Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 51-52 (28.6.1900)
- Date
- 1900-06-28
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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118 MM Stätten fähig sein, ihr Gewerbe überall ausüben zu können. Es würde jedoch mit un seren Interessen nicht verträglich sein, wenn wir den geschäftlichen Theil vernachlässigen würden. Wir können dem Centralcomite und den Gönnern unserer Schule keine zu beträchtlichen Opfer aufladen. Wir müssen für unsere Lehrlinge solche Arbeiten suchen, welche für sie nützlich und belehrend, aber auch zugleich lohnend sind. Wir haben in diesem Jahre einige Wünsche nicht erfüllt, da sie diesen Bedingungen nicht entsprachen. Allein das Erlernen des Handwerkes, so vollständig es auch sei, genügt den künftigen Arbeitern nicht, wenn sie nicht den geschäftlichen Theil ihres Gewerbes kennen. Sie müssen sich mit dem Betrage der Einnahmen bekannt machen, den Werth der Materialien abschätzen, die Kundschaft zu behandeln wissen etc. Mechanische Schmiede. Diese Werkstätte ist, wie der Karne anzeigt, ans zwei verschiedenen Theilen zusammengesetzt, aus Schmiede und Maschine. Das Comitö weiss, dass wir zwei Werkstätten vereinigt haben, um unseren Lehrlingen eine gesicherte Zukunft zu schaffen. In der That verstehen unsere entlassenen Arbeiter dieser Werkstatt sowohl die Schmiedearbeit, als auch die des Justirens. Nach dem Wunsche des CentralcomitGs haben wir den Maschinenunterricht auf diese Werkstätte beschränkt. Die Maschiuenwerkzeuge werden wechselweise zum Bohren oder Durchschlagen angewendet. Dieses verhindert unsere Lehrlinge nicht, das Feilen wie die Handhabung des Schraubstockes und den Betrieb der Dampfmaschine kennen zu lernen. Die Schmiedewerkstatt ist eine der besuchtesten. Unsere Lehrlinge haben immer eine Vorliebe für dieses Gewerbe. Man verlangt von allen Seiten nach unseren Schmieden, und bald wird jede Stadt des Orients den ihrigen durch unsere Schule haben. Unter den in diesem Jahre ausgeführten Schmiedearbeiten verdienen erwähnt zu werden: 4 von zwei Seiten feuerfeste Thore nach dem Style des fünften Jahrhunderts, ein ornamentales Geländer und ein künstliches eisernes Thor; die Werkzeuge der beschäftigten Arbeiter haben wir geliefert. Allein die interessanteste Arbeit des Jahres war ein doppelter Springbrunnen, welcher in der Kolonie Gedera errichtet wurde. Er ist ganz aus Bronze, und schöpft das Wasser aus einem Brunnen von 45 Metern, nm es zu einer Höhe von 70 Metern und zu einer Entfernung bis zu 350 Metern zu bringen. Dieser Springbrunnen mit seinem Zubehör, als da sind: Säule, Leitung, Leitern etc. ist in unserer Werkstatt verfertigt worden. Er wird wie eine Mühle in Bewegung gesetzt durch eine mit Petroleum getriebene wagerechte Kraft nach dem System Merlin. Von einem Absatz von 13 Kubikmetern in der Stunde vertheilt er das Wasser in zwei, 180 Kubikmeter fassende Bassins, in Tröge, in Bäder etc. Diese ganze Einrichtung, welche aut Kosten der Jewish Oo Ionisation Association ausgeführt wurde, ist in unserer Werkstatt angefangen und zu gutem Ende gebracht worden. Zwei unserer Lehrlinge leiten den Brunnen. Die Ehre davon gebührt dem Kunstschmiedemeister Herrn V i g n e 11 a , welcher auf diese Weise einen Beweis seiner grossen Geschicklichkeit und seiner Hingabe geliefert hat. Schreinerei. Noch ein Handwerk, welches eine gute Kundschaft hat, und lehrreiche und lohnende Arbeiten liefert. Unsere Schreiner verstehen, eine dauerhafte und vollendete Arbeit zu machen. Sie wissen, was sie machen, und verrichten allein die Arbeit. Auch fahren die religiösen Anstalten, wie das lateinische und St. Stephanskloster, fort, trotz der grossen Anzahl christlicher und muselmänischer Schreiner uns ihre feinsten Arbeiten anzuvertrauen. 8. E. der Gouverneur hat uns seine ganze Meublirung übergeben, welche zur grössten Zufriedenheit ausgeführt worden ist. Der Besuch des deutschen Kaisers hat uns die Gelegenheit geboten, die Reparaturen der Omarmoschee zu übernehmen. Dieses Resultat ist dem Herrn Soriano zu verdanken, welcher seine Kundschaft durch die Sorgfalt, welche er der Arbeit widmet, zu befriedigen versteht. Die Schreinerei hatte nicht nöthig, auf Vorrath zu arbeiten: das ist das beste Lob, das ich ihr aussprechen kann. (Schluss folgt.) Vierter Bericht über die Israel. Erziehungsanstalt zu Ahlem b. Hannover für das Jahr 1899. Schon wenige Monate nach der Anschaffung konnte unsere junge Mannschaft bei einem im 738. (I. Fortsetzung*) benachbarten Orte Lim m e r entstandenen Brande eine Probe ihrer Leistungsfähigkeit ablegen; sie erhielt bei dieser Gelegenheit für ihr schnelles