Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 50 (21.6.1900)
- Date
- 1900-06-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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»l-^vt-.Sjffiftfftfg>t'-.;^‘;«frfKW>yy*--AV 1027 Gleich darauf hörte man die Hausihüre sich in den Angeln drehen und Steinhart trat in das Zimmer. „Willkommen, herzlich willkommen, Herr Werner! — Das hei hl überraschen! — Wie tourinen denn Sie da hereingeschneit?" Werner hatte sich rasch erhoben, die Herren schüttelten einander die Hände. „Ich bin in der Thal hereingeschneit, tvar so voll Schnee, daß. Ihre Frau mich im ersten Moment nicht ernannt hat." „Ja, es ist heute ein gehöriges Schneegestöber. Aber >00 ist beim Elsa?" wandte er sich an seine Frau, „das Alädchen wird bis zur Decke springen, rvenn cs den Onlel Werner da so unverhofft sieht." „Sie ist nrit Marianne irr die Stadl gegangen, hosscntlich werden sie rricht allzulange mehr arrsblerben. Aber nnrr lege De irren Pelz ab und sehe Dich her, Du mußt doch hörerr, weßhalb Herr Werner uns durch feinen Msuch erfreut hat. — Ich bin schon neugierig, ivaS Du da/,u sagen nürst." „Neugierig birr ich auch," versetzte er lachend, indenr er brn lieber rock abivars, „mrd da sitze ich auch schon mm? — lasset mich nicht zu lange zappeln. — Also?" „'Also i tr mache Ihnen den Vorschlag, unsere minder Elsa und Pittor rnil einander z,u verheirat Herr." Der Vorschlag mit re nicht übel, vorausgesetzt, das; die Aetressendcn einverstanden sind, nur scheirri er mir etwas verfrüht, da unser Sohn noch nicht selbstständig ist." „Dem wäre rasch abzuhelsen. Herr von Wappenstein hat einen Hof zu verpachten und ich habe Ihren Sohn als Pächter vorgeschlagen." Da bin ich Ihnen von Herzen dankbar " Gr ergriff die Hand des Andern und drückte sie herzlichst. „Was nur die Binder für Angen machen tverden. Was sagst denn Du dazu?" tvandte er sieh an seine Frau. Sie zuckte die Achseln. „Die Sacke lvürde mich sehr, sehr freuen — ich fürchte nur — das heißt — ich weiß nicht —" „Ja so, Du meinst, weil die beiden in jüngster Zeit nicht mehr so herzlich gegen einander zu sein scheinen wie früher?" „Das eben meine ich." Steinhart rieb sich die Stirn. „Ja, ohne Glsa könnte Viktor den Hof nicht so leicht übernehmen — als Pächter gebraucht er nicht nur eine Iran, sondern auch etwas Geld —" „Aber ich bitte Sie, lveßhalb sollten die Beiden einander nicht heirathen »vollen? — Sie haben einander lieb gehabt, so lange sie sich kennen." „Daß Viktor von Anfang an in das kleine Ding verschossen war, darüber haben wir uns oft amüsirt — aber Glsa —" „Daß Elsa keinen lieber hat als ihren ehemaligen Lehrer, dafür stehe ich Ihnen — oder vielmehr meine Frau — denn Frauen haben in derartigen Angelegenheiten ein schärferes Auge als wir Männer. — Aber da ich nun sehe, daß Sie in der Hauptsache einverstanden sind, in ächte ich Sie bitten, es mir zu überlassen, die Betreffenden von nnserm Plan in Kenntnis; zu setzen." Die Eltern ivaren gerne einverstanden. Frau Steinbart entschuldigte sich, daß sie in Abwesenheit ihrer Töchter sich in der Küche Umsehen müsse und ging hinaus, während die Herren in traulicher Unterhaltung im Zimmer auf und nieder wandelten. „Es wird doch schon dunkel," bemerkte Sleinhart endlich, „die Mädchen sollten schon zu Hause sein." „Ich glaube, sie sind schon da," entgegnete Werner, „die Hausthür habe ich gehen hören, und, wenn ich mich nicht irre, habe ich Elsa lachen gehört." Er batte sich nicht geirrt; gleich darauf ward die Thür ausgerisseu und das junge Mädchen sprang jubelnd aus ihn zu. „Onlel Werner! Onkel Werner!" und da hing sie auch schon an seinem Halse, wie als Kind vor zehn Jahren. Er blickte üe liebevoll an und küßte sie zweimal auf die Stirn. „Der eine ist von der Tante, der andere von mir." „Wie schön, daß Du gekommen bist," sagte sie. indem sie sich neben ihn setzte, „was macht die Tante?" „Was sie macht? -- nun. Du lveißt cs ja, sie ist immer fleißig und spricht beständig von ihrem kleinen Mädchen. das allerdings schon um einen halben Kopf größer ist als sie selbst. Aber das macht nichts, für die Tante bist Du immer die Kleine oder das Kind, nach dem sie sich beständig sehnt." „Die Tante ist so gut," sagte Elsa, „tvenn Onkel und Tante Steinhart einverstanden sind, könnte ich vielleicht im Sommer um einige Wochen früher zu Euch kommen." „Das wäre schön," erwiderte er, „aber —", fügte er neckend hinzu, „müßten wir nicht auch Viktor fragen?" Elsa ward glühend roth. „Nein," sagte sie lachend, „da brauchen mir nur Onkel und Tante Steinhart zu fragen." „Das meine ich auch — wenigstens vorläufig —" „Aber wie schön, daß Du gekommen bist —• noch nie bist Du um diese Zeit hier gewesen — hast Du in der Stadt Geschäfte?" „Nein, es handelt sich nur um ein Geschäft, das ich mit dem jungen Steinhart abschließen möchte." „Mit Viktor?" rief sie staunend, „seinetwillen bist Du gekommen?" „Er ist ein tüchtiger Landwirth und deshalb möchte ich mit ihm sprechen. — Aber ich gestehe, nicht um seinetwillen allein bin ich gekommen — es giebt hier noch Jemanden, mit dem ich gern spreche." „Du meinst mich? — Du lieber, guter Onkel! — Aber ich bin neugierig, was Du mit Viktor zu sprechen hast — darf ich dabei sein?" „Warum nicht, ich habe keine Geheimnisse mit