Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 51-52 (28.6.1900)
- Date
- 1900-06-28
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1071 sen ein liebevoller Rathgeber und den Armen von hier und auswärts ein helfender Vater. Herr Dr. Deutsch schilderte in seinem Hesped das Wirken des Verstorbenen als Kurator der hiesigen Waisenanstalt, als Gabbaj für die Armen des hl. Landes, für die er mit dem Einsetzen seiner ganzen Persönlichkeit thätig war und ungezählte Summen zusammcnbrachte. Bis zu seinem Ableben hat er auch in treuer Hingabe in der Verwaltung der israel. Realschule mitgewirkt, ganz im Sinne seines ihm vor fast zwei Jahrzehnten im Tode vorausgegangenen Vaters, Rabbi Menki Zimmer s'z'l, der mit zu den Begründern der Anstalt gehörte. Er war ferner ein rühriges und thätiges Mitglied der Ritualkommiffion der Gemeinde, und allgemein ist die Klage um den Heimgang des Mannes, der über das Maß seiner physischen Kräfte hinaus für alle Aufgaben des Judenthums thätig war. In die Trauer um den früh Entschlafenen stimmen alle ein, denen die Sache der Orthodoxie in unserer Mitte Herzenssache ist. Wir begreifen voll und ganz den Schmerz der schwergeprüften Familie, dem ein Reffe des Verstorbenen, Herr Dünner aus Köln, in tief empfundenen Worten an der Bahre Ausdruck gab. Ihnen allen, die um den Entschlafenen trauern, rufen wir von Herzen zu: irre» ‘pre tan* cnj’ dti fVSt. Achim, 24. Juni. (Unlieb verspätet.) Vor kurzem feierte unser im Jahre 1896 in den wohlverdienten Ruhestand getretener Lehrer David Erle in voller Rüstigkeit im engsten Familienkreise seinen 70. Geburtstag. Trotzdem dieses frohe Familienereigniß wenig bekannt war, liefen doch an dem Tage zahlreiche Geschenke und Glückwunschschreiben von Rah und Fern ein. Auch seine früheren Schüler und Schülerinnen, die mit Liebe an ihm hingen, ließen es sich nicht nehmen, den Jubilar mit einer sehr werthvollen, gemeinschaftlich verfertigten Handarbeit zu erfreuen. Herr Lehrer Erle wirkte in hiesiger Gemeinde zum Segen derselben 19 Jahre; ihm ist das hohe Verdienst zuzuschreiben, daß vor vielen Jahren die hiesige Schule zu einer staatlichen Elementarschule erhoben wurde. Erwähnt möge noch werden, daß Herr Erle über ein umfangreiches Wissen im Hebräischen verfügt, und sich jetzt noch mit Eifer und Fleiß dem Studium des Talmuds hingibt. Derselbe bezieht eine staatliche Pension und ist somit jeder Sorge enthoben. Wir wünsechn ihm von ganzem Herzen einen heiteren, ungetrübten Lebensabend, n:» nso is Amerika. San Francisco. (Aus der Leibeigenschaft losgekauft.) Der Rabbiner Rev. Levy hat bei seiner Reise auf Hawai in der Hauptstadt Honolulu einen Juden aus Böhmen, Namens Jacob Tepper und 24 Christen aus Galizien, aus der Leibeigenschaft losgekauft. Diese Leute wurden mit zahlreichen anderen von gewissenlosen Agenten, welche den Unglücklichen gegen ein kleines Entgeld ausgedehnte Ländereien in Aussicht stellten, nach Hawai gelockt. Als sie nun dort ankamen, wurden sie zwangsweise zu einigen Farmern gebracht und in schwerer Feldarbeit angehalten, ohne daß ihnen die mindeste Entlohnung geboten worden wäre. Dem Juden Tepper gelang es jedoch, mit 24 christlichen Leidensgenossen nach Honolulu zu entkommen. Die Farmer setzten ihnen mit Jagdhunden nach, und obwohl sie die Entsprungenen nicht erreichen konnten, wären diese ihren „Herren" wieder ausgeliefert worden, da man den Unglücklichen einen schriftlichen „Vertrag" erpreßt hatte, der sie direct zu Leibeigenen der Farmer machte. Glücklicherweise erfuhr der durchreisende Rev. Levy von der Sache, und durch Beihilfe einiger Menschenfreunde gelang es ihm, die Leute mit einer hohen Geldsumme loszukaufen. ir Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. lchiutz der Iaseratenannahme ist Net»: für die Movtag»n»m«rr, Sonntag Früh 9 Uhr, für bft Donnrrstagsnummrr. Mittwoch Mittag IX Obe. Inser glatt gelangt regelmäßig Montag nnd Donnerstag in de» Abendstunden rum Dersandl. Kectamanonen wegen pt späten Eintreffen» derbe «an bet der betreffenden Postanstalt ja machen, »ffrrtrn ans «hlffrranuoncen werde» täglich, mit Ausnahme von Kamst«« »ad Könnt««, weiterbrfSrdert. i SLreng Streng "TO gadenweiler. Hotel und Pension Bellevue, vormals Hotel I ev^, gegründet 1863. Referenzen und unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Herrn Dr. Buttenwtefe^r, Rabbiner der Jsr. Religionsgefellfch. in Straßburg, Elf. [4282 ^sus der Joseph und Rose Billmanu'schen Aussteuer- Stiftung ist der für das Jahr 1900 fällige AuSsteuer- UnterstützungSbetrag an ein israelitisches Mädchen zu vergeben, welches daS 15. Lebensjahr überschritten hat und mit dem Stiller, oder seiner Ehefrau verwandt ist. Bewerbungen sind bis zum 1. Oktober d. I. bei dem Unterzeichneten Mitadministrator Herrn Abrabam Fürth dahier, (Schwanenstaße 9) einznreichen, bei welchem die erforderlichen Anmeldungsformulare nebst Auskunft über die weiteren satzungSmäßiaen Bestimmungen |u erhalten sind. Frankfurt a. M.» den 20. Juni. [4736 2>ie Jtdministratioq. Justizrath Dr. Hirsch. Abraham Fürth. N. Schwabacher.