, Senator Grote und Senator Dr. P1 a t h n e r in unserer Anstalt zu begrüssen. Der Magistrat der Stadt Hannover hat schon vorher uns sein Wohlwollen dadurch kundgegeben, dass er das städtische Chemische Untersuchungsamt angewiesen, Untersuchungen von Düngmitteln für unsere Gärtnerei, sowie auch eine Untersuchung des Trinkwassers aus unseren Brunnen kostenfrei zu besorgen. Von sonstigen Besuchern erwähnen wir insbesondere Herrn Claude Montefiore aus London und Herrn Dr. Friedländer, Leiter des Baron - Hirsch - Comites in Wien; ferner Herrn Dr. Lachmann aus Berlin, Mitglied des Vorstandes der dortigen jüdischen Gemeinde, und Herrn R-A. Dr. Plotke aus Frankfurt a. M. Diebeiden letztgenannten Freunde, Comitö-Mitglieder der J. C. A., waren hierher gekommen, um in Gemeinschaft mit einigen Mitgliedern des Kuratoriums, und des Vorstandes insbesondere, die gärtnerischen und landwirtschaftlichen Verhältnisse der Anstalt und die Ausbildung der Lehrlinge in diesen Fächern einer eingehenden Beratung zu unterziehen, die in zwei mehrstündigen Sitzungen erfolgte. Endlich erwähnen wir noch den Besuch des Herrn Pastor Oehlkers, Leiters des rühmlichst bekannten Stephanstiftes bei Hannover, der in Begleitung einer Anzahl anderer Geistlicher die Anstalt besichtigte, und sich in einem an unseren Vorsitzenden gerichteten längeren Schreiben über die Einrichtungen, die Disciplin und Ordnung, das gesunde Aussehen der Zöglinge, sowie insbesondere auch über das Gesammtwesen der Anstalt sehr günstig äusserte. Herr Pastor Oehlkers schreibt am Schlüsse seines Briefes: »Ich bin der Ueberzeugung, dass Sie mit dieser Anstalt ein in unserer Uebergangszeit hoelinöthiges und werthvolles Werk unternommen haben, zu welchem ich Ihnen Gottes Segen, den Lehrern und Leitern Weisheit, Liebe und Geduld, und dem Directorium auch allseitige Förderung und verständnissvolle Unterstützung wünsche.“ Finanzielles. Die gewohnte ausführliche Rechnung des abgelaufenen Jahres, sowie das Verzeichniss aller uns zugegangenen Spenden finden unsere Leser diesem Berichte angefügt. Die jährlichen Beiträge haben im Jahre 1899 rimd 11,800 Mk. (1898 : 8,755 Mk) betragen, darunter ein Beitrag von 1000 Mk., den ein Freund der Anstalt mit der Bestimmung gezeichnet, dass sein Name nicht veröffentlicht werde. — An einmaligen Spenden vereinnahmten wir im Jahre 1899 rund 14,100 Mk. (1898 : 11,300 Mk.); auch in dieser Summe befinden sich Verschiedene grössere Spenden, über deren Herkunft uns Verschwiegenheit auferlegt ist. Umsomehr fühlen wir uns gedrungen, dafür an dieser Stelle unseren herzlichsten Dank ausznsprechen, in den wir alle die Tausende von Freunden einschliessen, die es uns durch ihre Spenden ermöglichten, den unserer Obhut anvertrauten 80 Zöglingen den Segen einer guten Erziehung angedeihen zu lassen. Einstweilen bilden die jährlichen oder einmaligen Spenden noch die einzige Quelle, aus der wir schöpfen müssen, um den Zweck der Stiftung, „arme und bedürftige Knaben zu erziehen“, so zu erfüllen, dass den Angehörigen und Heimathsbehörden unserer Zöglinge, sowie den für einzelne von ihnen sich interessirenden Wohlthätigkeitsanstalten und privaten Wohlthätern möglichst geringe Opfer auferlegt zu werden brauchen. Die Kosten für Beköstigung, Bekleidung und Unterricht eines Zöglings, einschliesslich Generalkosten, stellten sich im Jahre 1899 auf reichlich 500 Mk., und dieser Betrag kann für bedürftige Knaben seitens ihnen näherstehender Personen oder Anstalten erfahrungsgemäss nicht aufgebracht werden. Sowohl ira Jahre 1898 wie 1899 sind Zuschüsse

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