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Der Israelit · 1900-06-28 · Heft 51-52 (28.6.1900) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 51-52 (28.6.1900)
Date
1900-06-28
Page
– (sequence 26)
Language
German
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WM iujjüm*1. u1 »hi, .jyf'ÄvJiWp!# ü- 1078 *1 f Wohles zu bethätigen. Mehreren jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen widmete sich Reichenberger an leitender Stelle, insbesondere verliert der „Jsr. Frauenverein" an ihm ein langjähriges, hochgeschätztes Mitglied des Herren-Ausschusses. Roch wesentlicher waren seine Leistungen im Dienste der gesummten Oefsentlichkeit. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde Louis Reichenberger 1890 in das Magistrats-Collegium berufen, dem er bis zu seinem nun erfolgten Hinscheiden ununterbrochen (als das einzige jüdische Mitglied) angehörte. Ferner war Louis Reichenberger seit 1893 Mitglied der Handels- und Gewerbekammer und bekleidete außerdem das Amt eines Handelsrichters. In all seinem öffentlichen Wirken verstand es der Verstorbene immer, durch maßvolles und gediegenes, jedoch darum nicht minder zielbewußtes Auftreten die Achtung und Anerkennung aller seriösen und gut gesinnten Kreise zu gewinnen. Unter außerordentlich großer Betheiligung aller Kreise der hiesigen Einwohnerschaft fand am 17. Juni, Nachmittags, die Beerdigung statt. Aus allen Ständen und von jeglicher Konfession waren zu der ernsten Feier die Leidtragenden erschienen, um dem Manne die letzte Ehre zu erweisen, der in treuer Pflichterfüllung so glänzend das Vertrauen seiner Mitbürger gerechtfertigt hatte. In ergreifender Rede wies Herr Rabbiner Dr. Werner darauf bin, wie der Tod zu früh ein gesegnetes, thatenreiches Leben knickte. Eine Gattin und drei Kinder beklagen Den, der so treu für sie gesorgt: eine große Gemeinde klagt um Den, der mit Energie und klarem Verstände seine Vaterstadt in der Zeit kräftigster Entwickelung mächtig fördern hals. Auch das Vaterland verliert in ihm einen Bürger, der weit über den Rahmen der gewöhnlichen Bürgerpflicht hinaus für Handel und Gewerbe, für Verkehr und Bildungswesen eine hoch ersvrießliche Thätigkeit entfaltete. Am Grabe widmete im Namen der Handels- und Gewerbekammer für Oberbayern der l. Vorstand derselben, Herr Kommerzienrath W e i d e r t, dem so früh Dahingegangenen folgende Worte.- „Eine lange Reihe von Jahren hast Du uns treue und erspießliche Dienste geleistet. Aber auch weitere Kreise werden durch Deinen Tod in tiefe Trauer versetzt. In unsere Reihen riß Dein Tod eine Lücke, die nur schwer ausgesüllt werden kann. Deine außergewöhnliche Begabung, Deine vorzüglichen Eigenschaften des Geistes und Charakters, verbunden mit seltener Pflichttreue, verschafften Dir das Vertrauen aller Kreise in hohem Maße. Dein Bestreben, die uns anvertrauten Interessen nach bestem Wissen und Können zu fördern, hinderte Dich niemals, die Auffassung Andersdenkender zu achten und es war Dir auf diese Weise gegeben, die Liebe Aller, die Dir Mitarbeiter waren, zu gewinnen. Die Mitglieder der Handels- und Gewerbekammer werden gleich all denen, die den so früh Hinwegberufenen kannten, ihm allezeit ein liebevolles, ehrendes Andenken bewahren. Er ruhe in Frieden." Rektor Dr. R i tz gedachte im Namen der Städt. Handelsschule der Verdienste, die der Verstorbene als Verwaltungsrath dieser Schule sich erworben hatte. Inspektor Rudelsberger, der Vorstand der Simultanschule II, rühmte des Verstorbenen Verdienste um die Simultanschule und um die Lehrerschaft. Justizrath K r a u s o l d stattete im Namen des liberalen Vereins Frei - München dem liberalen Mitbürger und dem Kämpfer für die liberale Sache innigsten Dank ab. Gemeindebevollmächtigter Schön gab seiner Trauer Ausdruck um den treuen Mitarbeiter und Freund der liberalen Sache zugleich Namens des Vereins liberaler Wähler, um den er sich als Kämpfer für den Liberalismus in ernsten, schweren Zeiten hoch verdient gemacht. Der Heimgegangene werde allen das Edle anstrebenden Männern stets ein leuchtendes Vorbild sein. Rechtsanwalt Dr. Ofner, der I. Vorstand der Jsr. Kultusgemeinde, dankte in bewegten Worten Namens des Jsr. Frauenvereins dem Manne, der über der Arbeit für das öffentliche Wohl, für die eigene Sache, auch der Armen nicht vergaß und für die Linderung der Noth und des Elends armer Mitbrüder, als langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins wirkte. Sein Name werde in unserer Gemeinde, sowie im Andenken der Stadt München und ihrer Bürgerschaft noch lange fortleben. Das führende hiesige Blatt, die „Münchener Neueste Nachrichten," widmen dem Verstorbenen einen überaus ehrenden Nachruf. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redactiov nicht verantwortlich. Schluß der Inseratenauuahme ist stets: für die Wontagsnnmmer, Sonntag Früh S Uhr, für die Donnerstagsnummer. Mittwoch Mittag IS Uhr. »User glatt gelangt regelmäßig Montag und Donnerstag in den Abendstunden rum Uerfaudt. Deklamationen wegen ru späten Eintreffen» ve> liebe man bei der betreffenden PoftanstaU;n machen. Eiferten auf Thifferanuoncen werden täglich, mit Ausnahme von Samstag und Sonntag« weiterbrfSrdert. Pension Schneider Bern, Srunneuhosweg 28. [4103 Ref.: Bezirksrabb. Dr. Chrmann in Baden (Schweiz). — Direkte Tram-Verblndung vom Bahnhof.

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