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Der Israelit · 1900-06-28 · Heft 51-52 (28.6.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 51-52 (28.6.1900)
Date
1900-06-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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4L Jahrgang. M 51 & SS. Der Israelit. Em Kentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. Ifcljmmtw in Mnirrz Donnerstag, den 28 Juni 5660 (1900). 1»^» Im Laufe des neuen Lnartals beginnen wir mit dem Abdruck einer spannenden Erzählung unseres beliebten Mitarbeiters Mann: .»Ein Sckzritt uom LVess" Leitender Artikel. Im» IllhlrkUstagk»»» y'H' T'DIS pobblntc für. Mtsyelwtt. Von Rabbiner Dr. A. Cohn—B asel. Zu den Worten der Thora, die wir demnächst wieder werden verlesen hören: '2 nun *?2 pnx v'i „es sah die ganze Gemeinde, daß Ahron verschieden war," bemerken unsere Weisen im Midrasch: „Als Moses und Eleasar vom Berge herabkamen, da versammelte sich die ganze Gemeinde gegen sie. „Wo ist Ahron," so riesen sie; und als jene antworteten: „er ist todt," da wollten sie es nicht glauben. „Wie konnte," so sprachen sie, „der Todesengel den Mann bezwingen, von dem es heißt: cm pn cncn pr itn „er stand zwischen Lebenden und Todten?" „Bringt Ihr ihn zurück, so ist es gut, thut Ihr es nicht, so steinigen wir Euch." Da betete Moses inbrünstig zu Gott und Gott öffnete die Höhle und ließ das Volk hineinschauen, da sah das Volk, daß Ahron todt war. Unsere Weisen wollen uns mit dieser Erzählung einerseits zeigen, wie schwer das Volk sich an den Gedanken gewöhnen konnte, Ahron, den heißgeliebten Führer, welcher der treue Freund jedes Einzelnen gewesen war, sei gestorben, andererseits wie das ganze Volk merkt und e i n s i e h t, daß Ahron nicht mehr unter den Lebenden weilt. Wenn ein großer Mann wie Ahron stirbt, so hinterläßt sein Tod eine fühlbare Lücke, man sieht und merkt es, daß er nicht mehr lebt. Auch der Verlust des großen Meisters in Israel, der seit nunmehr bald einem Jahre uns entrissen worden ist, hat sich im Laufe der letzten Monate oft schmerzlich bemerkbar gemacht. Der große, bewährte und erprobte Führer fehlte, dem seine zahlreichen Schüler mit unendlicher Liebe und Treue anhingen, „und es merkte die ganze Gemeinde, daß Ahron gestorben war." Wenn ich im Folgenden versuchen will, am ersten Jahrzeitstage des großen Todten seine Bedeutung und das, was er für das Judenthum geleistet, den geschätzten Lesern dieser Blätter in kurzen Zügen zur Anschauung zu bringen, so drängt sich mir als willkommene Anlehnung ein Bericht unserer Weisen auf. Im Talmud (Sanhedrin 101a) wird erzählt, als Rabbi Eliesec krank geworden, seine Freunde und Schüler ihn besuchten. Da sprach R. Josua: Werthvoller bist Du für Israel, als das Licht der Sonne, denn die Sonne leuchtet nur in dieser Welt, Du aber bist unser Licht für diese und für jene Welt. R. Tarphon sprach: Segensreicher bist Du für Israel als der R e g e n , der die Fluren bewässert, denn nicht nur für die irdische Welt, sondern auch für die Ewigkeit hast Du gewirkt; und R. Eleasar ben Asarja sprach: Bester bist Du für Israel als Vater und Mutter, denn nicht nur für diese, sondern auch für die künftige Welt hast Du uns erzogen. Die drei verschiedenen Bezeichnungen, welche die Weisen wählten, um die Bedeutung des R. Elieser zu zeichnen, lassen sich unschwer auf die drei Gebiete beziehen, in denen R. Elieser groß gewesen und in denen wir auch die Größe unseres Rabbi finden, in ,rrvr: a"" mVe: u. misy in der Gotteslehre, dem Gottesdienste und in guten, edlen Thaten.

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